Am gestrigen frühen Abend machten sich einige Wackere auf die Dampferfahrt des gar nicht allgemeinnützigen Vereins Mediaspree e.V. ein wenig bunter und sehr viel kritischer zu begleiten. Da sie aus unerfindlichen Gründen zur Werbetour auf der Spree nicht eingeladen wurden, trieb es sie selbstständig und autonom aufs Wasser und auf die zu passierenden Brücken.
Diese Aktion war der Auftakt des Wahlkampfs der Initiative Mediaspree versenken zum Bürgerentscheid im Bezirk Friedrichhain-Kreuzberg am 13. Juli. Im Vorfeld kam es schon zu einigem Durcheinander. Zunächst wurden Journalisten großmäulig zur Besichtigung geladen. Nach der Ankündigung des Protestes durch die Kritiker war davon keine Rede mehr. Die Lobbyisten spielten sich als Spielverderber auf und orderten via Springerpresse martialisch verkleidete Statisten, diesmal in besonders auffälligem und absorbierendem Schwarz. War das der ominöse Black Bloc?

Die Bilder sind von hier, gibts aber auch hier.
Aber nicht nur die schienen Ärger machen zu wollen. Vielmehr dachten sich yuppisierte Pseudoalternative, was mich angesichts ihres virtuellem Gesichts eigentlich nicht wundert, sie könnten mit den Protesten auch mal am Nachmittag etwas verdienen und verlangten 1 EUR Eintritt (!). Außerdem durchwühlten sie gleich mal – ganz teamgreenlike, die ja diesmal in schwarz kamen – die Rucksäcke und ließen nix Flüssiges über 100 ml durch. Leider konnten nur von dort Boote und anderes schwimmendes Material zu Wasser gelassen werden. Deshalb mußte diese wirklich sehr smarte, kapitalistische und gar nicht neue Ader der Kaka Blödfeld Betreiber leider gefüttert werden.
Auf den Brücken sammelte sich ebenfalls einiges an Leuten, die sich mit Fahnen, Transparenten , anderen Winkelementen und Flüssigkeit bewaffnet hatten. So kam es auch wohl auch gleich auf der ersten Brücke, der Schillingbrücke, die schon beim Übergriff auf die Køpi ein Aufmarschgebiet der uniformierten Rowdies war, zu mindestens einer Festnahmen, die im Laufschritt durchgeführt wurde. Die Personalien mußten auch abgegeben werden.

Zur Michael-Kirch-Brücke kamen circa 100 Jubelnde und etwa dreißig schwimmende Vehikel, die im alten echten Black Bloc Stil versuchten Ketten zu bilden. Das mißlang zunächst leider aufgrund der Intervention der Statisten in Schwarz. Auf der Brücke selbst trieben sich diese ebenfalls in unbekannter Aufmarschgröße rum. Sie machten einen auf Türsteher und ließen nur nach penibler Kontrolle die Jubelnden passieren.
Als dann der Dampfer mit den Investoren kam, mußten diese dann doch stoppen. Viel zu viele Jubenden hatten sich versammelt. Die Lautstärke nahm wohl ebenfalls zu und erfreute die schicken Anzugträger so gar (nicht). Laut Augenzeugenberichten sollen sie zwar gelächelt haben, aber dem Konfetti, dem Jubel und dem Blitzlicht trauten sie doch nicht recht. Ihre fröhlichen Gesichter müssen sich dann auch sehr schnell verdüstert haben. Denn die oft nur dürftig schwimmenden Vehikel wollten partout den Weg nicht räumen. Die Investoren mußten umkehren!
Wie immer mußten sich die staatlichen Hooligans wieder besonders hevortun und ihr tägliches Sportprogramm an sommerlich gekleideten Kritikern abarbeiten. Es gab mehrere Festnahmen auf den Brücken und im Kakke Privatfeld, die ihr Hausrecht bereitwillig und im vorauseilendem Gehorsam an den falschen Black Bloc abgaben. Auf jeden Fall war der Wahlkampfauftakt spektakulär erfolgreich! Sogar die bürgerliche Presse berichtet ein klein wenig amüsiert. Die Investoren mußten auf abrücken. Die Werbefahrt war ein Reinfall. Das kann aber nur der erste Schritt zum kompletten Rückzug sein! Aber auf erstmal gewonnen!
1 Antwort auf „Investorenjubel blockiert Investoren!“