Freiheit! Ohne Zäune! Ohne Grenzen!

Freiheit für Andrea und Christian, Tel Aviv Am 30. Juni trafen sich, laut indymedia, circa 20 Aktivisten der Anarchist against the Wall vor der deutschen Botschaft in Tel Aviv um ihre Solidarität mit den deutschen Antifaschisten zu zeigen und gegen die Inhaftierung von Andrea und Christian zu protestieren. Ihr Transparent forderte auf hebräisch Freiheit, ohne Zäune, ohne Grenzen. Der Kampf gegen die Repression gegen Antifas vernetzt sich zunehmend und bekommt wichtige Unterstützung.

Anbei der Text des Flugblatts, dass während der Kundgebung verteilt wurde.

    Andrea and Christian are political prisoners that are imprisoned in Berlin for over six months now. They were arrested in December 2007 while blocking a neo Nazi demo, they were accused of serial disobedience. The argument leading to a three years imprisonment is that they are politically aware so a regular punishment is not enough to deter them. During their trial the judges offered to release them the same day if they commit to stop any political activity, Andrea and Christian refused to this deal, which meant the judges decided to lock them up in order to defend the public order.

    The public order which needs to be defended is the same one that allows neo Nazis attacks on immigrants and pogroms against refugee communities, sixty years after the Second World War. This order means that neo Nazis can walk in the streets and whoever resists that can suffer greatly from state repression.

    Since Andrea and Christian arrest, the state did a good job trying to break their spirit. Andrea was often sent to solitary confinement, she was denied her right for visits phone calls and mail. And in the words of her prison commander: „you are a political prisoner; we need to break you so you can be an example to whoever undermines state authority“. Christian also suffered a series of restraints; he didn‘t get his medicine and was denied visits.

    Solidarity always has a special meaning. When it comes to prisoners the purpose of the imprisonment is to isolate them from there political activities. Solidarity shows that we are stronger then the prison walls. In this case solidarity coming from here is very meaningful because the German government is more sensitive to critic coming from Israel. A demo against the arrest of two anti Nazi activists can really help (Also it is a personal request from Christian). As political activists in an area which suffers from a large concentration of political prisoners, we need to work on building international solidarity with this cause, and to call out – freedom to all political prisoners.

    Our aspiration for freedom is stronger than the prisons

Freiheit für Andrea nd Christian, Tel Aviv
Bilder von activestills.


6 Antworten auf „Freiheit! Ohne Zäune! Ohne Grenzen!“


  1. 1 Thomas 11. Juli 2008 um 21:47 Uhr

    Ziemlich krass, dass AATW mit immerhin 20 Leuten in Berlin zugegen sind.

    Korrektur: Hab ich wohl zu ungenau gelesen. Gemeint ist ja die deutsche Botschaft in Israel. Im Vergleich zu AKA trotzdem recht viele Leute. ;-)

  2. 2 Machnow 11. Juli 2008 um 21:51 Uhr

    pst. feind hört mit…. aber 20 kriegen wir auch zusammen!

  3. 3 Christoph M 21. Juli 2008 um 20:38 Uhr

    “Nie Wieder Deutschland? Nie wieder Israel?”
    Egal von wem der Spruch kommt – der geht gar nicht!
    Was für eine revisionistische Scheiße!

    Dazu guter Kommentar von indy:
    Man kann auch eine grundsätzliche Kritik an Staatlichkeit formulieren und trotzdem nicht so blöde sein, und „nie wieder Israel“ neben „nie wieder Deutschland“ zu stellen (oder Antisemitismus und Zionismus auf eine Stufe stellen).

    „Nie wieder Deutschland“ bezieht sich vor allem auf die Erfahrungen mit dem nationalsozialistischen Deutschland, auf Vernichtungskrieg und Holocaust.

    Deswegen wäre es auch (auch aus Anarchistischer Sicht!) schon ziemlich blöde, „Nie wieder Frankreich!“ in den selben Zusammenhang wie „Nie wieder Deutschland“ zu stellen. Dasselbe dann noch Israel zu verzapfen, wohl wissend, warum und unter welchen Umständen es gegründet wurde, ist nicht zu entschuldigen.

  4. 4 Machnow 21. Juli 2008 um 21:13 Uhr

    Der Spruch „Nie wieder Israel!“ kann wohl kaum revanchistisch sein. Wie kommst du nur auf solche eine Idee?

    Die Ablehnung Deutschlands auf der anderern Seite mit der (totalen) Akzeptanz gegenüber „Israel“ zu verbinden, finde ich, recht oberflächlich. Die Gründung Israels hatte sehr wohl mit dem Holocaust zu tun, aber die Reaktion Israels auf die existenzielle Bedrohung durch ihre Nachbarn nicht unbedingt. Vor allem der Sechstagekrieg beendete die Illusion, das Israel ein sozialistischer Staat – nach dem Vorbild der Kulturzionosten um Buber u.a. – sein würde. Es war eine sozialdemokratische Partei, die den Siedlungsbau – ganz im Sinne von „Großisrael in den Grenzen der zwölf Stämme“ – forcierte. Diese entwicklung vom Ende der 60iger Jahre behindert bis heute den Friedensprozeß massiv. Der Ausbau dieser Siedlungen – besser militärisch abgeschirmter Enklaven für orthodoxreligiöse Eiferer – kommt als historischer Imperialismus daher. Nur bestimmte Leute werden beim Landerwerb bevorzugt. Andere per Handstreich enteignet und eingeschränkt . Natürlich im Namen der SICHERHEIT…

    „Nie wieder Israel“ würde ich auch nicht unbedingt schreiben. Aus der deutschen perspektive geht das gar nicht. Aber wenn dies Israelis in Israel fordern, ist dies für mich nicht viel anders, als wenn deutsche in deutschland „Nie wieder Deutschland“ fordern. Die israelischen Anarchisten versuchen sich gegen die rassistische Vergangenheit und Gegenwart ihrer Staatsbürokratie zu positionieren. Die Kritik an solch einer Perspektive aus Deutschand negiert für mich – sehr bürgerlich protestantisch und moralisch deutsch – die Möglichkeit eine andere, als die deutschen Wahrnehmung, zu akzeptieren. Es gibt eben nicht nur Deutsche auf der Welt. Nicht alle „Eltern“ wollten Juden industriell ausrotten. Israelische Eltern eben nicht!

  5. 5 Christoph M 20. August 2008 um 15:24 Uhr

    @Machnow: Das ist revisionistische Scheiße, weil sich „Nie wieder Deutschland“ klar auf die Shoah bezieht.

    “Nie wieder Deutschland” bezieht sich vor allem auf die Erfahrungen mit dem nationalsozialistischen Deutschland, auf Vernichtungskrieg und Holocaust.

    Deswegen wäre es auch (auch aus Anarchistischer Sicht!) schon ziemlich blöde, “Nie wieder Frankreich!” in den selben Zusammenhang wie “Nie wieder Deutschland” zu stellen. Dasselbe dann noch Israel zu verzapfen, wohl wissend, warum und unter welchen Umständen es gegründet wurde, ist nicht zu entschuldigen.

    erst lesen, dann scheiße schreiben!

  6. 6 Machnow 20. August 2008 um 17:37 Uhr

    Шалом хаверим, Шалом хаверим! Шалом! Шалом!
    И, конечно.
    Хевену Шалом алехем! Хевену Шалом алехем!
    И не забыт прекрасную песню группы Калинов Мост.

    Горе мое, Быль земная, пусти меня.
    Небеса голубые, бездонные, смилуйтесь!

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