Animal liberation, human rights – one struggle, one fight!

Am gestrigen Samstag trafen sich verschiedene Tierschutzgruppen, Sympathisant_innen und Unterstützer_innen zur bundesweiten Antispe-Demo in Berlin Mitte. In trüber und grauer Novembersuppe kamen, trotz zeitnaher Antifa-Demo in Pankow, circa 400 Demonstrant_innen zum Berliner Alexanderplatz, um gegen allgegenwärtige Mißstände im Umgang mit dem Mitgeschöpf Tier aufmerksam zu machen und dieser lebensfeindlichen und verrohten Gesellschaft kraftvoll entgegenzutreten.

Schreit auch für die, deren Schreie zu oft überhört werden!

Escada aus dem Pelzhandel kicken lautete der Slogan zum Auftakt des Heißen Herbstes gegen Escada. Das Ziel ist, die Modemarke zum Verzicht auf das blutige Geschäft mit Pelzen zu bewegen und mit der Demo vor die Flagship Filiale in die Berliner Friedrichstraße zu ziehen.

Nazis hatten ebenfalls zur Teilnahme an dieser Demo aufgerufen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass dieses Rassistenpack nicht in unseren Reihen geduldet und eine geringe Personenzahl im Vorfeld aus der Demo geschmißen wurde. Mit Nazis, Rassist_innen und Homophob_innen gibt es keine Kooperation um jeden Preis! Niemals! Für nichts! Besonders nicht im aktiven Tierschutz!


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Gegen 13.30 Uhr samelte sich vor dem (durch Aktivismus und Widerstand pelzfreien) Kaufhof auf dem Alex bereits der Großteil der Demonstrant_innen, und zeigte schon in den Vorbereitungen mit zahlreichen Transpis, Fahnen und Plakaten unser gemeinsames Ziel, nämlich Escada aus dem Pelzhandel zu kicken!. Die Auftaktkundgebung endete kurz vor zwei. Es gab drei Redebeiträge. Der erste kam vom Demobündnis und erläuterte die Hintergründe um die Kampagne gegen die Pelzindustrie im Allgemeinen und Escada im Besonderen. Der letzte Beitrag erläuterte recht emotional und drastisch die Grundlagen der antispeziestischen Theorie.

Gegen 14 Uhr zog der lautstarke und dichte Zug, der gleich zu Beginn beinah komplett mit Seitentransparenten als solcher erkennbar war und sofort (unrechtmäßigerweise) abgefilmt wurde, mit einer Schleife über den Alex und bog über die Alexander- in die Karl-Liebknecht Straße. Erstes Ziel waren der Fischimbiß Nordsee und Blockhouse. Vor letzterem fand die Zwischenkundgebung statt.

Dort gab es neben einigen Informationen zu den Widerlichkeiten von Fastfood Ketten eine Performance, in der circa 15 Aktivist_innen des ominösen Vereins Tierfeinde e.V. mit Parolen wie Mehr Gott! Mehr Staat! Mehr Fleischsalat! und Mehr Fleisch! Mehr Krieg! Mehr Sklaven sichtlich für Verwirrung außerhalb und innerhalb der Demo sorgte! Da ein Aufklären des Demo-Zugs im Vorfeld über diese Aktion nicht erfolgte, zeigten einige Tierrechtler_innen, was sie von solch einer Gesellschaft halten und enrißen im Handgemänge den vermeintlichen Tierfeinden ihre Schilder. Erst mehrmalige Lautidurchsagen konnten die Leute beruhigen und aufklären, daß diese wachrüttelnde Aktion eine geplante Demo-Aktion war. Im Nachhinein ist diese tatkräftige Enteignungsaktion als postiv zu bewerten. Auch wenn mensch einige, hitzige Aktivist_innen auffordern könnte, zunächst etwas genauer hinzuschauen ;-)

Dämliche Polizeiansagen und Provokationen gegen einzelne Demoteilnehmer_innen gehörten leider, wie nicht anders zu erwarten war, wiedermal dazu. Doch schien es diesmal um eine gewisse Argumentationsleistung zu gehen. Deshalb waren nicht, wie sonst üblich, Sprüche, wie Weil ich es kann oder das ganz besonders schnittige Eins, zwei, drei! Weg! gefragt, sondern eher Ansätze eines Dialogs. So gab es Ansprachen, wie Und aus welchem Tier sind deine Schuhe, sowie Das ist doch auch Leder!? Das ist okay, wa? Mancher setzte sogar zum Monolog an und meinte, Das sind 30,-€-Discountschuhe und . . . Andere Uniformierte, gerade Streifenpolizisten und BVGler, schienen sich ernsthafter mit dem Thema auseinanderzusetzen. Am Rand konnte mensch hören, wie jene sich über Pelzimitate unterhielten und wo mensch die bekommen kann.

Nach der Zwischenkundgebung und dem versteckten Theater zog die Demo weiter in Richtung Hackescher Markt, am Dom Aquaree vorbei, in denen Tiere zur Unterhaltung ausgestellt und vorgeführt werden. Weiter ging es über den Hackeschen Markt, am Monbijou-Platz vorbei in Richtung Oranienburger Tor. Dort fand eine weitere Zwischenkundgebung statt. Österreichische Tierbefreier_innen informierten über Repressionen gegen Aktivist_innen und forderten Solidariät mit den 10 verhafteten, nach 3 1/2 Monaten wieder entlaßenen Tierbefreier_innen. Sie unterstrichen, daß Tierschutz nur international und gemeinsam erkämpft werden kann! Netze müssen geknüpft werden, Aktionen abgestimmt werden.

Der dritte Part der Demo-Route zog die Friedrichstraße herunter. Es ging zielstrebig am S-Bahnhof Friedrichstraße vorbei auf die Escada Filiale zu. Passant_innen und Tourist_innen auf diesem Glamour-Boulevard wurden aufgerufen, besagte Luxusboutique zu boykottieren und das Geschäft mit Pelzen nicht zu unterstützen.

Tiere sind keine Ware und gehören nicht auf den Körper ausgemergelter, faltiger Altweiberhaut!

Leider wurde die Filiale durch einige Wannen geschützt, so daß es lediglich gelang, die Aufmerksamkeit auf diesen Schandfleck zu richten. Die Demo der Anti-Fur Compaign erhielt keine Erlaubnis seine Abschlußkundgebung vor der Filiale abzuhalten. Es sollte in die angrenzende Seitenstraße ausgewichen werden, zynischerweise nannte die sich Jägerstraße. Die Abschlußkundgebung konnte deshalb erst nach mehrmaligen, polizeiliche Durchsagen und zeitverzögert durchgeführt werden.

Die bunte, laute und aktive Demo wurde mit einem Radical Cheerleading und einer performativen Tierschutzaktion beendet, in der sich blutbeschmierte Aktivist_innen als getötete Tiere auf der Straße fallen ließen. Mit anbrechender Dunkelheit löste sich die Demo auf, machte aber Hoffnung auf Feuer & Flamme nachfolgender Aktivitäten.


2 Antworten auf „Animal liberation, human rights – one struggle, one fight!“


  1. 1 kuba 17. November 2008 um 1:34 Uhr

    schöner bericht.
    sollen laut veranstalter sogar über 500 leute da gewesen sein.

  2. 2 Misiu 18. November 2008 um 11:33 Uhr

    die taz hat nen ganz netten Artikel gestern veröffentlicht -> „Demonstranten gehen ESCADA ans Fell“
    http://www.taz.de/regional/berlin/aktuell/artikel/1/demonstranten-gehen-escada-ans-fell/

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