Streik, Streik, Streik!

In Europa streikt es sehr. Nicht nur in Deutschland wehren sich die Arbeiter und Angestellten gegen unmögliche Forderungen des Kapitals. Auch in Frankreich wächst der Widerstand wieder. Seit Monaten streikt der Einzelhandel im gesamten Bundesgebiet. In Bayern und Baden Würtemberg fingen die Arbeitsniederlegungen an. Danach war Hamburg betroffen. Zur Zeit liegt ein Schwerpunkt in Berlin und Brandenburg. Aber ganz besonders penetrant ist die kleine Gewerkschaft GDL.

Seit Monaten schwellt ein unglaublicher Informationskrieg gegen dieses subversive Lokführersyndikat. Die Positionen der Rebellen werden regelmäßig missachtet, verdreht oder falsch wiedergegeben. Neuerdings wird der Infowar auch mit wissenschaftlichen Methoden ausgefochten. So titelte die Springer-Presse und ausgewählte bürgerliche Medien, wie Frankfurter Rundschau oder der süddeutsche öffentlich-rechtliche Rundfunk (SWR, RP), mit einer Forsa Umfrage, die behauptet, dass das Verständnis gegenüber den Streiks der GdL sinken würde. Infratest dimap jedoch kam in ihrer Standardbefragung zu einem ganz anderen Ergebnis. Die ARD publizierte ein steigendes Verständnis von 57 auf 64 Prozent. Eine nette Analyse zu den beiden Befragungen und dem beauftragenden Thinktank Berlinpolis, der gleichzeitig eingetragener Verein und Unternehmensberatung ist, gibts im HR-Blog.

Deshalb möchte ich den Genossen im Führerstand meine uneingeschränkte Solidarität versichern. Und, ich widme Ihnen das folgende Liedchen.

Streikpostenlied
joint venture, martin simon / götz widmann

Morgens früh um sieben stehen wir im kalten Wind
und warten auf die Schweine die nicht solidarisch sind
auf die, die nichts kapieren
und immer noch parieren.

Die ham die Bundesbahn verschleudert, die telekom dazu
ganz einfach weil sie pleite sind, der nächste der bist du!
Die sind nicht mehr solvent;
drum heißt es : „Zahl, fauler Student!“

Und solls ein ganzes Jahr uns kosten,
wir stehen auf dem Posten.
Im Westen und im Osten
Streik, Streik, Streik!

Wir lassen uns jetzt nicht mehr unsere Zukunft ruinieren,
um Eurofighter, Euro und Berlin zu finanziern.
Wenn ihr so weiter macht,
dann Deutschland: „Gute Nacht!“

Und solls ein ganzes Jahr uns kosten,
wir stehen auf dem Posten.
Im Westen und im Osten
Streik, Streik, Streik!

Morgens früh um sieben stehen wir im kalten Wind
und warten auf die Schweine die nicht solidarisch sind
und wenn wir hier überwintern,
ihr kriegt Feuer unterm Hintern.

Und solls ein ganzes Jahr uns kosten,
wir stehen auf dem Posten.
Im Westen und im Osten
Streik, Streik, Streik!
Streik, Streik, Streik!

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3 Antworten auf „Streik, Streik, Streik!“


  1. 1 Thomas 25. Oktober 2007 um 18:57 Uhr

    Von einem Infowar zu sprechen ist sicher nicht falsch. Man kann aber nicht behaupten, dass die öffentlich-rechtlichen Medien generell auf der Seite der Bahn sind. Neulich hab ich eine Sendung der Tagesthemen oder der Tagesschau gesehen, in der der GDL-Chef sehr lange interviewt wurde, so dass er seine Sicht der Dinge kund tun konnte.

    Umfrage-Ergebnisse sind nie gute Argumente. Forsa (und sicher auch andere Umfrage-Institute) befragt meist zwischen 17 und 21 Uhr. In dieser Zeit erwischt man Büroangestellte, aber keine typischerweise gewerkschaftlich organisierten Schicht-Arbeiter. Außerdem werden immer nur 1000 Personen befragt, was vielleicht als repräsentativ gilt, dennoch aber oft zu Abweichungen führt (siehe Wahlumfragen). Von Verfälschung der Eregbnisse im Sinne des Auftraggebers würde ich hier nicht sprechen.
    Ganz davon abgesehen wird eine Sache nicht dadurch richtig, dass sie von der Mehrheit gewollt oder gedacht wollt. Das ist die Diktatur der Mehrheit über die Minderheiten(en), die für die repräsentative Demokratie typisch ist.

  2. 2 machnow 25. Oktober 2007 um 20:22 Uhr

    Mit InfoWar meine ich eine gezielte Berichterstattug, die zwar in letzter zeit etwas positiver gegenüber der GDL erscheint, aber wichtige Informationen, wie die wirklichen Inhalte des Bahnangebotes verschweigt, das sich seit Monaten nicht ändert (zu finden bei der GDL „Bewusste Täuschung der Öffentlichkeit“, homepage). Es kann natürlich zum Teil trotzdem differenzierter erscheinen.

    ganz besonders interessant wird es aber bei der berichterstattung über TRANSnet und die von ihnen in den letzten jahren ausgehandelten tarifverträgen. dazu gehört nämlich, dass arbeitsplatzsicherheit nur bei einer VOLLSTÄNDIGEN privatisierung – die wirklich heute kaum mehr jemand fordert, bis auf mehdorn & seine heuschrecken – der bahn gilt (2003). dieses jahr steht drin, dass der vertrag nur gilt, wenn die GDL diesselben parameter unterschreibt. also, bahn transnet haben kein interesse an einem selbstständigen tarifvertrag…

  3. 3 charlie 25. Oktober 2007 um 20:51 Uhr

    Eine Radiosendung und eine Veranstaltung zum Thema.

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