Fluten 3.0



    Wir FLUTEN den Hamburger Airport. Egal wie, mit was, durch wen. Ob adrett im Smoking, touristisch mit Rollköfferchen, laut durch Soundanlage, authentisch mit Flugticket, plakativ mit Transpis, wütend mit Sonnenbrille, bunt als Clowns. Einfach ganz so, wie du es willst. FLUTEN heißt kreativ sein, heißt den Flughafen irgendwie lahm legen, so lange wie wir können.

Das Institut für angewandte Mobilität (INFAM) ruft mit dieser Drohung zur performativen Besetzung des Hamburger Flughafens Fuhlsbüttel auf. Der Aufruf zum Fluten 3.0 soll durchaus als Ultimatum an die Betreiber verstanden werden die Abschiebecharterflüge, die bisher vor allem nach Afrika gingen, unverzüglich zu beenden. Im Falle des Ausstiegs aus dem Abschiebegeschäft würde laut INFAM Fluten 3.0 sofort abgesagt und Fairport Hamburg 3.0 gefeiert werden.

Diese Aktion – als 3.0 – steht im direkten Zusammenhang mit den historischen, teils militanten, radikallinken und antirassistischen Initiativen. Laut AntiRa Camp beendeten die Revolutionären Zellen ihre Erklärungen durch ein kategorisches Für Freies Fluten. In 90igern waren es antirassistische Initiativen, die das Fluten in ihrem Namen wählten. Im Jahr 2008 bedeutet Fluten 3.0 ein theatrales Ultimatum die rassistische Abschiebepolitik sofort zu ändern oder mit einer massiven Störung des Flughafens rechnen zu müssen.

In einem Reader (pdf) zum Doppelcamp sind weitere zusätzliche Ideen und Ansätze gesammelt. Also, alle hin!

Go! Stop! Act!


5 Antworten auf „Fluten 3.0“


  1. 1 kuba 22. Juli 2008 um 15:45 Uhr

    also von einer massiven störung des flughafens halte ich nichts:
    - kann sehr gefährlich sein
    - die poizei hätte einen grund mehr anzugreifen
    - die flughafengäste wären wohl sehr verärgert
    - negative presseberichte
    - ……

    halte eher mehr davon mit flyern, transpis, musik, theateraufführungen…… vor ort oder in der stadt selbst auf die problematik aufmerksam zumachen.

  2. 2 Machnow 22. Juli 2008 um 15:56 Uhr

    naja, genau das, was du willst so ja auch passieren. eben viele menschen im flughafen, die aufgrund der kritischen masse eine störung bedeuten.

    und, ehrlich gesagt interessieren mich die flughafengäse wenig. mich interessieren viel mehr die flughafenbetreiber, die mit abschiebchartern geld verdienen. die fliegen eben nicht freiwillig, sondern in der deportation class. viele flughafengäste wissen das wahrscheinlich nicht, nach dem fluten wüßten sie es. dankbar wären sie uns für dieses wissen aber eher nicht. der deutsche bürger denkt da eher schon nach dem motto was ich nicht weiß, macht mich nich‘ heiß.

    negative presse gibts sowieso. die polizei wird – wie immer – den spielverderber spielen. und es geht ja nicht darum, flugzeuge zu behindern, sondern den flughafen zu fluten – mit protest, zivilem ungehorsam, mit haufenweise menschen, die transpis haben, flyer verteilen, theater machen usw…

  3. 3 kuba 22. Juli 2008 um 16:43 Uhr

    mich würden die fluggäste schon interessieren. was bringt es, wenn eine gruppe flyer verteilt und eine andere den flughafenbetrieb so stört, dass sich flüge verspäten oder gar ausfallen sollten. dann sind den fluggästen die flüchtlinge auch egal (was bei vielen wohl so oder so der fall sein sollte). da wird keiner verständnis zeigen.
    zu sagen, dass es sowieso negative presse gibt, würde ich nicht sagen, denn die gab es zum beispiel bei der wasseraktion von „mediaspree versenken“ am 1. juli auch nicht.
    genauso kann man bei der flughafen-sache krativ sein und gleichzeitig gute presse bekommen.
    und zu der sache mit der polizei kann ich nichts sagen, denn ich weiß nicht was da angemeldet ist/wird oder was die polizei so alles plant/palnen wird.

  4. 4 Machnow 22. Juli 2008 um 16:57 Uhr

    aber, wie stellst du dir den ein fluten vor, das keine gluggäste stört. also, mir fällt ehrlich gesagt nix ein. umso mehr leute den flughafen bevölkern, umso schwieriger wird die abfertigugn werden. entweder dadurch, dass massen die zugänge fluten und so verstopfen. oder, dass viele im gebäude sind und flyer verteilen.

    wie willst du den flughafenbetrieb nicht stören, wenn tausende zusätzliche leute kommen? wie willst du den flughafenbetreiber zum einlenken bewegen, ohne ihn unter druck zu setzen?

    die presse war zwar zu den protesten gegen mediaspree recht wohlwollend, jedoch inhaltlich haben sie die dorderungen der mediapspree gegener zerfetzt… was die polizei macht, hängt von den aktionen ab. die aktionen hängen von den leuten ab. die veranstalter haben lediglich vorschläge gemacht.

  5. 5 Thomas 25. Juli 2008 um 20:15 Uhr

    Also die grundsätzliche Frage ist ja, ob man im Flughafengebäude Aktionen macht oder davor.
    Wenn sich eine größere Gruppe im Gebäude bewegt, Flyer verteilt, Theater spielt etc. wird es fast zwangsläufig zu Störungen kommen. Geschränken sich die Aktionen auf den Außenbereich, kann es passieren, dass die Aktionen wirkungslos verpuffen, weil die Fluggäste an den Demonstranten schnell vorbeilaufen – in dem Falle würde auch die Flughafen davon kaum etwas mitbekommen.
    Den Spargat zwischen zu starker Störung (und entsprechendem inhaltlichem Desinteresse der Fluggästegäste) und einem Verfallen in Bedeutungslosigkeit finde ich sehr schwierig. Das zweigt nicht zuletzt eure Diskussion.
    Ich plädiere eher für Aktionen außerhalb des Gebäudes mit einer so großen Anzahl an Demonstraten, dass es keinem der Adressaten gelingen kann, davon nichts mitzubekommen. Dafür bedarf es aber u.a. eines ausreichend großen Campingplatzes, damit so viele Menschen überhaupt die Chance haben an der Demonstration/Kundgebung teilzunehmen.

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