Offenbar arbeiteten am 29. Oktober bei der Einschleusung der Nazis des Blocco Studentesco in die Anti-Gelmini Demonstration und den späteren, womöglich erwarteten Auseinandersetzungen mit Antifas, die Faschos mit der römischen Polizei zusammen. Die Strategie der Spannung hat begonnen!
Bisher scheint die Diskreditierung des Anti-Gelmini-Protestes noch nicht zu funktionieren. Die großen Zeitungen, wie La Repubblica, Corriere della Sera (mit seinen regionalen Ablegern) und Unità, berichten ausführlich über die Proteste und den Naziübergriffe am 29. Oktober. Auf den Online Portalen der Zeitungen wird forlaufend relevantes Foto- und Videomaterial veröffentlicht.
Die äußerste Wichtigkeit der Dokumentation zeigt sich einmal mehr im Wettlauf um die Veröffentlichung eines Videos, das eindrücklich nachweist, wie die Polizei und die Nazischläger zusammenarbeiteten. Sowohl La Repubblica als auch die anderen Medien schloßen sich dieser These von einer Kooperation zwischen Nazis und Polizei an. So soll es mindestens einen Kontaktmann der Polizei im Faschistenblock gegeben haben. Anbei ein Video, das von youtube blöder weise ständig gelöscht wird, aber immer wieder – wie penetrant
– irgendwo anders wieder erscheint.
Die Dokumentation schreitet mit riesen Schritten voran. Neue Fotos von der Prügelorgie der Nazis, heute bei La Repubblica erschienen und bei Osservatorio sulla Repressione runterzuladen, zeigen erschreckend, wie srupellos auf Demonstranten und vermeintliche Antifaschisten eingeschlagen wird.
Zur Zeit versuchen die Nazis mit einem eigenen Video ihre Wahrheit und einen heimtückischen Angriff von Antifas auf sie zu konstruieren. Die Bilder aber zeigen den Rädelsführer – den Cappo und Anheizer – wie er selbst auf Demonstranten mit einem Gürtel einschlägt. Das Video zeigt aber auch, daß der Naziblock größer war als die circa 20-25 Schläger. Außerdem waren sie sehr jung!
Um die Ereignisse des 29. Oktober auf der Piazza Navona möglichst breit zu verbreiten gibt es nun auch eine englisch übertitelte Doku. In einem weiteren Video (italienisch) sind Augenzeugenberichte zu den Aktivitäten des faschistischen Blocco Studentesco und den antifaschistischen Reaktionen gesammelt. Auch euronews berichtete. In ihrem youtube-Channel nocomment gibt es ebenfalls ein Video. Nun aber zur englischübertitelten Dokumentation.
via microplatform und bava
Schon vor 5 Jahren wurde eine Gruppe von Studenten in Trento nachts nach einer Debatte über Papierlose in der Uni auf dem Heimweg von Faschisten angegriffen. Weil die Faschisten aber den Kürzeren zogen und ein paar von ihnen schwer verletzt wurden, ermittelte die Polizei dann gegen die Linken, in diesem Fall Anarchisten. Sie glaubte den Faschisten von Forza Nuova unbesehen alles, was diese über den angeblichen Angriff der Linken erzählten. Und sie half ihnen nach Kräften, Widersprüche in ihren Aussagen zu beseitigen. 7 Anarchisten wurden daraufhin verhaftet und für zwei Wochen in Untersuchungshaft gesetzt. Trotz gerichtlich protokollierter Abhörung von mehr als 30 Mobiltelefonen, trotz Video- und Tonüberwachung in den Zellen der Untersuchungshäftlinge ergab sich dann aber keine brauchbare Indizienlage, und die Anarchisten mussten freigelassen werden.
Der italienische Staat hat faschistische Wurzeln. Wenn er schwach ist, geht es den Leuten (auch geistig) gut. In Zeiten, in denen es stabile Regierungen gibt, ist der Faschismus stark.
das es insbesondere linke trifft, die aggressiv und zerstörerisch sein sollen, passiert immer wieder. ‚anarchisten‘ scheint dabei – wie auch in deutschland – ein wenig die schlimmst mögliche kategorie zu sein.
mich wundert, wie große gesellschaftsschichten den wählen, der sie am laufenden bande verarscht, sie bestiehlt, die caste deckt und offen faschistische symphatien offenbart. aber das scheint die meisten nich‘ so richtig zu stören. erst wenn es ihnen an den „kragen“ geht, daß heißt die zukunft ihrer kinder und ihres „geschäfts“ bedroht ist, rennen sie massenhaft auf die straße. aber dann können sie auch ma‘ ihre meinung sagen…
ich würde nich sagen, daß es den leuten besser geht, wenn der staat schwach ist. die informellen netzwerke scheinen dann nzwar besser zu funktionieren, weil sie nach ‚unten‘ rutschen. aber, denke ich, es kann damit auch ‚unten‘ gefährlicher werden. die netzwerke sind eben einfach verschoben und die casta scheint demokratisiert. wenn der staat sich wieder aufrappelt übernimmt er eben wieder die netzwerke.
irgend wie scheint es immer nur um ‚familien‘ und szene zugehörigkeiten zu gehen. loyalitäten und freundschaften sind womöglich in breiten schichten teil von geben & nehmen verhältnissen.
vielelicht ist es aber auch alles viel einfacher. jedoch bleibt die zusammenarbeit staatlicher, italienischer hierarchien mit faschistischen strukturen erschreckend, weil sie irgend wann tödlich wird.