Zwei Tote Jugendliche in wenigen Tagen!

Trauernde Jugendliche in Ni'lin Am 29. Juli wurde im palästinensischer Dorf Ni‘lin bei Protesten gegen den sogenannten israelischen Sicherheitszaun der zehnjährige Ahmed Musa von der israelischer Grenzpolizei Magav erschossen. Einen Tag später wird er beerdigt. Während des Trauermarsches kommt es zu Übergriffen derselben Polizeieinheit auf die Trauernden mit Tränengas. Die Dorfbevölkerung wehrte sich und muß den Einmarsch des israelischen Grenzpolizei in ihr Dorf ertragen. Hierbei wird der siebzehnjährige Yousef Amireh von drei Kugeln gummiumantelten Stahlgeschossen getroffen und verstirbt am gestrigen 4. August an seinen Verletzungen.

Auf indymedia ist ein ausführlicher Bericht zu den Vorkommnissen der letzten Woche im palästinenischen Dorf Ni‘lin zu finden. Das Dorf kämpft seit Monaten gegen die Enteignung. Die Bevölkerung schloß sich zu einem Popular Committee, indem alle Familien des Dorfes vertreten sind, zusammen um ihre Interessen gegen die Enteignungsbestrebungen und Ausbau der Grenzanlagen durch Israel zu verteidigen. Das Dorf ist betroffen, weil sich in seiner Nähe die exterritoriale, israelische Siedlung Haschmona‘im befindet. Das enteignete Land wird planiert und soll einem Friedhof Platz machen. Der sogenannte Sicherheitszaun erweitert also wiederum das israelische Staatsterritorium und tritt die rechte der palästinensichen Bevölkerung mit Füßen.

Protest gegen Bauarbeiten bei Ni'lin

Auf der Seite der Anarchist against the Wall ist der Tag des Todes (mit Video) des zehnjährigen Ahmed Musa nachgezeichnet. Es fand am 29. Juli eine Demonstration statt, die die Bauarbeiten auf dem enteigneten Gelände verhindern und den die Bauarbeiten schützenden Stacheldraht gegen diese selbst wenden sollte. Die Demo eskalierte als Muhammed Amireh vom Popular Comitee von Ni‘lin, der Vater des einen Tag später angeschossenen und gestern verstorbenen Jugendlichen, von der israelischen Grenzpolizei festgenommen werden sollte. Jedoch schon vorher wurden die Demonstranten mit Tränengaspatronen und gummiumantelten Stahlgeschossen attackiert. Etwas später entschied sich eine Gruppe von Kindern wiederum den Zaun zu verschieben. Als sie von der Magav entdeckt wurden, flüchteten sie und wurden mit scharfer Munition beschossen. Diese darf, laut einer neuen Richtlinie der der israelischen Grenzpolizei, bei der Annäherung von Demonstranten an den sogenannten Sicherheitszaun genutzt werden. Ahmed Musa stirbt dabei!

Einen Tag später wird er beerdigt. Der Trauerzug wird wiederum von israelischr Grenzpolizei attackiert. Dorfbewohner wehren sich zunächst erfolgreich gegen den Einmarsch der Magav, müssen sich dann aber in ihre Häuser zurückziehen. Beim Einmarsch der Grenzpolizei in das Dorf wird Yousef Amireh von drei ummantelten Stahlkugeln getroffen.Zwei dringen in seinen Kopf ein und werden ihn fünf Tage später töten. Auch bei seienr Beerdigung kommt es wieder zu Übergriffen durch die israelische Grenzpolizei. Jedoch reagiert auch die palästinenische Autonomiebehörde recht ungehalten. Palästinenische Sicherheitskräfte nehmen fünf Jugendliche aus dem Trauerzug fest, weil sie Hamasfahnen mit sich geführt haben sollen.

Der Protest in den palästinenischen Dörfern nahe des geplanten Sicherheitszaunes gegen die Apartheidmauer wird durch die Forcierung der Fertigstellung trotz massiver Bedenken seitens der internationalen Staatengemeinschaft und der Entrechtung palästinensischer Communities mit dem paramilitärischen Vorgehen der israelischen Grenzpolizei eskaliert. Der Widerstand der Dörfer bleibt trotzdem auf einer ungehorsamen, zivilgesellschaftlichem Ebene, der sich explizit militärischer und terroristischer Vereinnahmung verweigert. Es sind lediglich ihre eigenen Körper, die die betroffene Bevölkerung in Zusammenarbeit mit israelischen und internationale Unterstützer_Innen der schwer ausgerüsteten Magav entgegenstellt.

Die Entrechtung der palästinensischen Bevölkerung muss endlich ein Ende haben! Der Bau des sogenannten Sicherheitszaunes muss sofort gestoppt und die schon vorhandenen Grenzanlagen abgebaut werden! Die Exklusion ganzer Dörfer und die Schaffung isolierter Enklaven muss rückgängig und die freie Bewegung der Bevölkerung ermöglicht werden!

Peace Now!