Besucherbetreuung bleibt! Aber nur halb?

Deutsches Technikmuseum Die Mädels und Jungs der Besucherbetreuung haben erstmal gewonnen! Die Verträge, die Ende Juni ausliefen, werden verlängert. Alle, die bisher geklagt haben, ob sie nun in erster Instanz gewonnen haben oder ob ihre Verhandlung noch aussteht, sollen mit einem frsitlosen Vertrag zurückkehren. Unklar bleibt, was mit denjenigen passiert, deren Verträge mit der nächsten Verlängerung unbefristet würden. Genauso fraglich ist, was mit denjenigen passiert, die ein drittes Mal verlängert werden müssten oder die über die zwei Jahre hinausgehen, was ebenfalls einen fristlosen Vertrag bedeuten würde.

Der Sieg scheint also nicht ganz lupenrein zu sein. Die ungefährlichen Verträge, die kein fristloses Arbeitsverhältnis bedeuten würden, sollen verlängert worden sein. Schon Mitte letzter Woche ging das Gerücht um, dass die Verträge verlängert werden würden. Eine Bestätigung gab es jedoch bis heute nicht. Weder die Geschäftsleitung, noch der Betriebsrat informierte öffentlich, was nun mit der Besucherbetreuung im Deutschen Technikmuseum Berlin (DTMB) passiert. Auch vom Stiftungsrat gibt es keinerlei Verlautbarungen. Pikanterweise ist es Wowereits Staatssekretär André Schmitz, der vor circa 14 Tagen gegenüber der Berliner Zeitung großspurig verlaubaren ließ, dass das Problem bald unter Rücksicht auf die Belange der Studenten als auch des Museums gelöst sein würde.

Das Problem sieht im übrigen hauptsächlich so aus. Der Museumsdirektor Dirk Böndel, der als akademischer Historiker offensichtlich wenig Lust verspürt, sich fair mit den ökonomischen und arbeitsrechtlichen Geflogenheiten einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) auseinanderzusetzen, will keine fristlosen Verträge. Er scheut dies Unaussprechliche, wie der Teufel das Weihwasser, der Vampir das Licht, Soldaten die Autonomie, Staaten die Anarchie und eben der Unternehmer den unbefristeten Vertrag. Dieses rote Tuch kommt gleich nach dem Betriebsrat. Den mögen Kapitalisten gar nicht. Denn dadurch könnten für die ansonsten recht friedlichen und handzahmen Beschäftigten mal echte Verbesserungen und vor allem Arbeitnehmerrechte durchgesetzt werden.

Es ist also kein Wunder, dass die Geschäftsleitung sich nicht äußert. Genauso ist es fast schon natürlich, dass die Prokuristen der T&M Technik und Museum Marketing GmbH wenig dafür taten, Besucherbetreuer_Innen darüber zu informieren, dass sie kommen und ihre neuen Verträge unterschreiben könnten, mal ganz davon abgesehen, ob es befristete oder unbefristete werden würden. Die musealen Offiziellen um Böndel sind seit Monaten nicht an einem verbesserten Betriebsklima interessiert, warum sollte sich dies plötzlich ändern.

Es bleibt aber die Frage, was mit dem Betriebsrat los ist, warum er sich nicht äußert. Gibt es womöglich doch nix zu feiern? Für die Besucherbetreuung vielleicht nicht. Geht ja auch nicht, dass zwei sich so konträr gegenüberstehende Parteien gleichzeitig feiern. Da müssen natürlich erstmal die Chefs ran. Vor allem Böndel ist daran interessiert, dass der 25. Geburtstag des Deutschen Technik Museums Berlin am 13. Juli möglichst fröhlich, feierlich und unkritisch abläuft. Wegen den vielen zu erwartenden Honoratioren, Sponsoren, der Presse und den vielen Besuchern, denn es wird freien Eintritt geben! Die Beschäftigten dürfen an diesem Tag eher nicht feiern. Die sollen motiviert lächeln. Mal sehen, ob das, ob ihrer existenziellen Ängste möglich sein wird!

T&M Transparent


1 Antwort auf „Besucherbetreuung bleibt! Aber nur halb?“


  1. 1 Thomas 04. Juli 2008 um 22:32 Uhr

    Dennoch hört sich das doch schon mal ganz gut an. Und man darf nicht vergessen: Das alles wäre keinesfalls ohne die zahlreichen Proteste und Arbeitskampfmaßnahmen möglich gewesen! Ich glaube ein „Gut gemacht!“ kann man trotz einiger noch bestehender Unklarheiten schon mal sagen.

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.