Der Schuh in der Politik!

Es gibt ein viel zu selten untersuchtes Phänomen, daß am gestrigen Sonntag bei einer Pressekonferenz des scheidenden US-Präsidenten Georg W. Bush gleich zweimal leider ihn verfehlend hinter diesem erbarmungslos einschlug. Ein irakischer Journalist schleuderte mit Inbrunst und den Worten Dies ist dein Abschiedskuß, du Hund seine zwei schweren Schuhe auf den Texaner.



via redblog

Dies ist aber nicht der einzige Rebell, der mit Schuhen Politik machen wollte. Schon Nikita Chruschtschow prügelte 1960 aus verletzter Seele mit einem Schuh auf sein Rednerpult in der UNO Vollversammlung. In der Debatte ging es um die Entkolonialisierung und die Unabhängigkeitsbestrebungen in Afrika. Jedoch sehr viel mehr in Rage brachte Chruschtschow die Behauptung eines philippinischen Delegierten, daß die Sowjetunion den Menschen in Osteuropa ihre politischen und bürgerlichen Rechte geraubt habe. Angesichts solch einer Beleidigung kann mensch ruhig mal den Schuh zücken und laut zettern.



Szene aus Billy Wilders Satire Eins, zwei, drei

So relativiert sich aber auch die Schuhattacke auf Bush, der für eine langjährige, aggressive Politik im Irak steht, der die Ausbeutung sowie den Ausverkauf des Landes voran trieb und nicht einmal den eigenen, selbst angerichteten Schaden repariert hat. Und dann auch nichtmal getroffen. Und kein Medienskandal. Schade!

+ + U P D A T E + +

Eine sehr interessanter Artikel über das Symbol des Schuhs im Nahen Osten gibts bei der Süddeutschen (via entdinglichung)


1 Antwort auf „Der Schuh in der Politik!“


  1. 1 Thomas 16. Dezember 2008 um 11:19 Uhr

    Über den Schuh in der Politik könnte man eine Doktorarbeit schreiben. ;-)

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