Hamas und Kadima sind sich einig!


Der weltweite Protest gegen den Krieg in Gaza nimmt eine äußerst bedenkliche Wendung, was vielleicht sogar nicht anders zu erwarten war.

Auf der einen Seite begrüßte die Antifa Mönchengladbach offenbar in ideologischer Umnachtung schon am 27. Dezember Luftangriffe, die in den ersten 15 Minuten über 150 Menschen töteten. Das sich die Israelultras und Kommunismusjünger mit einer konservativ fundamentalistischen israelischen Regierung gegen palästinensische Zivilisten solidarisieren, scheint den sogenannten antifaschistischen Kriegsfreund_innen allerdings entgangen zu sein.

Auf der anderen Seite verschwimmen auf sogenannten Friedensdemonstrationen gegen die Aggression, oder noch besser den Völkermord Israels an friedlichen Palästinenser_innen, die Grenzen zwischen internationaler (antiimperialistischer) Solidarität mit Antizionistismus. Wie in Frankfurt fröhnen die Demonstrant_innen lieber ihrer verkürzten Israelkritik und unterlassen jede Kritik an der Hamas.


via subtext

In Düsseldorf fordern offenbar überforderte Demonstranten das Ende eines vermeintlichen israelischen Bombenholocausts. Sie skandieren Kindermörder Israel / Babymörder Israel. Das obligatorische Israel-Fahne verbrennen war auch dabei. Das grauenhafte Allah‘u Akhbar war ebenfalls ein gern gegröhltes Statement. Was das mit Gaza zu tun, weiß eigentlich keiner. Außer die Hamas!

In Stuttgart trieben sich ähnlich relativierende Fundamentalisten herum. Die Aufnahmen aus Saarbrücken, die durch die Antifa Saar veröffentlicht wurden, könnten genauso in anderen Städten aufgenommen worden sein. Immer wieder wird die Mär von einem Massaker, einem Genozid oder gar Holocaust, am palästinesischen Volk verbreitet. Die Angriffe richten sich vor allem gegen die palästinensische Zivilbevölkerung, wobei möglichst Kinder und Babys getötet werden sollen.


via urban infidel

Richtig ist, daß die israelische Regierung um Olmert, Livni und Barak die Hamas vernichten will. Der israelische Staat hat zwar kein Interesse an einem Genozid der palästinensischen Zivilbevölkerung im Gaza Streifen, will aber einen Krieg bis zum bitteren Ende führen. Zum Schutz der Frauen, Kinder und anderen Zivilisten werden die Beschoßenen, wie grejfruit von der überaus objektiven und vor allem emanzipativen Postille Welt erfahren hat, mit Flugblättern, automatischen Anrufen und Handynachrichten informiert. Na dann is‘ ja alles gut!

Die Hamas, auf der anderen Seite, benimmt sich ähnlich rücksichtslos. Ihre Kommunikationsmittel scheinen dagegen aber sehr viel eingeschränkter zu sein. Sie versuchen es erst gar nicht die attackierte israelische Bevölkerung zu warnen. Schließlich wohnt sie mit 30 km viel zu nah an Muslimen und muß dafür bestraft werden. Der Vernichtungswille der fundamentalistischen Hamas richtet sich gegen ganz Israel und ihre jüdischen Bewohner_innen. Der Organisation geht es darum das Banner Allahs über jedem Zentimeter Palästinas zu entfalten.


Weitere Bilder gibts hier

Die regierende und nun kriegführende Kadima sieht dies im Grunde nicht viel anders. Auch sie sind der Meinung, daß Erez Israel – das jüdische Pendant zum islamistischen Palästina – aus historischen und nationalen Gründen in Gänze den jüdischen Israelis gehört. Aufgeschrieben und präsentiert wurde dies Ende November 2005, im Übrigen von Tzipi Livni, der heutigen israelischen Außenministerin.


However, in order to maintain a Jewish majority, we must give up part of the Land of Israel to maintain a Jewish and democratic state.

In das abgetretene Land, wo sich durchaus eine selbstständiger, autonomer Palästinenserstaat bilden dürfe, wollte Livni – das fiel ihr im Frühjahr letzten Jahres im Wahlkampf ein – die israelischen Araber_innen umsiedeln.



Weitere Bilder von Demonstrationen in Israel gibts hier

Gegen solch eine menschenverachtende Politik regt sich natürlich auch Widerstand in Israel. In Tel Aviv demonstrieren kurz nach dem Beginn der blutigen Bodenoffensive mindestens 10.000 Menschen gegen die erneute Eskalation des Krieges. Es soll eine der größten linken Demonstrationen seit Jahren gewesen sein. Auch palästinensische Israelis versammelten sich zu Tausenden in Sakhnin.

Die Repression der israelischen Regierung, die den wachsenden Protest im eigenen Land immer mehr verschärft, zeigte sich am vergangenen Freitag. Während einer Die-In Performance vor der Sde Dov Airbase werden die beteiligten Aktivist_innen verhaftet und wurden erst am heutigen Sonntag entlaßen. Die Aktivist_innen der Anarchists against the Wall (AATW) sind nun zwar frei, aber weitere mindestens 200 seit den Angriffen auf Gaza Verhaftete sind immer noch im Knast.

Im Grunde geht es um die Definitionsherrschaft oder, wie anti bemerkt, um Befindlichkeiten. Ob in der eigenen Bezugsgruppe, dem eigenen Umfeld sowie nach außen in die Öffentlichkeit soll der andere jeweils immer der Aggressor und Mörder sein. Dies wird von den jeweiligen Herrschenden auf der einen und anderen Seite jeweils derart überhöht, daß der Feind zum Monster mutiert.



Es ist eine Schlacht der Bilder, der medialen Performance. Die Kriegserklärung muslimischer Hacker, die Israel kurz vor Neujahr den Cyberwar erklärt und in 48 Stunden über 300 israelische Homepages verändert haben, weist genau in diese fatale Richtung. Es geht nicht darum, was passiert, sondern wer es am besten verkauft.

Darunter leidet vor allem die Zivilbevölkerung im Gaza Streifen und in Südisrael. Die fundamentalistischen israelischen und palästinensischen Makkabäer, die erblindeten Israelultràs und ihre feindlichen Palästinahooligans schlagen sich gegenseitig die Köpfe ein.

Ein Ende der Kämpfe ist nicht absehbar. Die politische Agenda auf beiden Seiten will kein miteinander, sondern versucht sich Vorteile im Gegeneinander zu verschaffen. Nur das Existenzrecht einer freien, palästinenischen und einer israelischen Bevölkerung auf gleicher Augenhöhe, ohne Besatzung, terroristische Anschlägen sowie mit gleichem Zugang zu sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Institutionen, wird auf Dauer Frieden bringen! Jedoch, wie mit den fundamentalistischen Gewaltjunkies in der Kadima und in der Hamas jetzt umgegangen werden sollte, kann ich nicht sagen!


21 Antworten auf „Hamas und Kadima sind sich einig!“


  1. 1 Benjamin 05. Januar 2009 um 9:47 Uhr

    Endlich mal ein umfassender, objektiver und ausgeglichener Artikel zu der Thematik. Dachte schon in der (deutschen) Linken ist alles den Bach runter gegangen und es herrschen nur noch Dichotomien und Emotionen vor.

    Dank dafür!

  2. 2 blümchen 05. Januar 2009 um 11:12 Uhr

    „Tod, Tod Israel“ und „Zionismus [dieser manifestiert sich im Staat Israel!] abschaffen“ [3.1., Berlin] ist also „verkürzte Israelkritik“? In Anlehnung an den Euphemismus für völkischen Antikapitalismus wird hier eliminatorischer Antisemitismus zur, ein wenig zu emotionalen, aber berechtigten Kritik an Israel verdreht. Komm mal zurück ins Diesseits!

  3. 3 Machnow 05. Januar 2009 um 11:26 Uhr

    Meine Meinung zum Antizionismus ist klar. Meine Meinung zu antisemitischer Kapitalismuskritik ebenfalls. Das ich die Fundamentalistendemo in Berlin (und anderswo) ablehne, dürfte ebenfalls eindeutig sein. Das sich hinter den dt. Friedensdemos klerikale Kriegstreiber verstecken, die Israel vernichten wollen, dürfte bei fortgesetzter Lektüre ebenfalls leicht zu erkennen sein…

    All dies hindert mich aber nicht daran solidarisch gegen Israelis und Palästinernser_innen zu sein!

  4. 4 Bela Kun 05. Januar 2009 um 12:31 Uhr

    An einigen Punkten fand ich die Objektivtät sogar ganz gut, an anderen Stellen kommt wieder – wie ich finde – jener Berliner Studityp, mit einem Bein schon in seinem möglichen mittelständischen oder bildungsbürgerlichen Leben, durch, der nicht verstanden hat – oder aber nicht mehr verstehen will, dass das sowas wie das“Primat der Praxis“, „das Sein, dass Bewusstsein schafft“ zählem und nicht diffuse hegelsche Aufklärungsmethoden.

    Denn sicherlich ist es (vielleicht) auch richtig, Bruchlinien zu zeigen, mit denen linke Politik sichtbarer wird; was aber nicht hilft ist eben jener (zugegebenermaßen recht plaktiv) dargestellter „Linker“, der schon lange nicht mehr „im Volk wie der Fisch im Wasser schwimmt“, also auch mehr oder weniger direkt in den akutellen Kämpfen Positionierungen verteidigen und voran treiben kann, sondern in seinem Kämmerlein sitzt.

    Interessant wäre in diesem Zusammenhang auch eher, mal zu kucken warum und mit welcher Zielsetzung etwa PFLP, IKP etc. – also Gruppen vor Ort (soweit es geht) welche Poltik eben in jenem Spannungsfeldverfolgen….

    Ich hoffe, ihr nehmt mir die (vielleicht etwas harsche) Kritik nicht übel.

  5. 5 Machnow 05. Januar 2009 um 18:20 Uhr

    Ich kenn mich bei Hegel nich‘ aus. Von einem „Primat der Praxis“ (das könnte mensch nämlich auch den Israels in die Schuhe schieben) oder anderen Eliten, halte ich wenig. Ein mittelständisches Unternehmen is‘ auch nicht in Sicht. Bleibt mir also nur meine Meinung und mich vor allem um Menschen zu sorgen. Dabei lehne ich jede Vernichtungsphantasie kategorisch ab! Egal von welcher Seite sie kommt!

    Mir geht es auch nicht in erster Linie um „linke“ Politik, sondern um emanzipative Experimente hin zu einer sozialen – nich‘ bolschewistisch-kommunistischen – Revolution. Ich bin da mehr für einen landauer’schen Sozialismus.

    Die Betrachtung linker, palästinensischer Gruppen fänd ich auch interessant. Danach hab ich aber nicht auch noch gesucht. Ich war mit den klerikalen und makkabäischen Fundamentalisten zu Genüge beschäftigt. Über die Perspektive der PFLP & IKP werd ich mich auch mal informiere. Wobei mir die Position der AATW recht einleuchtend und am radikalsten erscheint.

  6. 6 blümchen 05. Januar 2009 um 18:36 Uhr

    „All dies hindert mich aber nicht daran solidarisch gegen Israelis und Palästinernser_innen zu sein!“

    „solidarisch gegen“ ist mir eine noch unbekannte linksdeutsche phrase. diese meint?

    wert lege ich dann eher auf das „und“, welches die so hilfslose wie gefährliche abstraktheit deines beschränkten, ausschließlich rot-schwarzen, malbuchdenkens offenbart. – versuchs doch mal empirisch und stelle dich mit einem großen „kein gott, kein staat, kein vaterland“-plakat wahlweise in gaza oder tel aviv auf die straße. kein revolutionstheoretischer wie -praktischer unterschied?

  7. 7 Machnow 05. Januar 2009 um 18:56 Uhr

    oh mann, du würdest differenziertes denken nicht mal erkennen, wenn es dir als regenbogen gegenüber steht. rot-schwarz mögen meine favoriten sein, dh aber nicht, daß ich nix anderes ernsthaft in erwägung ziehe.

    auf meinem transpi würde im übrigen „anarchie! freiheit! kollektiv?“ stehen. macht mehr spaß. andererseits is‘ der slogan „sozialismus sofort“ auch nich‘ schlecht. „frauenrechte für alle!“ befürworte ich auch :-)

  8. 8 blümchen 05. Januar 2009 um 19:52 Uhr

    aus dem verlinkten landauer text:

    „Rettung kann nur bringen die Wiedergeburt der Völker aus dem Geist der Gemeinde!

    Die Grundform der sozialistischen Kultur ist der Bund der selbständig wirtschaftenden und untereinander tauschenden Gemeinden. [das dies Ware und Wert fortexistieren lässt, setze ich als bekannt voraus. wenn nicht: Marx (der hat mit stalin nichts zu tun), Das Kapital]

    Unser Menschengedeihen, unsre Existenz hängt jetzt davon ab, daß die Einheit des einzelnen und die Einheit der Familie, die uns allein noch an natürlichen Verbänden geblieben sind, sich wieder steigert zur Einheit der Gemeinde, der Grundform jeder Gesellschaft.“

    diese überschaubaren, mittelalterlichen zwangskorsette („Gemeinde“ und „Familie“) haben kapitalistische produktionsweise, bürgerliche gesellschaft und industrialisierung, zwangsläufig gewalttätig, aufgebrochen und damit erst die möglichkeit für eine befreite gesellschaft, jenseits von hungersnöten trotz unaufhörlicher stupider plackerei, gottglauebn, analphabetismus und provinzieller öde geschaffen. entschuldige, aber das ist regressiver antikap.!

  9. 9 Machnow 05. Januar 2009 um 22:32 Uhr

    familie & gemeinde muß nicht zwangsläufig im bürgerlichne sinne als blutslinie oder (bluts-) genealogie betrachtet werden. worum es landauer geht ist einen kompromiß zw. dem individuum / dem einzelnen und einem freien kollektiv zu finden. das er in die nähe religiöser gemeisnchaften gerät, ist richtig, finde ich auch problematisch. seine zunehmende messianische (e)utopie gefällt mir dabei auch nicht, paß allerdings in die zeit…

    bürgerlich waren seine vorstellungen aber nie. die familie / gemeinde ist ein freiwilliger bund und keine bürgerlich-schicksalhafte zwangsgemeinschaft. viel wichtiger ist das horizontale verhältnié zw. den gemeinschaften & in den gemeinschaften.

    wenn du landauer genauer lesen würdest, dann kämsz du nie auf die idee er würde anaphabetismus (was der amerikansiche primitivsmus allerdings schon wünscht), aberglaube (er ist antiklerikal – im gegensatz zur kadima und der hamas) und regressiven antkapitalismus predigen. vn letzterem hab ich übrigens nichts in deinem zitat gefunden.

    richtig ist dein punkt, daß es eine grundlegegende diskussion um ein befreites individuum (durch stirner zum kategrosischen individualismus übertrieben) und einem freien kollektiv geführt werden muß. landauer kommt womöglich zu unbefriedigenden ergebnißen.

    der hier ist ebenfalls recht befreiend :lol:


    Greift euch wahllos irgendwelche Leute & überzeugt sie, daß sie ein enormes, nutzloses & erstaunliches Vermögen geerbt haben – etwa 5000 Quadratmeilen der Antarktis oder einen greisen Zirkuselefanten oder ein Waisenhaus in Bombay oder eine Sammlung alchimistischer Manuskripte. Später werden sie feststellen, daß sie einen Moment lang an etwas Außerordentliches geglaubt haben & werden dadurch vielleicht bewegt, eine intensivere Existenzweise anzustreben.

  10. 10 Wegwart Kok 06. Januar 2009 um 21:52 Uhr

    Auch wenn man Israel ein Existenzrecht innerhalb der heutigen Grenzen zugesteht, was von jedem einigermassen humanen Menschen erwartet werden kann, so ist es falsch zu behaupten, dass kein Völkermord an den Palästinensern stattgefunden hat. Und es ist auch falsch, die Hamas als Nazis zu bezeichnen. Israel vergrössert sich seit seinen Anfängen durch als Racheaktionen deklarierte Kriegsaktionen gegen die Palästinenser, und es rächt sich seit 60 Jahren ausschliesslich an den Arabern und nicht etwa an den Europäern oder gar an den Deutschen.

    Persönlich finde ich es sympathisch, dass die Anarchisten sich nicht auf die Seite der Antiimps stellen. Aber ich beobachte auch, dass einige von ihnen bereits zum Zionismus übergetreten sind. Ich habe keine Sympathie für keine kriegführende Partei in diesem Konflikt.

  11. 11 Machnow 06. Januar 2009 um 22:12 Uhr

    Die Hamas sind für mich menschenverachtende, klerikale Fundamentalisten. Ich habe nie behauptet, sie wären Nazis – jedoch sind sie nicht sehr viel besser. Sie wollen Israel samt Bevölkerung vernichten. Sie haben kein Interesse an einem Zusammenleben mit Israelis und säkularen Palästinensern. Sie wollen Israel vernichten.

    Die Geschichte Israels ist nicht so einfach, wie sie dargestellt wird. Arabische Nachbarn wollten es vernichten. Eine militante Reaktion mag aus heutiger Sicht überzogen, aber wichtig gewesen sein. Anders sioeht es bei ihrer aggressiven Siedlungspolitik aus. Diese ist unnötig und zum Teil rassistisch.

    Ich stehe vor allem auf Seiten von Menschen. Die Ideologie ist mir hierbei Scheiß egal. Erst wenn Vernichtungs- oder aggressive Ausgrenzungstendenzen erkennbar werden, wende ich mich ab. Diese sehe ich sehr wohl bei der Hamas, aber auch die Kadima scheint nicht ganz davor gefeit zu sein. Die israelische Regierung ist zumindest an einer ethnisch religiösen Separierung interessiert.

    Im Übrigen sind es zwei Parteien, die Krieg führen. Israel agiert mit der ganzer militärischer Brutalität, ohne Rücksicht auf eine traumatisierte, hungernde und leidende Zivilbevölkerung. Die Hamas führt ebenfalls einen Krieg. Seit Jahren beschießt sie den Süden Israels mit Raketen, die ebenfalls eine ganze Bevölkerung traumatisiert & verletzt.

    Es gibt nicht EINE kriegführende Partei, sondern ZWEI fundamentalistische, ideologisch verbohrte und vor allem menschenverachtende KriegsPARTNER. auf beiden seiten leidet die zivilbevölkerung unter diesen staatlichen / parastaatlichen eliten.

    Araber_innen & Israelis wollen lediglich in Ruhe & glücklich leben!
    Unversehrt! Gesund! Frei!

  12. 12 Wegwart Kok 06. Januar 2009 um 22:33 Uhr

    Die Geschichte Israels ist tatsächlich etwas komplizierter. Sie beginnt mit einer heiligen Schrift. Eine weitere wichtige Station ist der Zionistische Weltkongress in Basel.
    Die Immigration zehntausender aus Europa vertriebener Juden und die Gründung des Staates Israel, welche erst durch Mord- und Vertreibungsoffensiven der Hagana überhaupt möglich wurde, waren keine friedlichen Aktionen aus arabischer Sicht. Es wäre an der Zeit, dass sich gerade die Deutschen dafür nicht nur den Juden, sondern auch den Arabern gegenüber etwas schuldiger fühlen würden, als sie es gegenwärtig tun. Ein erster Schritt könnte es sein, das eigene historische Wissen über Palästina nicht aus israelischer oder aber antisemitischer Quelle zu beziehen. Wobei letzteres bei den deutschen Linken von Ihrem Typus nachgerade nicht sehr wahrscheinlich ist.

  13. 13 Machnow 06. Januar 2009 um 22:40 Uhr

    dialektik ist ein echt hübsch feines spielzeug. dann sieht die welt gleich ganz einfach aus. so schön kantig, geometrisch abgegrenzt & so vernünftig. ach ’ne vernünftig nich. kosmopolitisch aber auch nicht :lol:

  14. 14 Sozialist 07. Januar 2009 um 23:58 Uhr

    Krieg ist kosmopolitisch, gell.

    Israel bedeutet Krieg, seit seinen Anfängen. Eine friedliche Zweistaatenlösung kann nur dann Erfolg haben, wenn sich die Vereinten Nationen endlich militärisch in den Konflikt einschalten. Ansonsten wird sich Israel halt einfach immer weiter ausdehnen, und der Krieg wird nie zu ende sein.

  15. 15 Machnow 08. Januar 2009 um 0:25 Uhr

    mit kosmopolitisch wollte ich auf stalins antisemitische kampagne zw. 1947-53 hinweisen.

    @ sozialist & kok: ihr quatscht antiiraelische scheiße, die an (bolschewistisch kommunistischen) antisemitismus grenzt. die verknüpfung der bibel / thora mit der (imperialistischen) natur eines herzlschen zionismus ist widerwärtig & eindeutig antisemitisch.

    Gegen klerikalen & kommunistischen Fundamentalismus!
    Für den Sozialismus! Für die Anarchie!

  16. 16 lahmacun 08. Januar 2009 um 1:41 Uhr

    @machnow: nebenbemerkung: die su hat als allererstes israel anerkannt; und ohne die waffenlieferungen hätte israel einpacken können.

  17. 17 Machnow 08. Januar 2009 um 9:06 Uhr

    @lahmacun:

    soll das heißen, es gab keinen antisemitismus in der sowjetunion? spätestens mit der niederschlagung des aufstands der kronstädtischen matrosen wars vorbei mit der freiheit. nun begann die ausgrenzung, existenzielle bedrohung und der blutige kampf ums überleben im neuen totalitären system.

    ‚formalismus‘, ‚trotzkismus‘ und auch ‚kosmopolitismus‘ waren lediglich rechtfertigungen um mißliebige & vor allem (vor stalin und seinem system des permanenten krieges) in ungnade gefallene zu beseitigen.

  18. 18 lahmacun 08. Januar 2009 um 11:19 Uhr

    ne, das will ich nicht bestreiten. war nur ein dezenter hinweis darauf, dass nicht alles schwarz-weiß ist.

  19. 19 Machnow 08. Januar 2009 um 11:41 Uhr

    na dann sind wir ja wenigstens an diesem punkt einer meinung. für differenzierende hinweise bin ich immer dankbar. sorry für die dünnhäutigkeit.

  20. 20 Barry 10. Januar 2009 um 16:29 Uhr

    @Wegwart KOK:
    Die „Vertreibungen“ nach der Staatsgründung als zionistische Aggression gegen Araber darszustellen, zeigt wie fest das schwarz-weiß denken bei dir sitzt. Dass diese, zweifellos nicht hinnehmbaren, Aktionen der Hagana im Rahmen des Unabhängigkeitskrieges stattfanden, nachdem alle umliegenden Staaten Israel den Krieg erklärt hatten, weil sie die Gründung eines (von der UNO beschlossenen) jüdischen Staates nicht hinnehmen wollten, blendest du einfach aus und maßt dir dann noch an eine ausgeglichene Sichtweise zu haben.

  1. 1 “Natürlich will ich, dass der Krieg so schnell wie möglich vorbei ist” « Brigata Amaranta Venticinque Aprile Pingback am 08. Januar 2009 um 11:32 Uhr
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