Norwegen kämpft um seine Fahne

Die Thor Steinar Scheisse gerät zunehmend auch aus der Zivilgesellschaft unter Druck. Der tagesspiegel berichtet, dass die staatlichen Organe von Norwegen Anzeige wegen widerrechtlicher Verwendung staatlicher Hoheitszeichen gestellt hat. Der Gesandte des Staates Norwegen, Andreas Gaarder, bekräftigte, dass unsere Staatsflagge, als Symbol des demokratischen Norwegens, nicht weiter in Verbindung mit dem rechtsextremen Milieu gebracht werden soll.

Ausserdem lobte Gaarder ausdrücklich das zivilgesellschaftliche Engagement von Anwohnern und Politikern gegen die Modemarke und ihre Läden. Der Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy (SPD) reagierte prompt. Er lobte die Initiative von Norwegen und hofft auf ein erfolgreiches Verfahren. Schon im November letzten Jahres wurde ein Bußgeldbescheid über 2000 Euro mit dem selben Vorwurf an die Protex GmbH in Königs Wusterhausen verschickt, die Thor Steinar vertritt. Der Geschäftsführer der Mediatex GmbH, Uwe Meusel, legte dagegen Widerspruch ein, der am 31. März vor dem Amtsgericht Potsdam verhandelt wird. Falls das Gericht zu Gunsten des Staates Norwegen entscheidet, dann müßten nach der Zahlung des Bußgeldes alle Norwegenflaggen auf den Stinkeklamotten von Thor Steinar rückwirkend und zukünftig entfernt werden. Ein Sprecher des Bundesamtes für Justiz erläutert, dass es dann nur zwei Möglichkeiten geben würde. Die Flagge abmachen oder, wo das nicht geht, das Kleidungsstück vernichten.

Aber auch die Läden der Scheißmarke geraten unter Druck. Der Thor Steinar Shop – Narvik – in Magdeburg muss jetzt nach einem aktuellen Urteil des Magdeburger Landgerichts unverzüglich geräumt werden. Der Tönsberg-Laden in der Berliner Rosa-Luxemburg-Strasse ist ebenfalls unter Druck. Der Vermieter hatte nach Protesten, Farbbeutelattacken, und Eingaben der Anwohner und Gewerbetreibenden schon nach 5 Tagen gekündigt. Aber das deutsche Mietrecht könnte die Räumung erschweren. Es heißt also den Auszug ein wenig zu beschleunigen.

Deshalb mobilisiert die Antifaschistische Linke Berlin zu einer Demo gegen den Laden am 22. Februar ab 17 Uhr. Denn, die Kündigung des Vermieters bietet keinen Grund abzuwarten. Denn, auch dem Laden in Magdeburg wurde gekündigt, jedoch erst jetzt muss geräumt werden. Es liegt an uns jetzt nicht einzuknicken, sondern den Druck auf den Laden und seine Kunden hoch zu halten, zu informieren was „Thor Steinar“ ist und mit offensiven und kreativen Aktionen den Laden nicht zur Ruhe kommen zu lassen.

    Weg mit „Thor-Steinar-Läden“ in Berlin und anderswo!
    Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!
    Demo gegen den „TØNSBERG“

    Freitag, 22. Febuar 2008, 17 Uhr
    S-Bhf. Oranienburger Straße


4 Antworten auf „Norwegen kämpft um seine Fahne“


  1. 1 Mac Gyver 17. Februar 2008 um 1:02 Uhr

    Ohne den Norwegern wäre das alles so dumm weitergegangen. Norwegen musste bekanntlich unter deutscher Besatzung im 2. Weltkrieg schwer leiden. Die arische Rasse hatte da auch keine Rolle mehr gespielt, dies zeigt wieder mal eindeutig, wo der Faschismus am Ende landet, nämlich im Selbstmord. Da das Übel nun auch außerhalb Deutschlands erkannt wurde, ist mehr Schwung in die Sache rein gekommen. Es bleibt zu hoffen übrig, daß sie den Kommerz-Neonazis endgültig das Handwerk legen.

  2. 2 Mister Altravita 19. Februar 2008 um 11:40 Uhr

    Also das eigentlich dramatische finde ich nicht, dass es so eine Marke gibt, das ist halt Kapitalismus, würd ich nicht anders erwarten. Erschreckend ist, dass offenbar genügend Hirntote als Zielgruppe in Deutschland herumtapsen, um so eine Marke wirtschaftlich interessant zu machen und das ebendiese Hirntoten kein Problem damit haben (oder bekommen), sich auch noch offen als Hirntote zu uniformieren. Hintergrund, dass es so einen Dreck wie Thor Steinar überhaupt gibt ist doch, dass viele Leute sowas kaufen, ohne sofort ins gesellschaftliche Abseits befördert zu werden.

    Und das sagt jemand, der für einen winzigen Aufnäher der „Brigate Rossonere“ in Deutschland 260 EUR wegen „Verwendens verfassungsfeindlicher Symbole“ riskiert.

  3. 3 Thomas 19. Februar 2008 um 13:51 Uhr

    In Italien soll es durchaus ähnlich schlimm sein, wie ich gehört habe. Zum Beispiel soll des Hitler-Wein in nicht allzu wenigen Weinhandlungen geben. Ich befürchte Hirntote sind ein weltweites Phänomen.

  4. 4 Mister Altravita 19. Februar 2008 um 17:17 Uhr

    Duce-Devotionalien gibt es an jeder Ecke und für ne Flasche Mussolini-Wein brauch ich nur in den Touri-Shop an der Ecke, da steht der im Schaufenster. Selbstverständlich sind Hirntote ein weltweites Phänomen, sie stellen sogar die Mehrheit.

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