Termine im Februar

Im Februar gibts auch wieder einiges in Berlin zu erleben. Am Anfang überfallen hippe Filmtreibende und ihre Jünger die Stadt. Ihren quasireligiösen Kirchentag nennen sie Berlinale. Lediglich die Sonderreihe War at Home vom 8.-15. Februar würde ich empfehlen. Etwas radikaler und absolut antikapitalistisch gebärdet sich die Autonome Vollversammlung am 13. Februar um 19:30 Uhr im Mehringhof. Wichtig zu erwähnen ist ebenfalls das Hausfest der Köpi am 22./23. Februar mit einigen Bands, DJs, Performance, VoKü uvm. Die laute Bastion im Kampf um Freiräume wird mit 18 Jahren nun endlich volljährig. Unser persönliches Highlight gibts Ende Februar mit aka on tour.

Aber lasst uns einzeln, ausführlich und informativ die einzelnen Termine vorstellen.

Da wären zunächst die 58. Internationalen Filmfestspiele Berlin, auch Berlinale genannt. Wie jedes Jahr treffen sich Cinophile, Stars des Spektakels und andere Verrückte um seltene, unverkäufliche Filme zu schauen, Projekte zu planen, Filme zu bewerten und mal so richtig die Sau rauszulassen. Das komplette, völlig unübersichtliche Programm gibts als pdf. Der Film Football Under Cover erscheint mir ausserordentlich interessant. Er beschreibt die Reise der deutschen Fussballnationalmannschaft der Frauen zu einem Spiel im Iran. Sie treffen auf emanzipierte muslimische Frauen, die sich ihren Spaß nicht verderben lassen wollen. Die sportlichen Kontrahenten verwandelns ich zu politischen Kollaboratoren der Emanzipation. Des Weiteren lohnt sich die Filmsonderreihe War at Home, die in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für Politische Bildung die Ausstellung ’68 – Brennpunkt Berlin im Amerika Haus ergänzen soll. Die Filme laufen im Filmpalast am Kurfürstendamm. Karten gibts nur am Vorführungstag eine Stunde vor Beginn der Aufführung an der Tageskasse. Die Filme beginnen am 8. bis 15. Februar jeweils 18 Uhr. Einheitseintrittpreis ist leider 7 Euro. Doch manche Filme lohnen sich wirklich. Da wäre zum Beispiel die für die Reihe namensgebende Dokumentation The War at Home von 1979 über die Anti-Vienamkriegsbewegung in den Vereinigten Staaten. Er läuft am Samstag dem 9. Februar. Am Dienstag gibts den politischen Experimentalfilm in dem Ho Chi Minh als antiimperialistischer Held inszeniert wird. Der Film heißt propagandistisch treffend In the Year of the Pig. Die Rechtfertigung des Krieges liefert Hollywood in Western Manier mit dem Film The Green Berets, der am Donnerstag dem 14ten läuft. Es gibt noch einige andere Hollywood Produktionen und Dokumentationen, die ich aber ehrlich gesagt nicht so interessant finde.

Ein weitere Termin in dieser Zeit ist das Vorbereitungstreffen zum Klimacamp im Sommer. Es findet alle zwei Wochen im New Yorck 59 als Offenes Treffen um 19:30 Uhr statt. Die Autonome Vollversammlung findet wieder im Mehringhof statt und beschäftigt sich diesmal mit Demokonzepten der Vergangenheit und den Lehren daraus für die Zukunft. Das Out of Control Konzept wird wohl insbesondere besprochen werden. Mittwoch, den 13ten gehts ab 19:30 Uhr los. Am 20ten gibts auch noch einen interessanten Termin. Im Baiz präsentiert der A-Laden das Nordhäuser Strike-Bike als erfolgreiche anarchosyndikalistische Kampagne.

Am Wochenende des 22./23. Februar feiert das Köpi sein 18jähriges Bestehen mit einer ordentlich fetten Sause. Am Freitag gehts ab 19 Uhr los. Es gibt Vokü, Siebdruck, eine queere Performance, Konzerte und Party im Keller. Ab 21 Uhr gibts im Peliculoso ecklig gruseliges Videokino mit Hellraiser I und Hellraiser II / Hellbound. Am Samstag gehts ab 19 Uhr weiter. In der Sporthalle musizieren die Mädels und im Koma F spielen die Jungs zum Punk auf. Ausserdem gibts Zirkus, noch mehr Konzert und ein Homolesbitransqueeres Tanzvergnügen.

Wer Feiern als Belohnung für nützliche Betätigung betrachtet, kann sich einer solchen ebenfalls am Samstag widmen. Wie jedes Jahr werden Nazis versuchen ihrem Märtyrer, demvon einem Juden ermordeten Horst Wessel, Chef der Sturmabteilung, zu huldigen. Ab 15 Uhr mobilisiert ein antifaschistisches Bündnis zum Protest mittels einer Kundgebung an der Prenzlauer Allee / Mollstrasse unter dem Motto Keine Träne für Wessel! Ab 13 Uhr wird es einen Infopunkt im Bandito Rosso geben, wo Nazi-Aktivitäten für diesen Tag gesammelt werden. Also, dieses Wochenende sollte niemand verpassen. Wird bestimmt ’ne Menge los sein!

Die Woche drauf ist aka übrigens on the road. Wir verschwinden in geheimer Mission in Richtung Süden. Mal sehen wat uns da erwartet. Im März sind wir dann wieder da.