Digitale Verhütung – Erstmal kräftig löschen!

Im ersten Teil zum herrschaftsfreien Tuning der heimischen digitalen Geräte soll es um die Grundreinigung gehen. Damit sind die Entfernung unnützer, alter oder einfach blödsinniger Daten gemeint. Denn was sich da so auf dem Computer rumtreibt und leise in vergessenen Schubkästen schlummert, wird oft unterschätzt. Datenmüll ist nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern kann auch die Rechnerleistung behindern. Wenn zuviel an Datenmüll die elektronischen Wege verstellt, lassen sich die relevanten Dateien schlechter finden.

Wenn Daten im Windows Explorer gelöscht werden, dann sind sie keineswegs komplett verschwunden. Im Gegenteil, es wird lediglich der Pfad zu ihnen gekappt. Sie können dann entweder aus dem Papierkorb, oder, etwas aufwendiger, durch Recovery-Tools, wie zum Beispiel mit dem kostenlosen Recover4all-Programm, wiederhergestellt werden. Dass heißt also, dass der Explorer nach dem internen Löschen die Datei zwar nicht mehr auffinden kann, die Daten aber auf dem Rechner verbleiben.

Auf dem alternativen eZine von ZDNet gibt es zwei interessante Artikel zu diesem Thema. Im ersten Artikel werden drei der wichtigsten freien oder open source Tools beschrieben. Der zweite Artikel stellt Programme vor, die als Shareware oder Demo Version zu Verfügung stehen. Auch der SWR hat sich zu diesem Thema geäußert und einige interessante Tipps parat. Bei der Auswahl des Programms sollte man aber aufpassen, ob es freie oder open source zur Verfügung gestellt wird. Nicht zu empfehlen ist eine Shareware oder Demo-Version. Denn bei beiden Formen ist es möglich, dass nach einer bestimmten Zeit – zwischen 14 Tagen und 1 Monaten – eine Registrierungsgebühr notwendig oder der Zugang gesperrt wird. Wer damit weiter arbeiten will, muss sich also etwas überlegen.

Eraser, von Heidi
Eines der verbreitesten Programme ist der Eraser von Heidi Computers ltd. Es ist ein freies Löschtool unter der GNU Lizenz. Leider ist es bisher nur auf Englisch erhältlich. Das Tool nutzt verschiedene Logarithmen um Daten unwiderruflich zu löschen. Sie werden dabei bis zu 35 mal bei der Gutmann-Methode überschrieben. Hilfreich ist, dass der Eraser im Windows Explorer eingebunden wird und einen Button anlegt. Das Tool kann bei ZDNet oder Softonic heruntergeladen werden.

File Shredder
Der File Shredder ist ein open source Programm, das ebenfalls sicher und unwiderruflich Daten vom Rechner löscht. Es kann auch freien Speicherplatz auf Speichermedien überschreiben und so unwiderruflich löschen. Es ist zwar ein reiner Eraser / Schredder, aber das kann das Tool sehr gut. Die gelöschten Daten konnten weder mit einem recovery-Programm noch im Labor wiederhergestellt werden. Es kann also sehr hilfreich zur Bereinigung von Datenträgern sein. Lange war es nur in Englisch runterzuladen, jedoch scheint es seit diesem Jahr auch eine deutsche Version zu geben.

Delete Assistant
Ein weiteres interessantes Programm ist der Delete Assistent. Dieser kann auch gesperrte Dateien löschen und so bei hartnäckigen Schädlingen durchaus hilfreich sein. Des Weiteren schützt er nicht mehr benötigte Dateien indem er sie mehrfach umbenennt, überschreibt und sie dann endgültig löscht. DasProgramm steht auch in Deutsch zur Verfügung.


5 Antworten auf „Digitale Verhütung – Erstmal kräftig löschen!“


  1. 1 Thomas 22. Oktober 2007 um 22:17 Uhr

    Eine kleine Anmerkung zu dem guten Artikel: Wenn es sich dabei um eine Reihe haldelt, dann empfiehlt es sich so was wie „Teil 1″ in den Titel zu schreiben.

  2. 2 Sebastian 03. November 2007 um 8:16 Uhr

    Hi, sollte man diese Serie nicht erweitern und erstens auf den Linux-Umstieg hinweisen, bzw. auf die Notwendigkeit des Schutzes auch dann. Und wie geht dieser?

  3. 3 machnow 03. November 2007 um 16:19 Uhr

    Hi Sebastian.

    Es ist schon richtig, dass das Problem des Betriebssystems vielleicht zu Beginn besser gewählt wäre. Das Thema „Löschen“ ist wirklich ein wenig zu banal. Ich werde dazu in einem gesonderten Text eingehen. Wobei ich der Meinung bin, dass Windows zwar scheiße & ein „Spionagetool“ ist, lässt sich doch recht stabil damit arbeiten. Einstellungen und Sicherheitslücken lassen sich ebenfalls schließen. Ich denke, viel wichtiger ist es Verschlüsselungs- und Anonymisierungstools zu nutzen. Es muss nicht gleich ein ganz neues Betreibssystem sein, obwohl auf lange Sicht die Einarbeitung auch in diese Alternativen geleistet werden müsste.

    Jedoch würde ich nicht nur Linux und Ubuntu als Alternative ansehen. Viele spannender finde ich hierbei das zwar weniger verbreitete, aber durchaus brauchbare System BSD und darunter das openBSD Projekt. Noch spannender sind jedoch die Live-System Anwendungen, die zum einen den Einstieg in das System bieten und Anonymisierung gewährleisten. Beispiele wären das wohl bekannteste auf Linux basierende Knoppix. Ein weiteres ist das unix-System oliveBSD.

    Gruss,
    Machnow

  4. 4 Thomas 03. November 2007 um 18:20 Uhr

    Hi Machnow,

    das mit den Betriebsystemen klingt sehr interessant. Wenn Du Zeit hast kannst du dazu ja einen eigenen Artikel verfassen, in dem die Vorteile der verschiedenen Alternativ-Systeme für den Laien erläutert werden.
    Wenn du schon gute Info-Quellen kennst, können wir den Artikel auch zusammen schreiben.

    Thomas

  5. 5 machnow 04. November 2007 um 13:31 Uhr

    thomas,

    zu den einstellungen bei windows kann ich einiges sagen. da gibts auch gute texte bei opensky. zum anfang sollten auf jeden fall die einstellungen zu benutzerkonten verändert und modifiziert werden. NIE KOMPLETT NUR IM ADMIN-MODUS ARBEITEN!

    als nächstes wären die passwörter dran. wer ohne LAN netzwerk arbeitet sollte sich auch noch den artikel zu datei- und druckerfreigabe und netbios zur gemüte führen… zu benutzerprofilen und passwörtern würde ich auf basis der artikel was schreiben. bei den betriebssystemen kenne ich mich nur bedingt aus und würde einen text dazu auf unbestimmte zeit verschieben. vorher kommt auf jeden fall noch nen artikel zu sicherheits- und verschlüsselungtools.

    also, wenn du helfen willst, kuck dir das opensky forum an.

    machnow

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.