500 Leute protestieren gegen Homophobie

Trotz Nieselwetters haben sich am vergangenen Samstag (24.01) rund 500 Menschen im schwul-lesbischen Schöneberger Kiez versammelt um gegen homophobe Übergriffe zu protestieren.

Anlass war ein brutaler Überfall von fünf bislang unbekannten Tätern auf zwei homosexuelle Männer in der Nacht vom 20.01 auf den 21.01 in der Eisenacher Straße Ecke Kleiststraße. Die Täter haben die beiden schwulen Männer und einen aus einem nahelegendem Lokal zu Hilfe eilenden Dritten völlig grundlos zusammengeschlagen. Eins der drei Opfer wurde so schwer verletzt (Schädelfraktur und Hirnblutungen), dass es zeitweise in Lebensgefahr war und notoperiert werden musste.

An der vom schwulen Anti-Gewalt-Projekt Maneo initiierten Mahnwache und anschließenden Demonstration nahmen Bundes- und Landespolitiker von CDU, SPD, FDP, Grüne und Linkspartei teil und sie forderten wie so oft, dass „nun Taten folgen müssen“ und man „Gesicht zeigen muss.“ Das ist zunächst erfreulich. Die Frage ist aber, ob die Anwesenheit und ein paar Worte (die man übrigens nach jedem Überfall hört) von Politikern wie zum Beispiel vom FDP-Landesvorsitzenden Markus Löning (FDP) oder der Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke) in der Zukunft etwas bringen!?

Denn schon seit Monaten häufen sich homophobe Überfälle, die die schwullesbische Szene besorgen und aufbringen und passiert ist seitens der Politik kaum etwas.

Ende Oktober 2008 zum Beispiel wurde ein lesbisches Paar in Hellersdorf attackiert. Das im Mai 2008 eingeweihte Mahnmal für die in der NS-Zeit verfolgten Homosexuellen in Tiergarten wurde mehrfach geschändet, zuletzt Mitte Dezember.

Aber auch „kleinere Taten,“ die es in der Regel nicht in die Medien „schaffen,“ häufen sich. Ein Beispiel sind die vermehrten Stein- und Eierattacken auf den schwulen Buch- und DVD-Laden „Bruno’s“ in der Bülowstraße. Oder es werden öfter auch von vorallem Jugendlichen Türen von Bars aufgerissen und „scheiß Schwule“ gegrölt.

Und passiert ist seitdem wie schon gesagt nicht viel…..

Homosexuelle müssen sich auch außerhalb von CSD und Lesbisch-schwulem Stadtfest ohne Angst bewegen können!
Das geht nur, wenn mehr Gelder in Aufklärungsarbeit fliesen, das Thema Homosexualität in Schulen angesprochen wird und große Teile der Menschen endlich die Augen und Ohren öffnen!
Denn Homophobie beginnt schon mit „schwule Sau“ und ist auf Schulhöfen, auf der Arbeit, in Kneipen, beim Sport und auf der Straße täglich zu hören. Damit muss endlich Schluss sein!
Nur eine klare, eindeutige und unmissverständlichen Haltung gegenüber solchem Fehlverhalten schafft Verbesserung für die Betroffenen!


2 Antworten auf „500 Leute protestieren gegen Homophobie“


  1. 1 Machnow 27. Januar 2009 um 19:23 Uhr

    Ekelhaft, wie sich der homophobe Alltag immer weiter eskaliert. Vor allem der Ablauf der Tat ersckreckt. Wie queer berichtet, sollen die Angreifer es gezielt auf das schwule Pärchen abgesehen haben und ohne Vorwarnung zugeschlagen haben. Ein zu Hilfe eilender wurde ebenfalls massiv verletzt. Er soll eingegriffen haben, weil die fünf (!) Angreifer brutal auf den am Boden liegenden weiter eingetreten hatten.

    Ich würde sagen, daß dies ein Mordversuch war.

  2. 2 bart 27. Januar 2009 um 23:04 Uhr

    Ich frage mich teilweise wo dieser hass herkommt bei den Menschen. Unverständlcih !!!

    MfG

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