Gegen Dehydrierung und Gentrifizierung

Hobrechtbrück, 20. Juli 2008

    Wir befinden uns im Jahre 2008 n. Chr. Ganz Berlin ist von hippen Grafikdesignern, Jungakademiker-Familien und Spießern besetzt… Ganz Berlin? Nein! Ein von unbeugsamen Prekarier_innen und Arbeitslosen bevölkerter Stadtteil hört nicht auf der Gentrifizierung Widerstand zu leisten.

    Friedrichshain und Prenzlauer Berg sind bereits yuppisiert, Kreuzberg ist auf dem besten Weg dorthin. Die Latte-Macchiato-schlürfenden Designerinnen, die gerade auf die Schlesische Straße gezogen sind, schielen nun nach Nordneukölln, weil sie dort ihre kleinen trendigen Boutiquen eröffnen wollen. Auf der Weserstraße wurden bereits vereinzelt brunchende Werbetexter gesichtet, die an ihrem Prosecco nippten.

    Liegt die Gentrifizierung schon auf der Lauer und wartet nur darauf die Arbeitslosen in ihrer sozialen Hängematte zu überraschen? Galt Neukölln bisher nicht als unzähmbarer Problembezirk, als nicht kolonisierbare Wildnis im Großstadtdschungel?

    JA! Und so soll es auch bleiben! Um dieser Bedrohung entgegen zu wirken, holen wir zum Präventivschlag aus! Bewaffnet mit Wasserbomben-To-Go und Bio-Müll schlagen wir sie mit ihren eigenen Waffen. Am 20. Juli werden wir mit unseren 1-Euro-Milizen an der Ohlauer Brücke die Grenze überschreiten, um bis zum Schlesischen Tor, dem Hort der unerträglichen Hippness vorzudringen.

    Genossinnen und Genossen, schließt euch uns an! Kommt am Sonntag, 20. Juli um 15.00 Uhr zur Hobrechtbrücke (zwischen Friedel- und Ohlauer Str.). Kommt bewaffnet mit Wasserbomben, fauligem Gemüse und Kampfesmut! Nachdem die Neuköllner_innen jahrelang bei den Schlachten an der Oberbaumbrücke auf Kreuzberger Seite gekämpft haben, ist Kreuzberg nun Feindesland geworden. Wir bedauern unsere einstigen Alliierten nun bekämpfen zu müssen, aber sie lassen uns keine andere Wahl!

    Anti-Dehydration League Neukölln (ADLN)

20. Juli, 15 Uhr
Hobrechtbrücke

via indymedia und stressfaktor


1 Antwort auf „Gegen Dehydrierung und Gentrifizierung“


  1. 1 endlich schreitet die Kiezgemeinschaft zur Tat « Scheckkarte Als Passion Pingback am 11. Juli 2008 um 11:51 Uhr
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