In Verona von Nazis erschlagen

Gegen Nazis In der Nacht vom 1. Mai wurde Nicola Tommasoli von 5 Nazis überfallen und erschlagen. Nach dem Übergriff viel er ins Koma und wurde gestern abend für hirntot erklärt. Die Mörder gehören in den Dunstkreis der faschistischen Veneto Fronte Skinhead und sind Fans des rassistischen Veroneser Fußballclubs Hellas Verona.

Der grauenhafte Überfall passierte in der Nacht vom 1. auf den 2. Mai. Die Mörder fielen über ihn her, schlugen und traten ihn bis er bewußtlos zusammenbrach. Nicola hatte ihnen, laut euronews, eine Zigarette verweigert.

Am vierten Mai stellte sich einer der Täter der Polizei. Laut antifa.de ist er 19 Jahre alt und kommt aus einer wohlhabenden Familie. Er gehört den rechtsextremen Ultràs von Hellas Verona. Zweit weitere, aus dem gleichen Umfeld, wurden am fünften Mai festgenommmen. Die letzten beiden letzten identifizierten Beteiligten sind ins Ausland geflüchtet und untergetaucht, gerüchteweise im Auto der Mutter nach Deutschland.

Die Mörder gehören aber nicht nur zu den Nazihools von Hellas Verona, sondern sind Teil der faschistischen Szene in Venetien. Laut Tagesspiegel gehört mindestens einer der Mörder zur Veneto Fronte Skinhead (Front der Skinheads in Verona), die mit dem Blood & Honour Netzwerk für Rechtsrock in Zusammenhang gebracht wird. Der gemeinte heißt Raffaele Delle Donne (19). In dem Nazianwalt Roberto Bussinello fand er seinen Verteidiger. Dieser war langjähriges Mitglied des uralten, offen faschistischen Movimento Sociale Italiano (MSI), das in den 90iger Jahren durch Gianfranco Fini seine zum Teil militante Vergangenheit durch ultranationalistisches Marketing verschleierte und sich in Alleanza Nazionale umbenannte. Für das postfaschistische Parteienbündnis Alternativa Sociale trat er als Kandidat für einen Senatorenplatz an. Aber auch die neofaschistische Forza Nuova konnte ihn überzeugen für sie als Bürgermeisterkandidat in Verona anzutreten.

Die Stadt Verona und ihre Politiker distanzieren sich natürlich von diesem schrecklichen Überfall. Der Bürgermeister von Verona, Flavio Tosi, sagte:


    Jetzt müssen sie bezahlen. Wir hoffen, dass sie die härteste Strafe erhalten, denn das kann ein Zeichen setzen; eine Warnung sein an alle, die sich so fernab von der Realität verhalten wollen. Diese Leute repräsentieren weder Verona, noch seine Bürger. Das ist Gesindel.

Auch Gianfranco Fini distanziert sich gewaltig, jedoch nicht ohne den faschistischen Überfall gegenüber einer linken Demonstration zu relativieren.


    Es ist klar, daß diese Leute ins Gefängnis gehören und umerzogen werden müssen. Aber das was in Turin passiert ist, ist noch schlimmer.

Jedoch vergessen der Lega Nord und der Alleanza Nationale Politiker, dass sie selbst durch ihre nationalistische, chauvinistische und xenophobe Rhetorik diese Art Gesindel indirekt unterstützen. Ihr Salonfaschismus trägt feinen Zwirn, schiebt Ausländer ab und will am liebsten ganz alleine ohne die undisziplinierten & faulen Süditaliener im eigenen Staat leben. Die Region Venetien selbst ist ebenfalls nicht gerade für seine offene Art bekannt. Bei der letzten Parlamentswahl erreichte die Lega Nord dort über 20 % der Stimmen. Außerdem ist die ekelhafte Fremdenfeindlichkeit in allen Schichten und Altergruppen widerlich dominant. Es ist beinah ein Wunder, dass sich ein alternativer Verein, wie der AC Chievo – übrigens beheimatet im Arbeitervorort von Verona – dort halten kann.

Der Faschismus ist seit Mussolinis Tod aus Norditalien nie verschwunden, sondern hält sich hartnäckig und gewinnt wieder an mörderischer Kraft. Die Befreiung durch die Partisanen war nur eine erster Schritt im antifaschistischen Kampf, der bis heute fortgesetzt werden muss. Deshalb soll es am Samstag in Verona eine landesweite Antifaschistische Demonstration geben. Den mordenden Nazihools von Hellas Verona, der feste Bestandteil der faschistischen Szene im Veneto, heißt es Paroli zu bieten!

Alerta! Alerta! Antifascista!

Antifa Italia

Die Mörder
(von links nach rechts)

Raffaele Delle Donne (19), Guglielmo Corsi (19), Andrea Vesentini (20), Federico Perini (20), Nicolò Veneri (19)

Nazi Raffaelle Delle Donne, 19 Nazi Guglielmo Corsi, 19 Nazi Andrea Vesentini, 20 Nazi Federico Perini, 20 Nazi Nicolò Veneri, 19


10 Antworten auf „In Verona von Nazis erschlagen“


  1. 1 MisterAltravita 06. Mai 2008 um 16:30 Uhr

    Dem Beitrag ist nichts hinzuzufügen, außer dass deren Drecksverein sich genau dort befindet, wo deren Abschaum von Anhang auch hingehört.

    „Quando i mussi i volerà faremo il derby in serie A“ – Forza Chievo!

  2. 2 Thomas 06. Mai 2008 um 23:46 Uhr

    Das solche Straftaten tendenziell von jüngeren Tätern verübt wird, ist ja recht üblich, dass das alle fünf so jung sind, das ist schon schockierend. Die Tat selbst ist aber noch viel schockierender und auch die Strukturen die dahinter stehen…

  3. 3 LucaPinoRelli 07. Mai 2008 um 10:04 Uhr

    der anhang von hellas verona scheint ähnlich faschistoid zu sein, wie der von lazio. der verien funktioniert aber, wie der vom BFC. würd mich nich wundern, wenn da leute tiefer in sogenannte ultrakonservative, gemint sind post- / neo- / faschistische strukturen involviert sind.

    diese tat ist höchstwahrscheinlich nur ein höhepunkt in venetien. diese region ist durchsetzt mit jeglichem widerlichem gedankengut. das zeigt doch schon, dass ein LEGA NORD typ bürgermeister ist. was das an atmosphäre in der stadt zu bedeuten hat, kann mensch sich denken…

    einfach nur widerlich, ekelhaft & erschreckend!

  4. 4 Butel 25. Juni 2008 um 21:09 Uhr

    „…und sind Fans des rassistischen Veroneser Fußballclubs Hellas Verona. “

    Was für ein Schwachsinn! Abgesehen davon, dass in der Curva Sud nicht mehr Rechtsextreme als anderswo in Italien ist der Verein als solches sicherlich nicht rechtsextrem. Absoluter Blödsinn.

    Und in Italien ist das nunmal ein generelles Problem. Schrecklich natürlich. Absolut zu verurteilen. Gensauo wie dieses Verbrechen das hoffentlich mit aller Strenge bestraft wird.

    Aber dieser Beitrag ist dermassen oberflächlich, dass es schon fast weh tut.

    Forza Verona und bitte nächstes Mal ein bisschen weniger Populismus.

  5. 5 LucaPinoRelli 25. Juni 2008 um 22:18 Uhr

    ey alta. hellas verona hools haben einen menschen wegen feuer erschlagen. da is ein wenig wut sehr angebracht. und das rassismus ein problem des gesamten ital. fussball is macht es für hellas nicht besser.

    bist du mal dem link unter dem rassistisch gefolgt? folgendes sagte der hellas ’01 zum abgeljhnten einkauf eines colored / farbigen spielers:


      Wenn Bonazzoli ginge, würden die Fans mir den Hals umdrehen. Wenn er dann auch noch gegen einen schwarzen Spieler eingetauscht würde … Die Fangemeinde von Verona ist schlimm, jedenfalls was farbige Spieler betrifft.

    das nenn ich saubersten rassismus bis in den verein hinein. daran gibts wohl nix zu deuteln. is aber auch kein wunder in der rechten hochburg verona. mit festen, jahrezehnte alte rechtsextreme strukturen. mit einem lega nord bürgermeister.

    bu(e)tel, deinen scheiß kannst stecken lassen!
    Forza Chievo!

    und das verona eine rechte hochburg is bezweifelt niemand. das is kein populismus sondern tatsache…

  6. 6 Butel 27. Juni 2008 um 8:22 Uhr

    Wut ist angebracht. Da geb ich dir recht. Versteh mich nicht falsch, diese 4 Typen gehören bestraft. Genauso wie jeder andere Rassist. In diesem Punkt sind wir uns ja sogar einig.

    Aber du verallgemeinerst hier dass es nicht mehr schön ist.

    Ich kenne die Geschichte um Mboma. Und das: Unterste Schublade. Trotzdem ist der Club nicht rassistisch! Selbst wenn 100% der Fans Faschos wären (und glaube mir, das sind sie bei weitem nicht!), so wäre der Club nich rassistisch, sondern die Fans wären es. Das ist einfach ein Unterschied.

    Und dass Verona eine rechte Stadt ist bestreite ich genau so wenig. Aber weisst du eigentlich wieviele Städte aus dem Norden einen Lega Nord Bürgermeister haben? Verona wird immer als böse Ausnahmeerscheinung dargestellt. Und das ist schlichtweg falsch.

    Ausserdem bist du mit diesem Link (auch wenn er noch nicht so alt ist) absolut nicht auf dem neusten Stand.

    1) Der Präsident, der diese Aussagen damals gemacht hat, ist nicht mehr im Amt.

    2) Rate mal, wer letzte Saison Publikumsliebling war? Karamoko Cissè. Wie der Name wohl schon verrät ein dunkelhäutiger Spieler. Und er selbst hat in einem Interview gesagt, dass er die Bevölkerung von Verona als sehr freundlich empfinde und keinerlei Probleme mit Rassismus habe.

    Aber solche Links gehen halt nicht um die Welt. Es könnte ja das Feindbild Hellas Verona zerstören.

    Dieser grausame Mord wurde 4 rassistischen Arschlöchern begannen und verdammt nochmal nicht von Hellas Verona. Es ist eine Frechheit den restlichen Fans gegenüber, diese jetzt mit solchem Abschaum in einen Topf zu werfen.

    Denn das ist nicht besser als das was die Faschos machen, so leid es mir tut.

  7. 7 LucaPinoRelli 27. Juni 2008 um 10:28 Uhr

    butel,

    du meinst selbst, dass es in norditalien und, das muß hinzugefügt werden, insbesondere im veneto eine nationalistische, rechtskonservative bis faschistische grundstimmung gibt. die lega nord sitzt nicht umsonst in den rathäusern. irgend jemand muß sie ja wohl gewäahlt haben. dies tut vorwiegend die dort lebende bevölkerung. also ist… du verstehst schon, was ich meine.

    außerdem erwarte ich von einem club / caffee / trattoria / restaurant, wenn sich faschisten dort rumtreiben und ihn für sich ausgewählt haben, dass diese sich von ihnen distanzieren und offensiv antirassistische initiativen unterstützen. und zwar ganz besonders öffentlichkeitswirksam. wenn sie es nicht tun, dann tolerieren sie solche typen und solches gedankengut… also kann durchaus davon ausgegangen werrden das diese ebenfalls faschisten sind oder zumindest aus einer rechtskonservativen, nationalistischen grundhaltung heraus kein problem mit faschisten haben…

    und, damit der verein den ruf als rassistisch los wird, muß er schon ein wenig mehr tun, als den mißliebigen präsidenten los werden. der hat einfach ausgedrückt, was so wieso jeder wußte. er hat das imageproblem einfach nach außen getragen. das heißt aber nicht das der auslöser dafür nicht mehr existiert.

    die ultras von Hellas scheinen in ihrer mehrheit eher faschistisch zu sein. wenn die fans etwas dagegen haben, dann sollten sie dies klar äußern und dafür arbeiten. mit einem internationalem, antirassistischem tournier! mit entsprechenden choreos. außerdem sollten sie solche faschistischen hooltypen nich ins stadion lassen.

    wenn du mir etwas in diese richtung zu berichten weißt, dann revidiere ich alles. aber, ich glaube nicht, das es sowas gibt. denn die „anderen“ – die kommunisten, grünen, linke, antifaschisten und antirassisten – gehen zu chievo! oder?

  8. 8 Butel 27. Juni 2008 um 15:16 Uhr

    Das kannst du so einfach nicht sagen. Hellas Verona hat noch viele treue Anhänger aus den 80ern wo sie ihre erfolgreichste Zeit hatten. Und da sind auch Grüne, Linke und auch welche die sich nicht für Politik interessieren dabei.

    Ausserdem gab es diese Saison ein paar Aktionen gegen Rassismus. Vom Club aus. Auch die „Tribuna Fairplay“ zielt genau in diese Richtung. Ganz untätig ist der Verein also nicht. Aber wie gesagt, davon kriegt man in Restitalien/Europa nicht mit, da das nicht in den Medien erscheint.

    Über Hellas wurde und wird auch in Zukunft immer sehr einseitig berichtet. Glaube mir, ich verfolge den Werdegang dieses Clubs ziemlich intensiv und bezeichne mich als kritischen Fan.

    Aber die Tifoseria hat ihren schlecht Ruf heute in dieser Form einfach nicht mehr verdient. Im Schnitt hat Verona in der Serie C gegen den Abstieg kämpfend mehr Zuschauer als Chievo und fast alle Serie B Club. Auch einige Serie A Clubs wurden diesbezüglich „geschlagen“.

    Und für diese Menge von Fans passiert eigentlich sehr wenig. Ausserdem hatte die Presse wie gesagt Lieblingsfeinde. Und Hellas Verona gehört definitiv dazu. Anders kann ich mir nicht erklären, weshalb über Hellas Verona berichtet wird, als sie „Terroni“ (abschätzig für Süditaliener) Rufe gestartet haben während am gleichen Wochenende Adrian Mutu von den Juventini als Zigeuner beschimpft wurde und mit keinem Wort erwähnt wird.

    Es läuft noch einiges falsch. Aber dasist wirklich in ganz Italien so. Und mittlerweile ist Verona einfach nicht mehr schlimmer als bei den meisten anderen Clubs.

    Das heisst jetzt nicht, dass ich der Meinung, dass es ja nicht bessern muss weil alle anderen ja auch nicht besser sind. Im Gegenteil. Ich finde es eifach scheisse, dass immer Hellas als Negativbeispiel und Sündenbock herhalten muss.

  9. 9 LucaPinoRelli 27. Juni 2008 um 16:18 Uhr

    natürlich ist es nicht schön ständig zu hören, was alles falsch läuft und als symbol herhalten zu müssen, für eine tendenz, die auch andere haben. nur bin ich der meinung, dass dies auch ansporn sein kann noch mehr zu tun.

    „lonsdale“ hat auch ne weile gebraucht bis sie auch für linke wieder tragbar wurden. aber zur zeit geht es. die haben aber eben auch extrem viel dafür getan. und so lange nationalistsiche sprüche im stadion fallen, veroneser hools andere jugendliche verprügeln, wird hellas als symbol für rassismus und nationalsimus herhalten müssen…

    die ausrede, bei den anderen isset doch schlimmer, oder, die sind genaus so rechtslastig wie wir, lass ich echt nicht gelten. als fan solltest du dich um „deine“ mannschaft kümmern und dafür sorgen, dass sich in „deinem“ stadion flüchtlinge, migranten, schwule, lesben und transgender etc. wohl fühlen könn(t)en. die einseitige berichterstattung könnte dadurch stärker verändert werden als du denkst. sich ständig vom anderen als „besser“ zu distanzieren hilft da nicht gerade weiter…

  1. 1 Erneut faschistischer Angriff in Italien « Analyse, Kritik & Aktion Pingback am 31. August 2008 um 15:18 Uhr
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