Die Stille, die bleibt



via telepolis

Das Töten geht weiter! Junge israelische Reservisten verlaßen ihre Familien, um in den Krieg gegen palästinensische Familien zu ziehen. Zerstörung, Haß und Verzweiflung treibt sie in die Bunker. Sie sitzen im Dunkeln und sehnen sich nach der Stille.


Es ist eine surreale Szene, die sich hier, an diesem öden Ort, Kilometer weit entfernt von der nächsten menschlichen Behausung, abspielt: Man sieht sich um und sieht im diffusen Licht des späten Winternachmittages Männer, mit denen man noch vor ein paar Tagen in der Kneipe gesessen hat, wissend, dass sie irgendwann demnächst in den Krieg ziehen werden, und fragt sich, ob wohl alle auf beiden Beinen zurückkommen werden. Man wechselt ein paar Worte darüber, wie toll das war, als Schir Maimon 2005 beim Eurovision Song Contest mit „HaScheketh scheNischar“ den vierten Platz geholt hat, bis dann irgendjemand fragt, ob das eigentlich so seine Richtigkeit hat, was da gerade so passiert, und irgendjemand anderes anwortet, irgendwas müsse ja wohl passieren, und mit der Hamas könne man ja auch nicht reden, weil die Israel zerstören wolle. Es klingt in diesen Momenten nicht so, als sei der Vater zweier Kinder wirklich davon überzeugt. „Ich wünsche mir Stille für unsere Bürger im Süden“, sagt er: „Stille, die bleibt“ . . .

„Ich will einfach nur leben,“ sagt der Freund: „Es fällt mir schwer, Israel nach allem, was passiert ist, zu lieben oder einfach nur zu akzeptieren, aber ich könnte mit ihm in Frieden leben.“ . . .

Die Bevölkerung in Gaza will diesen Krieg nicht; die Hamas steht unter großem Druck, sich auf einen Waffenstillstand einzulassen und dafür ihre Forderungen herunter zu schrauben . . .

Es sind nicht allein die Israelis im Süden, die Stille verdienen – am Ende sehnt sich doch jeder nach Stille.