Polizei stört Fest der Køpi!

Während des Hausfestes der Køpi, das circa 2.000 Besucher anzog, kam es in der Nacht zum 1. Juni zu Übergriffen durch Team Green. Ab circa 22:30 Uhr räumten behelmte Kräfte die Straßen um die Køpi. So wurde die Köpenicker genauso, wie der Bona-Peiserweg am ver.di Gebäude von friedlich feiernd am Boden sitzenden geräumt. In einer Presserklärung (pdf) verurteilt die wir bleiben alle Kampagne die Eskalation durch die Polizei.

Schon am Nachmittag gab es verschiedene Veranstaltungen in Hausprojekten im Bezirk Mitte / Kreuzberg. Nachdem der gesammelte Widerspruch gegen pauschale Platzverweise am Morgen zum großen Teil erfolgreich war, konnte mit einem gemütlichem Tag und einer Party gerechnet werden.

So sammelten sich allmählich ab den frühen Abendstunden im Køpi einiges Volk zum Hausfest. Mit fortschreitender Stunde wurden es immer mehr, so dass es viele vorzogen sich in den Straßen um das Hausprojekt zu verteilen. Am Strand am Paul-Thiede-Ufer feierten ebenfalls Leute. Ab circa 22 Uhr stieg die Menge vor der Køpi rapide an, daß der Polizei hätte klar sein müssen, daß der Verkehr beeinträchtigt werden würde.

Während Partyvolk und Besucher zum Køpi pilgerten und entspannt den Abend genoßen, postierte sich Team Green an der Ecke Köpenicker- / Adalbertstraße und an der Schillingbrücke. Von Beginn an kostümierten sie sich mit Protektoren. Des Weiteren fuhr im Minutentakt eine Wanne mit abgedunkelten Scheiben die Köpenicker Straße entlang.

Die Bona-Peiser-Straße war zu diesem Zeitpunkt komplett von entspannten Grüppchen belegt. Sie unterhielten sich, tranken Erfrischungsgetränke, tanzten oder lagen einfach nur rum. Immer noch strömten Besucher zum Køpi. Das Hoffest verlagerte sich aufgrund der sehr hohen Anzahl der Besucher nun zunehmend nach draußen. Der Verkehr floß weiter ungehindert und unbedrängt die Köpenicker entlang. Team Green machte keinerlei Anstalten, wie bei jedem banalen anderem Straßenfest, den Bereich zu sperren, sondern bemüßigte sich Präsenz zu zeigen und den Verkehrsfluß zu gewährleisten.

Um circa 23 Uhr war es dann soweit, dass die Menge so groß war und auch die Straße nutzte. Den durchfahrenden Taxis, Luxuskarossen und Studentenkarren wurde empfohlen umzukehren. Kein Auto wurde attackiert oder anderweitig massiv bedrängt.

Darauf hatten die professionellen Radaubrüder von Team Green wahrscheinlich nur gewartet. Sie formierten sich massiv an der Adalbertstraße und zogen in Ketten die Köpenicker entlang. Auch zu diesem Zeitpunkt sperrte niemand die Zufahrt zur Køpi. Eine akustische Ansage, die darauf hätte hinweisen können die Straße zu räumen oder eine erste Verwarnung, wurde durch die Polizei unterlassen. Vielmehr wurde sowohl die Köpenicker in Ketten, als auch die Bona-Peiser-Straße durch Einheiten von Team Green geräumt, wobei mindestens in der Bona-Peiser-Straße sich friedlich Zurückziehende permanent abgefilmt und angegriffen wurden. Erste Flaschen- und Steinwürfe auf die planlos wirkenden, massiv formierten Einheiten passierten, als diese das Tor zur Køpi erreichten. Außerdem überraschte die massive Formierung von Team Green. Ein möglicher Angriff auf die Køpi konnte nicht ausgeschlossen. werden. Zu diesem Zeitpunkt kam es zu den ersten Festnahmen, die weiter eskalierten.

Die akustische Ansage wurde später nachgeholt. Die Anwesenden sollten die Straße freimachen und sich zurückziehen. Laut Augenzeugenberichten war der Sprecher von Team Green äußerst zynisch, zählte die Flaschen- und Steineinschläge auf sein Fahrzeug.

Team Green scheint sich über die Vorgänge in der Nacht von Samstag auf Sonntag nicht recht einig zu sein. Ihre Verlautbarung vom Sonntagabend (!) strotzt nur so vor Ungenauigkeiten und offensichtlichen Differenzen. So sollen die Fahrbahnbesetzer von Einsatzkräften angesprochen und gebeten worden sein wieder auf den Gehweg zu gehen. Dies wurde, laut Polizei, aber verweigert. Viel mehr wurden gegen 23 Uhr 10 mehrfach Flaschen auf die Beamten geworfen. Was tunlichst verschwiegen wird, ist, dass behelmte Einsatzkräfte massiv auf die Besetzer zu kamen ohne, dass sie diese ansprachen. Sie baten nicht, sie räumten!

Wir verurteilen diesen ungerechtfertigten und unnötigen Polizeieinsatz auf das Schärfste!

Eine weitere Ungenauigkeit ist die veröffentlichte Beruhigung der Situation. Einmal gab es Flaschen- und Steinwürfe bis etwa 23 Uhr 50, andererseits soll die Lage bis auf vereinzelte Flaschenwürfe ab kurz nach Mitternacht ruhig geblieben sein. Trotzdem konnte gegen 1 Uhr 45, laut Team Green, der Versuch einen auf die Fahrbahn der Köpenicker Straße gerollten Container in Brand zu setzen, verhindert werden. Auch hier verschweigt die Presseabteilung des Polizeipräsidenten, dass nach null Uhr mehrfach Angriffswellen unter Einsatz von Räumpanzern, Pfefferspray und Tränengas gezielt gegen das Tor der Køpi geführt wurden.

Polizeiangriff auf die Köpi

Zu diesem Zeitpunkt waren die Einsatzkräfte an Festnahmen oder der Beruhigung der Lage nicht interessiert. Laut Augenzeugen prügelten sie willkürlich auf einzelne Besucher ein. Team Green schlug sie zu Boden, verteilte Tritte, griff Leuten ins Gesicht usw. Die beobachteten Festnahmen tauchen in keiner Statistik auf, weder bei der Polizei noch beim EA. Womöglich sollten Leute aus dem Linken Spektrum von der Teilnahme an der Fuck Yuppies Parade am Sonntag ferngehalten werden. Eine Festnahme ist für einen Platzverweiß durchaus als repressiv anzuwendendes Argument brauchbar. Da diese Festnahmen nirgendwo auftauchen, sind diese Gefangenen höchstwahrscheinlich unmittelbar nach der Personalienaufnahme wieder freigelassen worden.

Wir fordern die kritische Aufarbeitung des brutalen Polizeieinsatzes!

Die Auseinandersetzungen am Samstag sind durch die Polizei gezielt provoziert und im Laufe des Abends eskaliert worden. Sicherheitsaspekte der Besucher des Køpi Festes wurden in keinsterweise berücksichtigt. Mehrere Hundertschaften verteilten sich in der Umgebung des Hausprojektes oder postierten sich unmittelbar davor. Vor, während und nach den sogenannten Ausschreitungen wurde die Köpenicker Landstraße nicht gesperrt. Autos fuhren durch Glassplitter, Steine und anderes Material.

Die Diskussion um die Aktionstage läuft bereits. Ein erster Erfolg ist zumindest eine gewisse mediale Präsenz auch außerhalb der linken Subkultur. So brachte polylux einen Beitrag über die Fuck Yuppies Parade, der durchaus sehenswert und kritisch gegenüber Gentrifizierung argumentiert! Außerdem hat nach der Besetzung des ver.di Gebäudes auch Ströbele von der Freiraum Kampagne erfahren. Bleibt zu hoffen, dass es weiter geht und der Widerstand gegen die Verdrängungsmechanismen in ganz Berlin und überall wächst! Wir versuchen unser Bestes dafür zu tun.