Get up, stand up!

Vor 15 Jahren, am 21. November 1992, wurden vier Jahren junge Unangepaßte am U-Bahnhof Samariterstrasse im Berliner Friedrichshain durch Neonazis angegriffen und verletzt. Der Hausbesetzer Silvio Meier starb durch mehrere Messerstiche. Am Samstag findet ihm zu Ehren und um auf bedrohte Hausprojekte aufmerksam zu machen eine antifaschistische Demonstration statt.

In den 90iger Jahren war der Bezirk Friedrichshain insbesondere die Gegend zwischen Frankfurter Tor und Frankfurter Allee eine Besetzerhochburg. Mehrere Hausprojekte befanden sich in der näheren Umgebung. Heute ist davon wenig übrig geblieben. Einige Projekte halten sich noch, sind jedoch akut von Räumung bedroht.

Ein Hausprojekt befindet sich in der Liebigstrasse 34. Dazu gehört die Wirtschaft XB-Liebig und der Infoladen daneben. Dieses Projekt ist seit Jahren bedroht. Zuletzt eskalierte der berlinweit bekannte Räumungsvermieter Suitbert Beulker durch unangemeldeten und staatlich unterstützten Besuch bei den Hausbewohnern. Die Besuchten reagierten spontan mit einer Party und einer Demonstration.

Ein weiteres bedrohtes Projekt ist die Rigaer Strasse 94. Im Sommer brach dort Feuer aus und das Haus wurde massiv in Mitleidenschaft gezogen. Heiße Sanierung nennt man sowas. Ob der schon genannte Vermieter Beulker etwas damit zu tun hat, ließ sich nicht klären. Doch verwundern würde es nicht. Ihm sind massive Repression, Rechtsbruch und Ignoranz zur Durchsetzung seiner menschenverachtenden Praxis durchaus zuzutrauen. Trotz der warmen Räumung formierte sich schnell Widerstand und Solidarität. Die Zukunft ist aber trotzdem durchaus als schwierig einzuschätzen.

In der näheren Umgebung befinden sich noch weitere autonome Projekte. So ist in der Kinzigstrasse das K9 zu finden. In der Scharnweberstr ist das Schnarup-Thumby. In der Schreinerstrasse befinden sich gleich zwei Projekte, das Schreiner5 und Schreina47. Ebenfalls nicht weit entfernt ist das Areal um den RAW Tempel in der Revaler Strasse am S-Bahnhof Warschauer Strasse.

Trotz der massiven Präsenz alternativer Kultur und Strukturen häufen sich auch im Friedrichshain Übergriffe auf Unangepaßte, Immigranten und Trans-Gender. Deshalb ist es um so wichtiger, sowohl den Nazis nicht nur im Weitling-Kiez, als auch den hippen Friedrichshainer Unpolitischen zu zeigen, dass es immer noch engagierte, linke Strukturen gibt.

Also, am Samstag, den 24. November um 16 Uhr auf zur U-Bahnstation Samariterstrasse, zum antifaschistischen Spaziergang.


4 Antworten auf „Get up, stand up!“


  1. 1 Kai 05. Dezember 2007 um 17:48 Uhr

    Ich hab in den Jahren 91-96 in der Kreutziger gelebt und kann mich gut and die Zeit damals erinnern. Umso schöner finde ich es, dass Silvio noch nicht vergessen ist.

  2. 2 Machnow 05. Dezember 2007 um 22:29 Uhr

    in der zeit war ne menge los, aber sehr viel iss davon nich mehr übrig. slivio wird so schnell nich vergessen werden. leider auch, weil in dieser gegend immer wieder übergriffe zu beklagen sind und nazis sich ungestört bewegen können. sogar am boxi… naja, die demo hat aber wieder hoffnung gemacht! und diesmal kriegen se die gedenkplatte nicht raus!

  3. 3 Kai 06. Dezember 2007 um 11:19 Uhr

    Kann ich mir vorstellen. Der Niedergang ging ja damals schon mit der Räumung der Mainzer los (ganz großes Kino). Ich – weit weg von Berlin – war schon seit Jahren nicht mehr dort, schau aber im Dezember mal vorbei. Mal schaun, was der Fascho-Dreck so macht.

  4. 4 Butch Jonny 06. Dezember 2007 um 15:33 Uhr

    Die 90iger danach waren auf jeden Fall heftig. Dann hatte es ishc wieder ein wenig beruhigt. Aber seit circa 2-3 Jahren gings wieder los. die BFC hool equipage iss da nich ganz unschuldig fdran. ausserdem scheint sich lichtenberg (weitlingkiez) immer mehr zum rechten rückzugsraum entwickelt zu haben. die wohnen jetzt da in massen…

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