Black Bloc vs. Pop Star Democrats

Zur Zeit kursieren zwei interessante Videos zur Wahl in Amerika. Das eine unterstützt offen Barak Obama, das andere greift das die politische Meinungsbildung in Amerika an. Das positive Video faselt etwas von Change, Hope und heißt Yes, we can. Es singen verschiedene Größen des Pop-Biz unter Leitung von Will.I. Am. Das wütende Werbe-Video für den Black Bloc stammt von Eminem und heißt Mosh.

Die Veranstaltung, die grad in Amerika läuft und sich Vorwahlen nennt, scheint sehr kompliziert. Es führen Kandidaten Wahlkampf gegen einander, die eigentlich in derselben Partei sind. Noch merkwürdiger ist, dass die sich gegenseitig richtig böse anmachen. Auf Demokratenseite sind jetzt nur noch Barak Obama, ein Afroamerikaner, und Hilary Clinton, eine weiße Katholikin, übrig geblieben. Bisher lag Hilary ganz vorn. Obama holt aber immer mehr auf. Jetzt bekommt er auch noch ganz unerwartete Unterstützung aus der mtv-Generation.

Das who-is-who der afroamerikanischen und demokratischen Popkultur spricht attraktiv visuell aufgearbeitet zusammen mit Obama eine seiner Reden. Will.I.Am von den Black Eyed Peas ist der Urheber. Herbie Hancock ist ebenfalls dabei. Scarlett Johannson versucht so auszusehen, als ob sie singen könnte. Aber es sind auch noch ganu viele Fernsehstars dabei. Adam Rodriguez von CSI:Miami zum Beispiel reckt sogar ganz verwegen die linke Faust. Mit ihm treten auch andere Darsteller aus den affirmativ inszenierten kriminalistischen Beweisführern der CSI Reihe auf. Ein anderer Serien Star ist Kate Walsh, die bei Grey’s Anatomy mitspielt. Aber lassen wir das Aufzählen überbezahlter Seriendarsteller. Denn am Programm von Obama ändert es dann doch nix. Change mag interessant klingen. Hope ist auch nicht schlecht. Aber Sozialismus oder auch Kommunismus ist noch tausend mal besser. Dass will aber weder Obama, noch Clinton.

Eminem hat zwar auch nix mit der radikalen Linken zu tun. Jedoch scheint er näher an den Unterklassen zu sein. Eine Wahl gibt es dort nämlich nicht. Nur Wut und Frustration. Change kommt dort nicht vor. Hope schon gar nicht. Revolution ist aber auch bei ihm nicht aktuell. Sozialismus und Kommunismus erst recht. Eminems Song heißt mosh und kommt ganz unparlamentarisch als quasiwerbe Clip für den Black Bloc daher.

Auch dieses Video erschien erstmals auf mtv. Auch diese Art wütender Musik ist Pop, doch nicht weichgespülter Harmoniesülz, sondern eher ein if the kids are united (video) Kracher, der die Frustration dunkel und zerstörerisch ästhetisiert. Um so erstaunlicher ist es, dass die Videopremiere im Oktober des letzten Jahres ein riesen Erfolg war. Den Senat stürmen und demonstrieren schon doch nicht ganz out zu sein in der neuen hiphop-mtv-Generation. Womöglich, weil er ausdrückt, was die Nominees schweigen. Schon fast obszön rebellisch brühlt der Song die irrationale Forderung heraus: Bring home the troops. Der Refrain geht sogar noch einen Schritt weiter.


    Alle, ob oben, an der Seite oder in der Mitte,
    Kommt zusammen, lasst uns alle ein wenig Bomben werfen, Stress machen,
    Lasst es sich allmählich aufbauen von vorne nach hinten,
    Alles, was ihr sehen könnt, ist ein Meer von Leuten, manche weiß, manche schwarz,
    Egal, welche Hautfarbe, was zählt, ist, dass wir zusammenhalten,
    Um für dieselbe Sache zu feiern, egal welches Wetter,
    Wenn’s regnet, lasst es regnen, je nasser, je besser,
    Sie werden uns nicht aufhalten, können sie nicht, wir sind stärker denn je,
    Sie sagen nein, wir sagen ja, sie sagen uns Stopp, wir sagen weiter,
    Rebellen, die mit einem Rebellenschrei die Hölle heraufbeschwören,
    Wir werden es sie wissen lassen,
    Stampft, stoßt, drängelt, zermatscht, macht Bush fertig, bis er unsere Soldaten zurück nach Hause bringt.

Obs was hilft, weiss ich nicht. Trotzdem gut, dass es solche Musik noch gibt. Bush ist aber auch sowat von out. Nur, ob es Obama oder Clinton anders machen würden, wag ich zu bezweifeln. Die anderen zwei Clowns ganz rechts, wären jedoch wahrscheinlich noch schlimmer. Na, mal sehen, für welchen Vertreter der oberen Mittelschicht sich die Amerikaner entscheiden werden. Der Change Mann hätte es verdient. Aber auch ein afroamerikanischer Präsident garantiert keine Veränderung, wie der Fernsehjunkie in der üblen Homeland Security Werbesendung 24 lernen durfte.

No more blood for oil!
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