Tibet, Gere & ganz viel Kommerz

Das Lancia sich schon einmal am Fundus der sogenannten globalisierungskritischen Subkultur bedient hat, ist nix neues. Das sie es aber auch gar nicht lassen können, verwundert mich schon. Hinter der spektakulären Ausbeutung und der ironischen Zurschaustellung, wenn nicht gar zynischen Persiflage a la konservativer Spaßguerilla, vermeintlich linker Diskurse, scheint eine Taktik der kapitalistischen (Wieder-) Aneignung zu stecken. Protestformen werden usurpiert und mit einer Pointe versehen, die sich aus einer Konsumlogik speist. Damit wird die linke Ikone entzaubert und verschwindet kommerziell umgewertet hinter einer neuen, industriellen Warenperformance.

Noch viel ekelhafter ist aber, daß wiedermal diese theokratischen Schmunzelmönche und kleine, lächelnde, den Eltern geraubte, lamaistische Novizen herhalten müssen. Da fällt mir nur Tibet, Tibet über alles ein. Der amerikanische Obererleuchtete Richard Gere scheint sich für die Sache Tibets für nichts zu Schade! Zeigen, verkleistern, verkaufen! Immer weiter in die Souveränität!

Da gönn‘ ich mir lieber ein wenig differenzierte Chinakritik und nicht diesen antichinesischen Konsumkitsch! Während der globale08 gibt es am 20. Oktober – um 20 Uhr – im Kino Moviemento präsentiert von der Schwarzen Risse eine Lesung zum Thema Chinas neue Generation von Wanderarbeiter_innen. Zu Gast sein wird Pun Ngai, Professorin am Social Work Research Center der Peking University und der Hong Kong Polytechnic University. 1996 gründete sie in Hongkong das Chinese Working Women Network, das Wanderarbeiterinnen in einer Industriezone im Perlflussdelta unterstützt. Der Eintritt ist frei!


2 Antworten auf „Tibet, Gere & ganz viel Kommerz“


  1. 1 Thomas 14. Oktober 2008 um 21:14 Uhr

    Eine interessante Art auf so eine Veranstaltung hinzuweisen…!

    Die Google-Werbung find ich hier sehr cool, ich glaub die muss bleiben. ;-)

  2. 2 Butch Jonny 15. Oktober 2008 um 13:31 Uhr

    nicht schlecht wa! quasi drei-in-einem, kulturkritik – religigionskritik – ansage! supa! :-)

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