
Die Eröffnung der O2 World ging voll in die Hose. Die Kritik war für die Berichterstattung maßgeblich. Bravo!
Die neue Mehrzweckhalle gebaut von der Anschutz Entertainment Group (AEG) wurde am Mittwoch abend in Berlin eröffnet. Vor der Tür demonstrierte circa 1.500 bunt gemischtes Volk. Danach hatte Detlef Kornett vor der Halle, für die er verantwortlich ist, für uns ein nettes Bürgerfest organisiert. Die Bier- und Würstchenstände hätte er eigentlich weglassen können. Da standen sowieso nur Nazis oder Zivilbeamte. Die schöne Spreeradio Bühne, die ebenfalls extra zu unserer Belustigung aufgebaut wurde, durften wir dann aber nicht betreten. Die Mißachtung dieser Spielregeln wurde mit Schubsen und Festnehmen geahndet. Da half kein Schick anziehen oder zurückhaltendes Rufen. Wir durften einfach nicht mitspielen!

Fotos via Morgenpost.
Einige Aktivisten der Hedonistischen Internationale haben es dennoch geschafft sich auf das V.I.P. Fest zu mogeln und den geladenen Gästen ein wenig den Abend zu versauen. Aber der Veranstalter selbst hatte schon im Voraus dafür gesorgt, daß der Protest für die durchlauchten Gäste aus der zweiten Promireihe unübersehbar war. Die Fußgänger mußten sich durch einen Mob von ihnen nicht gewogenen Schnorrern, Pöblern oder Pfeiffern drängeln. Die motorisierten V.I.P. hatten ebenfalls Schwierigkeiten pünktlich zur Eröffnugn zu kommen. Einige schwarzangezogene Chaoten versperrten ihnen den Weg. In der Halle soll es aber ebenfalls recht gespenstisch gewesen sein. Die Tausend geladenen Gäste gingen in der riesen Halle schlicht verloren.
Draußen war es da viel netter. Zwar durften die Besucher des Bürgerfestes, welches dafür gesorgt hatte, daß die angemeldete Demonstration nicht an der Halle vorbei laufen durfte, nicht in die Halle. Aber auch draußen gabs einigen Spaß. So kaperten einige Aktivisten die eigentlich extra für uns aufgebaute Bühne des Spreeradios und begrüßten uns freundlich beim Bürgerfest gegen die O2 World. Den temporären Kulturkommerziellen gefiel diese Aneignung gar nicht, so daß sie sich Hilfe von Team Green holten. Die ließen es sich nicht nehmen die Anwesenden Aktivisten, Bürger, Radiounterhalter und andere Anwesenden ordentlich durcheinander zu bringen. Nebenbei zerlegten sie gleich mal die Bühne! Alles flog durch die Gegend. Parolen wurden gerufen. Die Hoologans in Grün bildeten eine recht unansehnliche Kette. Die Party war vorbei. Die Schubserei, Rennerei und die Festnahmen begannen.

Die Barrieren waren im Grunde nie wirklich gefährdet. Zwei Reihen grenzte die Besucher des Bürgerfestes von der Halle ab. Bis circa 21 Uhr gab es ein ständiges Wogen von Menschenmassen. Mal gings zum Boulevard, der auf den Haupteingang führte. Mal auf die eine Rasenfläche, aber auch auf die Andere. Unruhige bemaulkorbte Hunde kläfften verstört alles an, was sich bewegte. Behelmte Hooligans rannten wild durcheinander, verteilten einige Hiebe, schubsten Kritiker umher und dürften durchaus auch manch anderen wohlgesonnen Besucher des Bürgerfestes getroffen haben.
Das Programm der Eröffnung verzögerte sich beträchtlich. Der Beginn der V.I.P. Feierlichkeiten begann aufgrund der verspäteten Anreise mindestens eine halbe Stunde später. Die versprochene Lichtshow und das Feuerwerk begannen sogar eine Stunde später. Anwohner dürfte die Veranstaltung wenig interessiert haben. Oder, wenn sie doch Interesse hatten, durften sie nicht ran. Die Mühlstraße war mit zwei Schleusen komplett abgesperrt. Die gepolsterten Türsteher in Grün ließen nach ihrem eigenen Gusto passieren.
Also, die Eröffnung der O2 World war ein komplettes Desaster für Anschütz und seine AEG. Als nächstes ist Tempelhof dran.
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