Stopp den Kriegseinsätzen! Gegen die Militarisierung des Alltags!

Gelobe Nix! Am 20. Juli treffen sich, wie in jedem Jahr die neuen Rekruten, um den Eid auf die Verfassung abzulegen. Üblicherweise findet das Gelöbnis im Bendlerblock statt, wo die soldatischen Attentäter des 20. Juli um Claus Schenk Graf von Stauffenberg durch Nazis ermordet wurden. Dadurch soll an eine vermeintliche antifaschistische Tradition angeknüpft und suggeriert werden, das die Bundesrepublik Deutschland und seine Bundeswehr mit dem Nationalsozialismus gebrochen hat. Dieses Jahr wird diese Traditionslüge ganz aufgegeben und durch eine nationalistisch demokratische Legitimationsbühne ersetzt.

Gegen diese militaristische Inszenierung formiert sich Protest. Unter dem Motto Stopp den Kriegseinsätzen! – Gegen die Militarisierung des Alltags rufen verschiedene Initiativen, Gruppen, Parteien und Einzelpersonen zu einer Kundgebung und Demonstration gegen das Gelöbnis ab 17 Uhr vom Brandenburger Tor auf.

Die Bundestagsfraktion der Linken will sich, laut Neuem Deutschland, dem Protest anschließen. Ulla Jelpke, Inge Höger sowie der Europaabgeordnete Tobias Pflüger werden eventuell auf der Kundgebung sprechen.

Die Antifaschistische Linke Berlin mobilisiert ebenfalls und will die Bundeswehr mit unserer Gegnerschaft konfrontieren und aus dem Gleichschritt bringen.


    Bei den seit 1999 alljährlich im Bendler-Block stattfindenden Gelöbnissen bezieht sich die Bundeswehr auf die Männer um Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, die zum militärischen Widerstand gegen Hitler gehörten und dort am 20. Juli 1944 hingerichtet wurden. Damit stellt sie sich in eine vermeintlich „humanistische Tradition“. Die neue Inszenierung vor dem Reichstag passt hervorragend zur Verklärung der eigenen Rolle als „Friedensarmee“, die angeblich im Interesse der Bevölkerung handelt. Doch dieser „Frieden“ bedeutet für unzählige Menschen nichts anderes als Elend, Verwüstung und Tod. Die „moderne“ Bundeswehr soll den weltweiten Zugriff auf Ressourcen sichern und Migrationsbewegungen kontrollieren. Unterdrückung und Kriegspolitik sind immer zwei Seiten einer Medaille. Der Einsatz des Militärs im Innern scheint nur eine Frage der Zeit.

Bei gelöbNIX wird es in den nächsten Tagen Informationen zur verbotenen, roten Zone und den geplanten Protesten geben. Auch beim stressfaktor wird es aktuelle Ankündigungen geben. Also, mit einem frechen Wir stören gern hier noch einmal die wichtigsten Daten zur Auftaktkundgebung. Wir sind auf jeden Fall dabei!


gelöbNIX
20. Juli, 17 Uhr
Brandenburger Tor


2 Antworten auf „Stopp den Kriegseinsätzen! Gegen die Militarisierung des Alltags!“


  1. 1 Roland Ionas Bialke 22. Juli 2008 um 7:06 Uhr

    Der folgende Indymedia-Kommentar ist sehr gut ausgedrückt. Alle Achtung!

    „Die Absperrungen waren im übrigen sehr viel umfassender, als dies das Gericht (oder Odnungsamt) erlaubt hatte.“

  2. 2 aka 22. Juli 2008 um 12:45 Uhr

    was meinst du mit deinem kommentar?

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