Antisemiten aller Länder bescheinigen Euch…

Offenbar gab es wieder einmal einen antisemitischen Vorfall im Berliner Fußball. Diesmal richtete sich das antisemitische Gegröhle gegen die Mannschaft & die Fans von Tennis Borussia, also gegen diejenigen, die sich im letzten Jahr öffentlich mit dem TuS Makkabi solidarisierten, nachdem es gehäuft zu antisemtischen und rassistischen Pöbeleien auf dem Platz und am Rand des Spielfelds kam.

Das Jungvolk der Eisernen Kameraden stürmte offenbar beherzt mit Rufen wie “Asylanten”, “Alle Juden sind Schweine” und “Antifa Hahaha” aufs Parkett um den ein oder anderen Borussen Spieler, aber vor allem die schwulen Fans zu verprügeln. Schon vorher soll es zu verbalen Angriffen auf TeBe-Fans gekommen sein. Die homophoben Sprüche waren dabei noch das harmloseste.

Aber auch nach dem Platzsturm (Video) ließen sie es sich nicht Juden zu Schweinen zu machen, die lilaweißen Fans homophob zu beschimpfen und gar einen Brandanschlag auf das Mommsenstadion, dem Heimstadion von Tennis Borussia, anzukündigen.

Die Verbands- und Vereinsoffiziellen haben von den antisemitischen Sprüchen natürlich, wie schon so oft, gar nichts mitbekommen. Liesegang, der sich im September letzten Jahres bei einer Podiumsdiskussion zu Rassismus und Antisemitismus im Fußballstadion, die vom Jüdischen Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus veranstaltet wurde, schon beinah aktionistisch aus dem Fenster gelehnt hatte, war ausnahmsweise mit Mario Weinkauf auf fatale Weise einer Meinung. Der sieht nämlich nur das viele Geld, was in der Berliner Hallenfußball Marktlücke gescheffelt werden kann. Couragiertes Eingreifen, problematisieren von Antisemitismus, Rassismus, Homophobie und Sexismus stört dabei nur.

Gestern haben sich die Fans des Köpenicker FC Union stolz und ostdeutsch treu neben ihre Kameraden aus Hohenschönhausen gestellt. Zwar war diese innige Freundschaft vor circa einem Monat noch nicht so recht sichtbar, aber bekanntlich können sich die Verhältniße im Osten rasant ändern. Die exzessiv zur Schau gestellte Homophobie der Dynamos und ihre Gewaltbereitschaft wurde durch die Eisernen gestern getoppt. Außerdem schloßen sie mit ihren antisemitischen Gegröhle stramm die Reihen zum harten Kern der eigentlich gar nicht existierenden Nazifans des BFC. Ob die sich nun treudeutsch mit den Köpenickern unter dem schwarz-weiß-rotem Banner wieder zusammenkuscheln werden, bleibt allerdings unwahrscheinlich.

Auf jeden Fall dürfen sie sich in eine internationale, wahrhaft globalisierte Reihe von Antisemit_innen stellen. Die glauben Solidarität mit Palästina bedeutet die Vernichtung Israels. Sie fordern eben nicht das Ende des Krieges gegen Zivilist_innen, sondern die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung weltweit. Und eine vermeintliche Linke beteiligt sich treudoof an den Aufmärschen von Fundamentalist_innen, Nationalist_innen und Terrorist_innen.

Die Querfront ist eröffnet. Unioner werden zu Dynamos! Dynamos werden Unioner! Linke werden religiös, sexistisch und homophob! Rechte solidarisieren sich mit Linken! Scheiß Querfront! Scheiß Antisemit_innen. Scheiß Krieg!

+ + U P D A T E + +

Die Tennis Borussia Abteilung der Aktiven Fans hat eine Erklärung herausgegeben, in der sie die antisemitischen, rassistischen und homophoben Äusserungen auf das Schärfste verurteilt und die zuständigen Verbände BFV und DFB auffordert , endlich entschieden dagegen vorzugehen.

Die Offiziellen des FC Union verharmlosen die Vorkommniße. Christian Arbeit, der Vereinssprecher erklärte, daß es lediglich ein Mißverständis gewesen wäre und es bei Union kein Problem mit Antisemitismus & Rassismus geben würde. Das in Wirklichkeit gesungene Alle Bullen sind Schweine wäre zwar auch nicht in Ordnung, aber er ist weder rassistisch noch antisemitisch.

Na dann is‘ ja alles gut! Und die Gewaltbereitschaft ist wohl auch zu tolerieren!

+ + U P D AT E + +

Der Verein Union Berlin hat sich in einer Erklärung in eindeutiger Weise gegen den Platzsturm, die antisemitischen, homophoben und sonstwie herabwürdigenden Gesänge positioniert sowie distanziert sich ausdrücklich von solchem Verhalten. Außerdem ruft der Verein zum aktiven Engagement gegen derartige Tendenzen auf.


Der Verein ruft seine Anhänger dazu auf, gemeinsam zu zeigen, dass Union ein offner und toleranter Verein ist und anderen Tendenzen in den eigenen Reihen entschieden entgegen zu treten!

Offenbar muß ich meine Ansicht in Punkto Symphatien zum BFC Dynamo revidieren. Diese Reaktion hätte ich nicht erwartet, aber insgeheim erhofft. Bravo Union! Respekt!

Wegen der Rolle rückwärts am gestrigen Mittwoch.


7 Antworten auf „Antisemiten aller Länder bescheinigen Euch…“


  1. 1 Lenni 12. Januar 2009 um 23:50 Uhr

    sorry, aber so ’nen Müll veröffentliche ich nicht auf meinem Blog, bitte schreib wenigstens nur dann Artikel wenn du dabei warst. Wäre dir dankbar wenn du den Link zu meinem Blog entfernst, ich möchte damit nichts zu tun haben.

  2. 2 Machnow 13. Januar 2009 um 0:01 Uhr

    @ lenni: welcher müll? welcher link?

    und mag sein, daß ich nicht dabei war, aber ich darf doch trotzdem eien meinung haben. und mich kotzt insbesondere an, daß menschen antisemistische parolen gröhlen, diese mit homophobie würzen und versuchen andere zusammenzuschlagen. dies ist für mich grundsätzlich inakzeptabel. dafür muß ich nich‘ im stadion / halle sein um es nicht zu mögen. was glaubst du, warum ich nie ins sportforum gehen werde! [erst, wenn die revolution gewonnen hat ;-) ]

    also, das nicht einschreiten der sicherheitsleute nervt mich. das die anitisemiten in der halle bleiben durfen nervt mich. das in der „berliner zeitung“ von marktlücken geschwaffelt wird nervt mich. das vom BFV nix kommen wird nervt mich… tebe & (marginal oder nicht sichtbar anwesende) jüdische mitbürger werden aufs gröbste beleidigt und nix passiert. das ist scheiße!!!

  3. 3 kuba 13. Januar 2009 um 13:53 Uhr

    TeBe-Fans verurteilen Vorkommnisse beim Berliner Hallenturnier
    Erklärung von Tennis Borussia Abteilung „Aktive Fans“:

    Beim gestrigen Hallenturnier der Berliner Regional- und Oberligisten in der Charlottenburger Sporthalle kam es im Turnierverlauf wiederholt zu antisemitischen, rassistischen und homophoben Äußerungen der Anhänger des 1. FC Union gegenüber den Fans von Tennis Borussia Berlin. Nach der Partie zwischen beiden Mannschaften stürmten die Union-Anhänger sogar das Spielfeld und versuchten, in den gegenüber liegenden Block der TeBe-Fans zu gelangen. Dies konnte von der Polizei in letzter Sekunde verhindert werden.

    Der Veranstalter, die Regional- und Oberliga-AG des Berliner Fussball-Verbandes (BFV), und die Sicherheitskräfte reagierten auf die Entgleisungen selbst nach Aufforderung von Vereinsvertretern anderer teilnehmender Mannschaften nicht.

    Die Abteilung der aktiven Fans von Tennis Borussia verurteilt die antisemitischen, rassistischen und homophoben Äusserungen auf das Schärfste und fordert die zuständigen Verbände BFV und DFB auf, endlich entschieden dagegen vorzugehen. Gesänge wie „Alle Juden sind Schweine“ oder „Asylanten“ sind Straftaten und müssen auch endlich als solche geahndet werden. Die Sonderbehandlung von Vereinen mit großer Anhängerschaft muss ein Ende haben, wenn es die Funktionäre mit ihren Toleranz-Appellen ernst meinen.

    Tennis Borussia ist als Verein mit jüdischen Wurzeln und einer friedlichen Fanszene, die sich öffentlich deutlich gegen Rassismus, Homophobie und Antisemitismus positioniert hat, immer wieder Opfer von rechtsradikalen Übergriffen.

  4. 4 kuba 15. Januar 2009 um 11:21 Uhr

    nix bravo union! nix gelernt!

    siehe hier:
    http://fc-union-berlin.de/default.php?content=vereinsnews_detail&id=3267

    einfach nur lächerlich diese rolle rückwärts. die scheinen sich intern nicht ganz sicher zu sein wie sie sich nach außen hin verhalten sollen.
    mal gucken was heute für ne erklärung von union geben wird….

  5. 5 kuba 16. Januar 2009 um 16:03 Uhr

    Pressemitteilung des Vorstandes von Tebe:

    TeBe bleibt Neujahrsempfang des BFV fern

    Aus Protest gegen die bisherige Untätigkeit des Berliner Fußball Verbands (BFV) hinsichtlich der Vorkommnisse beim 31. Berliner Hallenturnier nimmt Tennis Borussia nicht am Neujahrsempfang des BFV teil.

    Beim Fußballturnier am 11. Januar in der Charlottenburger Sömmeringhalle skandierten Fans des 1.FC Union mehrfach „Alle Juden sind Schweine“ und andere rassistische und menschenverachtende Parolen gegen Fans und Spieler von Tennis Borussia. BFV-Vizepräsident Gerd Liesegang war zwar Augen- und Ohrzeuge vor Ort, hat es jedoch unterlassen, umgehend zu reagieren. Zudem kam es beim Platzsturm von Anhängern des 1.FC Union auch zu Tätlichkeiten gegenüber Spielern von Tennis Borussia.

    Vorstand und Fans von Tennis Borussia sind entsetzt, dass der BFV in beiden oben genannten Fällen bislang keine Aktivitäten ergriffen hat.

  1. 1 vermischtes « im*moment*vorbei Pingback am 13. Januar 2009 um 17:52 Uhr
  2. 2 damals | heute « goalie Pingback am 13. Januar 2009 um 22:40 Uhr
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