Protest & Vernichtung oder Dialektik der Straße




Am morgigen Samstag sammelt sich zu zwei Demonstrationen der Protest gegen den Krieg im Nahen Osten. Palästinensische, arabische und sogenannte Friedensgruppen gehen ab 14 Uhr bei ihrer bundesweiten Demo gegen die israelischen Massaker im Gazastreifen auf die Straße. Ab 16 Uhr ruft ein breites Bündnis Palästinenser_innen, Kurden_innen, Israel_innen Türken_innen und Einheimische_r zum Rathaus Neukölln zur linken, antirassistischen Demo unter dem Motto Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker! Freiheit für Palästina und Kurdistan! auf.

Leider kippten die sogenannten Solidaritätsdemonstrationen für Gaza in den letzten Wochen oft in antiisraelische, antizionistische und zum Teil offen antisemitische Aufmärsche klerikaler Fundamentalisten, die gemeinsam mit blinden Linken gegen die Zustände im Nahen Osten protestierten. Die bundesweite Demo scheint sich in diese Tradition stellen zu wollen. Die linke Demo am späten Nachmittag dagegen internationalisiert und emanzipiert den Protest. Den nationalistischen Solidaritätsbekundungen, die immer eine Vernichtung Israels implizieren, wird so positiv Solidarität und sozialer Protest gegenüber gestellt. [Hoffe ich zumindest]

Trotzdem habe ich angesichts der Welle der antiisraelischer & antisemitischer Normalisierung mächtig Bauchschmerzen. Die folgende Sammlung von Streetart macht es dabei nicht gerade besser! Rassismus und eliminatorischer Totalitarismus mischt sich mit Menschenverachtung und Gewaltverherrlichung! In dieser Sammlung ist die antideutsche Folklore des Tragens einer Israelfahne plötzlich nur noch ein recht harmloses Symbol für die Solidarität mit Israel!


via flickr und islamic workplace


via ehsan und grejpfrut


via Graffiti-Forschung und selbstmordparty