Erneut faschistischer Angriff in Italien

Laut Indymedia Rom und Bollettini Antifa wurden in der Nacht vom 29. auf den 30 August in Rom vier Anfaschisten nach einem Konzert zu Ehren des vor zwei Jahren durch Nazis ermordeten Renato Biagetti angegriffen. Eine Person wurde verletzt und mußte im Krankenhaus behandelt werden. In einem Artikel beim deutschen Indymedia werden auch die Hintergründe zum Tod von Renato Biagetti beschrieben.

Er wurde am 27. August 2006 von einem Nazis in Fiumicino, einen Stadtteil am Strand von Rom, erstochen. Der 26jährige Renato besuchte eine Dance Hall / Reggaeparty. Als er sich später zusammen mit seiner Freundin und seinem Freund Paolo auf den Weg nach Hause machte, wurden sie von zwei faschistischen Jugendlichen zunächst verbal, dann mit Messern angegriffen. Renatos Freund erhielt zwei Stiche in den Rücken. Renato acht Messerstiche. Er verstarb einige Stunden später im Krankenhaus.

Seit zwei Jahren bemühen sich die Angehörigen und Freunde von Renato seinen Tod vollständig aufzuklären. Bisher wird die Ermordung von der örtlichen Polizei als banale Auseinandersetzung zwischen Jugendlichen gewertet. Renato selbst wird eine Mitschuld am Tod zugewiesen. Er hätte nicht, so wie er war, vor die Tür gehen sollen. Einer der Täter ist der Sohn eines Polizeioffiziers des Destrikts in dem der Mord geschah. Des Weiteren waren es örtliche Ermittler, die mit der Aufklärung des Mordes betraut wurden. Renato wird, nach Ansicht der Angehörigen und ihrer Unterstützer, durch die mangelhaften Ermittlungen ein zweites Mal ermordet. Seine Geschichte wird verfälscht und die Nazis gedeckt.

Concerti in memoriam Renato Anläßlich des Todestages gab es am 29. August ein Konzert im Parco Schuster an der Basilica di San Paolo zu Ehren von Renato. Es traten verschiedene Bands vor über Tausend Zuschauern auf. Die Musiker proben im nach Renato benanntem Probenraum des Centro Sociali Acrobax. Das antifaschistische Konzert erinnerte aber nicht nur an den Tod von Renato, sondern will auch alle andere getötete Antifas erinnern. Carlo, Dax, Frederico und Nicola sind nicht vergessen!

Zwischen halb fünf und fünf verließen vier Besucher den Parco Schuster und das Gedenkkonzert. Auf dem Weg nach Hause wurden sie am rückseitigen Eingang des Parks von mindestens zehn Nazis mit Messern und Schlagstöcken in den Händen erwartet. Vermutlich gehören sie der Gruppe I Giovani Leoni (Die Jungen Löwen) an. Sie stachen auf die Antifaschisten ein. Eine Person wurde drei Mal getroffen und mußte im Krankenhaus behandelt werden. Die Nazis flüchteten unmittelbar nach dem Übergriff.

Wieder sind es Nazis, welche die Erinnerung an ermordete Antifaschisten durch einen erneuten Übergriff stören. Wieder sind es Messer! Italien scheint nichts aus den faschistischen Übergriffen gelernt zu haben. Rom marginalisiert und vergißt die Ermordung Renatos! Das Hausprojekt L38 solidarisiert sich mit den Angegriffenen. Dem schließe ich mich uneingeschränkt an!

Antifascista Sempre!