Die Polizei mag die Clownsarmy nicht! Oder vielleicht doch?

Die Clandestine Insurgent Rebel Clown Army (CIRCA) hat dieser Tage mit merkwürdigen Komplimenten zu kämpfen. In Köln ist die Polizei ganz neidisch auf ihre positiv-typischen Attribute. Aber auch ihre taktischen und strategischen Fähigkeiten wurden von der Kriminaloberkommissarin Schulze Hobeling, besser bekannt unter ihrem Spitznamen die Merker, lobend hervorgehoben. In München dagegen lobt das Kreisreferat für Demonstrationen zwar die unglaublich hübsche theatralische Nachahmung des Marschierens im Stechschritt, droht aber diese als strafbare Vermummung zu bewerten.

Auf jeden fall ist es denn staatlichen Organen aufgefallen, dass es bei der sogenannten ClownsArmy um eine Rebellenguerilla handelt, die auf theatralen Weg und subversiv militante Gewalt- und Hierarchiestrukturen hinterfragt. Jedoch ist der Ansatz nicht im gleichen Maße aggressiv, wie der der Sicherheitsorgane, sondern im positiven Sinne lächerlich. Damit ist gemint, das nicht Ausgrenzung und physischer Angriff die Taktik ist, sondern das Lachen, das vereint und entlarvt. Die Münchener Staatsanwaltschaft möchte nun ein Exempel statuieren und diese bösartigen Clowns bestrafen. Das brutale Vorgehen der Polizei gegen die Proteste rund um die Sicherheitskonferenz muss ja irgend wie gerechtfertigt werden. Ausserdem müssen die Staatsbeamten und Soldaten gegen Provokation und Verunsicherung geschützt werden. Aber was hat nur der Vermummungsvorwurf damit zu tun.


    Während der Versammlung am 9.2.2007 und 10.2.2007 nahmen laut Schreiben des PP München vom 11.1.2008 bis zu 15 Personen teil, die als Clowns kostümiert waren. Durch ihr Auftreten wären die Einsatzkräfte durch zum Teil theatralische Nachahmungen wie z.B. „Marschieren im Stechschritt“ provoziert und verunsichert worden. Die Teilnahme an Versammlungen in derartiger Aufmachung werde von der Staatsanwaltschaft München I als strafbare Vermummung bewertet.

Die Polizei in Köln hat da ganz andere Analysen formuliert. Im Strafprozesses gegen drei Angehörige der Rebel Clown Army, Batallion Köln enthüllte ein Vermerk der Kriminaloberkommisarin Schulze Hobeling durchaus Symphatien gegenüber der NasenGuerrilla. Die Frau Obermerkerin lobt ausdrücklich die Taktik und Strategie, aus der wandelbare Aktionsformen und unbegrenzte Möglichkeiten erwachsen. Des Weiteren besticht sie mit einer unglaublichen Kenntnis der Materie und messerscharfen Auffassungsgabe.


    Die „Rebel Clown Army“ ist keine Organisation, sondern mehr eine „Störung“, der sich jeder anschliessen kann, der seinen Protest „effektiver“gestalten möchte, als bloße Teilnahme an einer Demonstration. Es ist bekannt, daß sich die Aktivisten der „Rebel Clown Army“ jeweils örtlich zu einem lockeren „Bataillon“ zusammenschließen, ohne jedoch eine klare Struktur, bzw. einen organisierten Aufbau erkennen zu lassen.

Aufgrund dieser fundierten Kenntnisse, übrigens hier dokumentiert, staatlicherseits freuen sich die einzelnen Individuen und Clowns der Rebellen auf eine ganz neue Phase der Zusammenarbeit. Denn Uniformierte weltweit sollten ihr militärisches Auftreten lediglich zum Zwecke der Belustigung nutzen. Die Störungen sowohl von Team Green als auch von Team Bunt kann deshalb nur ein Anfang sein.


    Dass die Polizei an diese geheimen Grundsätze der Clownsarmee gelangen konnte, lässt für die Zukunft ein sehr viel besser abgestimmtes Verhalten im Umgang mit den Clowns vermuten. Besonders wird den Einsatzkräften der Polizei dabei auch die Kenntnis des Leitspruchs der Clowns hilfreich sein: „Wir können nicht tadellos und schön beginnen. Vor Sein Angst nicht haben ein Dummkopf; als Dummkopf beginnen.“

Na dann, quietsch, quietsch!


1 Antwort auf „Die Polizei mag die Clownsarmy nicht! Oder vielleicht doch?“


  1. 1 Thomas 14. Februar 2008 um 23:46 Uhr

    Das Beispiel der Frau Schulze Hobeling zeigt, dass ein Pöstchen in der Staatsapperatur die Auffassungsgabe und die Spaßempfindungsfähigkeit doch nicht vollkommen zersetzt.

    Das das Verkleiden als Clown eine sehr „effiziente“ Demonstrationsform ist, kann man auch mit gutem Recht behaupten. Da ist es klar, dass dagegen mit gerichtlichen Mitteln vorgegangen werden soll.

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