Termine Anfang Oktober

Es gibt wieder einiges zu unternehmen. Diesmal ist es nicht nur Aktion, sondern Spass, Theorie UND Aktion. Am 30. September kann mensch sich weiterbilden und bestimmt so einiges an Erkenntnissen abgreifen. Die Initiative „Einstellung der §129a-Verfahren – sofort“ in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung lädt zur Informationsveranstaltung „Ist jetzt alles Terror?“ in die Volksbühne. Am darauffolgenden Wochenende gibts die Möglichkeit sich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen aktionistisch in Königs Wusterhausen zu betätigen. Am Abend des 5. Oktober um 18 Uhr steigt dort eine Antifa-Demo. Am 6. Oktober folgt ab 10 Uhr die antifaschistische Kundgebung mit anschließenden dezentralen Aktionen zum Nazi-Aufmarsch. Kultur gibts ebenfalls am 6. Oktober. Im Kato am Schlessischen Tor geben sich Los Fastidios und andere Punks die Ehre. Weiter gehts wieder eine Woche später. Am Sonntag, den 14. Oktober, spielen die Commandantes im Schnarub-Thumby in der Scharnweberstrasse (nähe U Samariterstrasse). Na dann, auf gehts!

Am 30. September 2007 findet in der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg Platz von 11-13 Uhr eine Informationsveranstaltung zum Thema „Ist jetzt alles Terrorismus? Die politischen Dimensionen des § 129″ statt. Veranstalter ist die Intitiative zur „Einstellung der §129a-Verfahren – sofort“ in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Die Rechtsanwältin Christina Clemm wird zum laufenden §129a-Verfahren gegen Oliver, Florian, Axel und Andrej informieren. Dr. Rolf Gössner, Präsident der Internationlen Liga für Menschenrechte, referiert zur Geschichte des §129a, seiner justizpolitischen und europäischen Dimension. Dr. Fritz Storim, politisch aktiver Physiker und Philosoph berichtet von eigenen Erfahrungen und Repressionen im Zuge von §129a-Verfahren. Und schlussendlich gibt Prof. Dr. Roland Roth einen Einblick in gegenwärtige und zukünftige Auswirkungen der Ausweitung und restriktiven Anwendung des §129 für sozialen Bewegungen. Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Britta Grell vom International Network of Urban Research and Action. Ein Besuch lohnt sich aufgrund der hochklassigen Anwesenden ganz bestimmt.

Ein weiterer wichtiger Termin fällt auf den 5./6. Oktober. Die Autonome Antifa Königs Wusterhausen ruft an beiden Tagen zu Aktionen gegen den am 6. Oktober geplanten Aufmarsch des neugegründeten NPD-Ortsverbandes auf. Die brandenburgische Kleinstadt Königs Wusterhausen ist nicht nur als Vertriebs- und Produktionszentrum der Marke „Thor-Steinar“ bekannt, sondern hat auch eine blutige, faschistisch-rassistische Geschichte. Schon in den 90iger Jahren tat sie sich mit der Gründung des ersten deutschen Abzweigs des Ku-Klux-Klans hervor. Des Weiteren gab es mehrere Anschläge auf Antifaschisten und Besetzer, wobei mindestens eine Person vor dem bekannten besetzten Haus „Schloss Zeesen“ erschossen wurde. Die Brutalität der Neonazis der 90iger hat sich zwar abgeschwächte, jedoch sind die Strukturen nicht verschwunden. Mit der Gründung des NPD-Ortsverbandes wird lediglich der ökonomisch-faschistoide Biedermaier politisch fortgesetzt und an alte, örtliche FAP-Traditionen angeknüpft. Deshalb findet am Vorabend des Nazi-Aufmarsches, am Freitag, den 5. Oktober, eine Antifa-Demonstration zur Sensibilisierung der Bevölkerung auf diese Thematik statt. Ab 10 Uhr am darauffolgendem Tag gibt es im Königs Wusterhausenen Neubauviertel eine antifaschistische Kundgebung, die Auftakt zu dezentralen Aktionen gegen die Demonstration der Neo-Nazis ist. Dort wird unter anderen die Band Knockout Allstars der progressiv.left.artist.front (plaf) spielen. (Flyer)

Und nun zum Kulturprogramm!

Am Samstag, den 6. Oktober, gibts im Kato unterm Schlessischen Tor eine paar nette Punk / Ska – Bands zu sehen. Hervorzuheben sind die Los Fastidios aus Verona, bekannt durch den Hit „Antifa Hooligan“ und auch vertreten auf dem „make capitalism history“ Mobilisierungssampler verschiedener radikallinker Gruppierungen zum G8-gipfel in Heiligendamm.

Am Sonntag, den 14. Dezember findet im Schnarup-Thumby in der Scharnweberstrasse (nähe U Samariterstr.) ein Konzert der Politpunks Commandantes statt. Sie werden wahrscheinlich ihre neuen Vertonungen klassischer Arbeiterlieder zusammengefasst auf der aktuellen CD „Für Brot und Freiheit“ vorstellen. Die sind neuerdings ein wenig experimenteller und probieren sich an sanftem (H)art-Core.

Also, „auf, auf zum Kampf…“ Leute!