Archiv für Februar 2008

Gelesen (5): Die Zukunft des Staates – vom klassischen Liberalismus zum libertären Sozialismus

Zukunft des Staates Heute möchte ich das Buch „Die Zukunft des Staates“ des amerikanischen Wissenschaftlers, Aktivisten und Anarchisten Noam Chomsky vorstellen. Der Text des Buches entstand während eines Vortrags im New Yorker Poetry Center am 15. Februar 1970 – hat aber nach wie vor kaum etwas an seiner Aktualität verloren. Der Text wird durch ein Interview vom 24. März 2005 mit Noam Chomsky in Berlin ergänzt.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil beschäftigt sich Chomsky mit den Ideen des klassischen Liberalismus, im zweiten Teil geht er darauf ein, wie sich aus dem Liberalismus der libertäre Sozialismus ableiten lässt. Im dritten Teil geht es um Staatssozialismus und -kapitalismus, also einerseits um Planwirtschaft sowjetischer Machart, andererseits um den von Konzernen und der privaten Machtelite gelenkten totalitären Kapitalismus westlicher Prägung. (mehr…)

Anonymes Surfen

AnonymizerEin interessanter Artikel über anonymes Surfen ist bei Telepolis erschienen. Darin wird das kommerzielle Anonymisierungstool von Anonymizer.com vorgestellt. Die Basisversion kostet 30 $, eine Erweitungung zum Beispiel für die Nutzung von Instant Messagern kostet satte 100 $. Als großer Vorteil gegenüber nicht kostenpflichtigen Alternativen wie TOR und Jabber ist laut Test von Telepolis die hohe Surf- und Downloadgeschwindigkeit. Die geringe Geschwindigkeit ist ein Hauptgrund, warum sich Anonymisierungstools bisher als nur beschränkt brauchbar erwiesen haben. (mehr…)

Fiorentina vs. Livorno

Heute gehts das erste mal ins Stadion. Es spielt ACF Fiorentina gegen AS Livorno im Stadio Artemio Franchi. Übrigens, es passen in dieses Stadion 47.282 Leute rein. Fiorentina steht zur Zeit auf Platz vier mit 41 Punkten und wird höchstwahrscheinlich um die Relegation zur Championsleague mitspielen. Livorno hat im letzten Spiel am Sonntag zu Hause unglücklich gegen den SSC Napoli. Wieder einmal bekommen sie in den letzten Minuten ein Tor rein. Diesmal in der dritten Minute der Nachspielzeit. Auswärts war Livorno letztens stark. Gegen Milan hat sogar fast zum Sieg gereicht. Also. Livorno olè! (mehr…)

Gelesen (4): Abschalten. Das Anti-Medien-Buch

Abschalten'' class= In unserer am 19. Februar gestarteten Literaturreihe sind bisher zwei Romane und ein Krimi erschienen. Als erstes Sachbuch in dieser Reihe macht nun Hektor Haarkötters medienkritisches Buch „Abschalten“ den Anfang.

Der Mensch ist ständig von Medien umgeben. Der Übergang von einer oralen Kultur mir direkter Kommunikation zu einer Schriftkultur mit überwiegend indirekter Kommunikation hat sich längst vollzogen. Studien zufolge verbringen die Menschen in Deutschland durchschnittlich 10 Stunden am Tag mit der Nutzung von Medien. Hektor Haarkötter, selber Fernsehjournalist und freier Autor, hat sich diesem auch politisch bedeutsamen Thema angenommen und eine profunde Medienkritik herausgebracht. Nacheinander arbeitet er sich an den Medien Buch, Zeitung, Fernsehen und Internet ab und stellt dabei die Protagonisten der Medienkritik der letzten Jahrhunderte vor. Haarkötter geht es in seinem Buch keineswegs darum die positiven und negativen Eigenschaften der verschiedenen Medien herauszuarbeiten. Im Vorwort stellt er klar, dass die Kommunikationsmittel sicher auch eine aufklärerische Wirkung haben und für die Menschen von großem Nutzen sein können, in seinem Buch möchte er aber die negativen Medieninterpretationen beginnend bei Platon bis in die heutige Zeit nachzeichnen. (mehr…)

Keine Geschäfte mit Nazis! Tønsberg muss weg!

Am 22. Februar fand eine Demonstration gegen den Thor-Steinar-Laden in der Rosa-Luxemburg-Strasse, in Berlins Mitte, statt. Es mobilisierten die Antifaschistische Linke Berlin, die Jusos, die Grüne Jugend, die antikapitalistische Linke in der Linkspartei und weitere Jugendorganisationen. Es beteiligten sich circa 500-600 Demonstranten. Eigentlich sollte die Demoroute direkt am Laden vorbei führen. Das war der Berliner Polizei wohl zu heikel, so dass sie diesen Teil der Route untersagte und den Protest, der auch von Anwohnern und lokalen Gewerbetreibenden unterstützt wird, empfindlich störte und den Naziladen schützte. (mehr…)

Gelesen (3): Der Fremde

Der Fremde Die Konfrontation des Individuums mit der Gesellschaft wird in diesem Roman von Albert Camus thematisiert. Das Individuum in dieser Geschichte ist ein antriebsloser Mann, der sich nicht im Geringsten für seine Umwelt interessiert und dem die Anstrengung nachzudenken offenbar zuwider ist. Die Beerdigung seiner Mutter betrachtet er als einen formalen Akt, ob er seine Geliebte heiratet oder nicht ist ihm gleichgültig und seinem offensichtlich gewalttätigem Nachbarn leistet er Hilfe. Alltägliches und Banales sind das einzige, worüber der Protagonist nachzudenken vermag. Alles was darüber hinaus geht und ihn nicht direkt tangiert ist ihm gleichgültig. (mehr…)

Italien für Fussball-Touristen

Was macht ein Deutscher in Italien? Er lässt sich’s richtig gut gehen, isst gut, schaut endlich mal richtig guten Fußball, zwar nicht im Fernsehen und auch nur, wenn er sich ’ne Woche vorher entscheiden kann, aber dann schon. Es zeigt sich also, dass es sich immer lohnt nach Italien zu fahren. Deshalb geht aka auch genau dorthin on Tour. Und damit wir nicht ganz kulturell untergehen dokumentieren wir hier für uns ganz persönlich kleine Regeln für den jungfräulichen Italientouristen, die freundlicherweise Mister Altravita schon einmal zusammengestellt hat. (mehr…)

Blackwater tötet mit deutschen Waffen

Blackwater Das bedeutenste deutsche Waffenunternehmen für Pistolen und Gewehre, die Heckler & Koch GmbH, steht seit mindestens zwei Jahren mit dem amerikanischen Söldnerunternehmen Blackwater in engem Kontakt. 2006 hat die Firma auf ihrer Website von einer „einzigartigen und strategischen Partnerschaft“ gesprochen. Heckler & Koch wird vorgeworfen gemeinsam mit Blackwater Waffen entwickelt und Seminare zu deren Benutzung durchgeführt zu haben. Eine gemeinsame Waffenentwicklung wird von dem Unternehmen allerdings bestritten – in diesem Fall stellt sich aber die Frage, worin die Einzigartigkeit der Partnerschaft dann bestand. (mehr…)

Der Problemkiez ist antifaschistisch!

Es gibt eine neue Zeitschrift in Neukölln. Ich hoffe sie wird’s ab jetzt öfter geben. Aufgelesen hab ich sie im Syndikat in der Weisestrasse. Gelesen wurde sie im öffentlichen Nahverkehr Berlins. Aber auch im Virtuellen (pdf) treibt es ihr Unwesen. Bei indymedia stellt sie sich auch schon vor. Und, wie sonst, als Problembezirk sollte eine solche Zeitung auch heißen. Super finde ich, dass die Zeitschrift zweisprachig aufgebaut wurde. Der Inhalt ist, im Gegensatz zum Namen, recht unironisch. Es gibt Informationen zu lokalen Neonazi-Strukturen, Interviews, Berichte, Rechtstipps und einen sehr schönen, ausführlichen Informationsteil mit Adressen und Terminen für’s alternative Neukölln. (mehr…)

Gelesen (2): Tannöd

Tannöd„Tannöd“, ein Krimi von Andrea Maria Schenkel, hat sich sehr lange in den deutschen Bestenlisten (gemessen an den verkauften Exemplaren) gehalten und musste sich nur von Harry Potter geschlagen geben. Ein äußerst erfolgreiches Buch also, aber es fragt sich schon warum. Sicher, das Buch ist spannend, ziemlich originell in der Handlung und am Ende kommt der für jeden Krimi obligatorische Aha-Effekt. Sprachlich ist der Krimi ausgereift, die Monologe der zahlreichen Charaktere sind sehr realitätsnah dargestellt. Aber das allein reißt wohl niemandem vom Hocker und kann schwer der Grund für den gewaltigen Erfolg sein. (mehr…)