Mediaspree erfolgreich torpediert!

Mediaspree! Muss weg! Am gestrigen Sonntag votierten 86,7 Prozent der Kreuzberger_Innen und Friedrichshainer_Innen gegen das Projekt Mediaspree, das zwischen Elsen- und Jannowitzbrücke ein 180 Hektar großes Areal zur exklusiven Wohn- und Medienmetropole aufwerten wollte. Das Quorum von 15 Prozent konnte mit 19,13 Prozent ebenfalls erreicht werden. Nun übertrifft sich die Landespolitik plötzlich in der Zusicherung die Pläne der Bebauung des Spreeufers eingehend zu überdenken und hierbei die Sorgen der Anwohner ernst zu nehmen. Bisher war dem offensichtlich nicht so!

Als erster warf sich der grüne Bezirksbürgermeister Frank Schulz in die Reihen der Gegner von Mediaspree. Gegenüber dem Radiosender radio eins äußerte er:


    Wenn die Bürgerinnen und Bürger mit dieser Entscheidung sagen, sie wollen etwas anderes, dann ist das ein Ergebnis einer basisdemokratischen Entscheidung. Das Bezirksamt sieht sich in der Pflicht es umzusetzen. Das heißt, es geht nicht um die Frage, ob es das umsetzt, sondern nur noch um die Frage wie.

Die Grüne Fraktion in der Bezirksversammlung Friedrichshain-Kreuzberg wechselte ebenfalls die Fronten. Katrin Schmidberger, Sprecherin des grünen Kreisverbandes in Friedrichshain-Kreuzberg, äußerte sich dahingehend, dass die Grünen dafür kämpfen, diesen Bürgerwillen so schnell wie möglich und mit allen Mitteln zu realisieren, die im Bezirk zur Verfügung stehen. Jedoch verknüpften sie diese Marschrichtung mit der Landespolitik, die sie als schlechte Opposition kennt, indem sie zur Durchsetzung der Forderungen der Initiative Mediaspree versenken den schwarzen Peter der basisdemokratischen Entscheidung an den Senat weiterreichten.

Doch auch von dort outen sich mit einem Mal ganz unerwartete Allierte im Kampf gegen die Aufwertung – auch Gentrifizierung genannt – des Spreeufers. In einem Interview (mp3) von radio eins mit dem Wirtschaftssenator Harald Wolf gibt er die Arschkarte an den Bezirk zurück.


    Der Bürgerentscheid muss ernst genommen werden, auch wenn er nicht bindend ist, sondern es muss versucht werden hier eine Lösung zu finden. Auf der anderen Seite berechtigt das Interesse des Bezirks auch zu sehen, dass hier Entschädigungszahlungen vermieden werden.

Mal sehen, wer noch so alles eigentlich schon immer gegen das Projekt Mediaspree war, es sich aber nicht traute öffentlich zu äußern. Um das Warten, was höchstwahrscheinlich nicht lange dauern wird, zu verkürzen, empfehle ich die folgenden zwei Videos. Ersteres sehe ich als Soundtrack zur ersten erfolgreichen Wasserblockade. Das zweite Video dokumentiert die hervorragende Erklärung der Hedonistischen Internationale / Sektion Berlin zum Vorhaben der sogenannten wirtschaftlichen und kulturellen Erschließung des Areals um das Spreeufer auf der Spreeparade.

Die Videos kommen via Bündnis für urbane Mobilbeschallung und Berlin Streetart Blog.


2 Antworten auf „Mediaspree erfolgreich torpediert!“


  1. 1 kuba 14. Juli 2008 um 14:49 Uhr

    super videos.
    schön, dass du die rede gefunden hast:-)

  2. 2 LucaPinoRelli 16. Juli 2008 um 0:38 Uhr

    Ich fand die Rede echt gut. Erstaunlich gut für das Partyvolk der Hedonisten. Aber auf der Freiheit statt Angst Demo waren es ebenfalls die Hedonisten, die als einzige in ihrer Rede die berliner linkspartei offensiv attackierte und das ASOG thematisierte. schon damals war ich erstaunt…

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