Gucha! (Film)

Romeo spielt Trompete. Juliana hat eine schwarze Ziege und eine Zahnspange. Blond ist ihr Haar, seines rabenschwarz. Sie lächelt gern und breit, er bläst seine Trompete ganz von innen heraus. Sie raucht heimlich, er verkricht sich um zu üben. So treffen sie sich auch, jeder seinem Geheimnis nachhängend, sie rauchend, er die Sonne mit Musik liebkosend. Doch als Romeo Juliana erblickt, ist es vorbei mit Sonne und Wind. Nur noch für SIE spielt er. Sie gilt es zu betören, über Meilen zu streicheln und ihr von seinem Glück zu erzählen.

Doch Juliana ist Serbin und er ein „schwarzer“ Roma. Ihr Vater – Sacmo – spielt seine Trompete einzigartig. Romeo hat so seine Probleme mit seinem Stiefvater. Der bevorzugt jedesmal seinen echten Sohn und er bleibt allein. Ausserdem hassen sich die beiden Familien. Der serbische Großbauer schikaniert die Berufskapelle der Roma. Jedes Zusammentreffen endet in einer riesen Schlägerei.

Klingt son ’nen bißchen nach Shakespeare? Hm, soll’s vielleicht auch. Nur ist es um einiges witziger, nicht so tragisch und vor allem voll Leben, Liebe und ganz viel Musik.

Der Film sprüht regelrecht vor Musik. Sitzenbleiben und nur zuschauen fällt schwer. Denn neben der Liebesgeschichte – Shakespeares Romeo und Julia – steht das Blasmusik-Festival im serbischen Gucha im Mittelpunkt. Es findet jährlich im August statt. Traditionelle Balkan-Blass-Musik Kapellen kommen aus der ganzen Welt um sich ein regelrechtes Blass-“Battle“ zu liefern. Bis zu einer halben Million Zuschauer pilgern jedes Jahr dorthin. Folklore, Tanz, Freude und Spaß sind die ausschlaggebenden Kategorien der ausgelassenen Tage.

Deshalb fehlt diesem Film die shakespear’sche Tragik. Er funkelt, macht Freude und lässt vor allem Lachen. So wie Juliana beim Anblick ihres Liebsten strahlt, ihre Zahnspange präsentiert und nur noch zu lieben scheint, jenseits aller ethnischen Grenzen.

Informationen zum Film gibts hier. Ein netter Clip mit der hervorragenden Musik wurde hier hinterlegt.

Der Film läuft in Berlin im Neuen Kant Kino in Charlottenburg.