Kiezspaziergang gegen Gentrifizierung!

Mediaspree Versenken Spaziergang

Das Projekt mit Namen Mediaspree betrifft die architektonische, soziale und kulturelle Verwertung des Spreeufers zwischen Jannowitz- und Elsenbrücke. Vorangetrieben wird es von verschiedenen Investoren. Ihr Organ ist der fadenscheinige gemein(un)nützige Verein Regionalmanagment Mediaspree, dem laut Satzung Eigentümer, Mieter oder Pächter eines Grundstücks oder einer Immobilie im Spreeraum beitreten können. Diese müssen sich aber zur Förderung der stadträumlichen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des media spree Raums in Berlin verpflichten. Die Ziele & Aufgaben des ominösen Vereins lesen sich wie eine Anleitung zur kapitalistischen Verwertung urbaner Räume, wissenschaftlich korrekt Gentrifizierung genannt. Benutzt werden so ekelhafte Worte wie Leitbilder und Entwicklungsstrategien, oder auch konsensfähige Handlungsempfehlungen und Entscheidungshilfen für alle beteiligten Akteure, noch besser ist jedoch


    Erarbeitung konzeptioneller Lösungsansätze zur dauerhaften Etablierung des Regionalmanagements mit den dargelegten Aufgabenschwerpunkten über die eigentliche Projektlaufzeit hinaus als dann privat finanziertes Angebot.

Das heißt nichts anderes als, dass die steuerentlastete Anschubfinanzierung durch die Stadt Berlin und den Bezirk Mitte / Kreuzberg sich perspektivisch gesehen rentieren muss. Nur, wo ist denn da die Gemeinnützigkeit? Akteure, ansässige und ansiedlungswillige Unternehmen und eine strikt verwertende Standortsicherung brauch keine Gemeinnützigkeit, sondern Geld ohne Ende. Grundstückseigentümer, Investoren, Projektentwickler sind nicht gemeinnützig! Mieter, Initiativen, Verbände sowie Verwaltung und Politik werden lediglich als Teil eines kontinuierlichen Informationssystems, als Teil der Marketing und Imagebildung gedacht. Deshalb sind Projekte, wie das Køpi, das Bethanien, der RAW Tempel und all die anderen alternativ genutzten Gebäudeteile (die Skatehalle, das Cassiopeia u.a.) absolut unerwünscht und werden von dem Scheißverein Regionalmanagment Mediaspree nicht einmal als Zwischennutzer (pdf) geführt. Ihr Beitrittsersuchen wurde ignoriert. Menschen und ihre Bedürfnisse passen nicht in das Projekt Mediaspree.

Plan des Mediaspree e.V.

Der Lobbyistenverein interessiert sich vielmehr für Konzernzentralen, Büroblöcke, Luxuswohnungen, Veranstaltungshallen und Hotels. Die gegenwärtigen Mieter werden sich diesen Luxus nicht leisten können und massenhaft in andere Stadtteile abwandern. Die Zerstörung urbanen Wohnraums und dessen Ersetzung durch kühle Büro und riesige Veranstaltungszentren entreißt unnötigerweise öffentlichen Raum, der von allen genutzt wird, und überläßt ihn den Wenigen zur privatisierten, kapitalistischen Nutzung. Des Weiteren wird ein Verkehrsknotenpunkt konstruiert, der das soziale Gefüge auf Kosten von Mietwohnungen verändert und durch eine Anbindung für die Metalllawine und Abstellplätze komplett verändert. Massen brauchen Platz! Massen sollen kommen und schnell wieder weg! Bleiben soll niemand!

Die Initiative Mediaspree versenken wehrt sich gegen die Pläne. Denn


    um hier kleinen und großen privaten Unternehmen und Konzernen große Profite zu ermöglichen, sollen alle städtischen Grundstücke privatisiert und die Spreeufer fast restlos zugebaut werden. Die privaten Investoren werden großzügig mit Subventionen in Millionenhöhe bedacht – in Zeiten, in denen angeblich nicht einmal genug Geld in den öffentlichen Kassen ist, um die Gesundheit der Schulkinder im Bezirk zu gewährleisten.

Mehrfach gab es Aktionen diesen Wahnsinn zu beenden. Auf indymedia wurde im November letzten Jahres eine umfassende Dokumentation veröffentlicht. Das Bürgerbegehren Speeufer für alle zeitigte im Februar diesen Jahres erste Erfolge. Mit Beschluss vom gestrigen 1. April muss sich die Bezirksverodnetenversammlung Mitte / Kreuzberg mit den Forderungen der Bürger nach einem mindestens 50m breitem zugänglichem Ufer und höchstens 22m hohen Blöcke auseinandersetzen. Aber trotz der Erfolge steigt auch die Repression. Es gab temporäre polizeiliche Räumungen. Haus- und Wohnprojekte sind akut räumungsgefährdet. Die Køpi ist zwar gerettet, jedoch bleibt der Schwarze Kanal, das Bethanien, das Areal in der Revaler Strasse u.a. Projekte gefährdet.

Es heißt also die bedrohten selbstorganisierten Projekte solidarisch unterstützen.

Denn, wir bleiben alle!