Der nächste antisemitische Bruder will Juden bekehren!

Wieder äußert sich ein Geistlicher der fundamentalistischen Bruderschaft St. Pius X. antisemitsch und die Shoa relativierend. Der italienische Priester Don Floriano Abrahamowicz leugnete in einem Interview mit der La Tribuna di Treviso, daß in Gaskammern Menschen umgebracht wurden. Die komplette Übersetzung des Interviews gibt es bei den fundamentalistischen Katholiken von kreuz.net.

Abrahamowicz behauptet, daß die Äußerungen von Williamson für antivatikanische Zwecke instrumentalisiert wurden. Laut Radio Vatikan war die Leugnung der Shoa durch Williamson, so meint Abrahamowicz, eine Unvorsichtigkeit. Er bekräftigt, daß sein Priesterbruder (im Geiste) lediglich Zweifel artikuliert hat, die den technischen Aspekte der Ermordung von Menschenmassen in Gaskammern betrafen. Diese Äußerungen, so Abrahamowicz, sollten die Shoa jedoch nicht bestreiten. Nur was ist es denn sonst – wenn nicht Antisemitismus und Leugnung – wenn Williamson erklärt, es hätte keine Gaskammern gegeben und sich in seinen Erläuterungen auf einen bekannten, neonazistischen, den Holocaust leugnenden Experten stützt.

Aber auch Abrahamowicz scheint der Leuchter Report nicht unbekannt zu sein. Er scheint ihn ebenfalls glaubwürdig zu finden und relativiert die Gaskammern zu reinen Desinfektionszwecken. Damit wiederholt er die Nazi-Legende, die im Propaganda Ministerium geboren wurde und bis heute bereitwillig von Holocaust-Leugner jeder Colour wiederholt wird. Dadurch wird dieser widerliche Schwachsinn aber nicht wahrer! Diese Schutzbehauptung der Nazis sollte die industrielle Vernichtung von Millionen Menschen negieren und lediglich zur normalen Ermordung durch Arbeit verharmlosen.

Noch ekelhafter ist aber, daß der Abrahamowicz eine jüdische Verschwörung phantasiert, die einen Genozid an Deutschen durch Amerikaner und Engländer sowie an Palästinensern durch Israelis durch die Überbetonung der Shoa unterdrückt.

Wer hat jemals über den US-amerikanischen Genozid gesprochen – durch die Bombardierungen auf deutsche Städte? Wer hat jemals über den britischen Premierminister Winston Churchill († 1965) gesprochen, der die Phosphor-Bombardierung von Dresden befohlen hat, wo sich nicht nur viele Zivilisten, sondern auch viele alliierte Soldaten befanden? Wer hat über die englische Luftwaffe gesprochen, die durch Bombardierung der Städte Hunderttausende Zivilisten tötete? Und die Israelis können mir sicher nicht erzählen, daß der Genozid, den sie von den National-Sozialisten erlitten haben, weniger schlimm ist, als der im Gazastreifen – nur weil sie einige tausend Personen getötet haben und die National-Sozialisten sechs Millionen. Hier kritisiere ich das Judentum, das sich empört, statt die Opfer des Völkermords anständig zu ehren. Es ist, als ob es in der Geschichte nur einen Genozid gegeben hätte, den an den Juden im Zweiten Weltkrieg.

Und da ist nun alles beisammen. Die Relativierung der Gaskammern zu Hygieneeinrichtungen macht es möglich die Shoa – den industrialisierten, fabrikmässigen Massenmord an allen rassistisch als Jud_innen Stigmatisierten – zu einem xb-liebigen Völkermord zu relativieren, der sich nahtlos in eine lange Geschichte kriegerischer Grausamkeiten einreihen läßt. Ob Abrahamowicz die Ausrottung der amerkanischen Ureinwohner durch katholische Missionare, die blutige Christianisierung in Osteuropa und die Kreuzzüge in diese lange Reihe einbeziehen würde?

Auf jeden Fall ist das Problem mit der Shoa durch eine theologische Verdrehung erledigt. Das Schicksal der Jud_innen – der älteren Brüder der Katholik_innen – wurde in eine lange, internationale Märtyrergeschichte – dem Holocaust – integriert und verlor so seine herausragende Bedeutung für die Menschheitsgeschichte. Plötzlich ist sie weg, die Schuld des römisch-katholischen Klerus. Der andere Pius – der Zwölfte – und sein Schweigen ist ganz vergessen. Das sieht unser deutsche Ratze ebenso. Hat er deshalb vielleicht keine Problem mit den Judenfeinden der Piusbruderschaft?

Denn dies sind sie unmißverständlich antijüdisch. In jeder lateinischen Messe, in der sie für die Erlösung der Juden beten. In ihrer Theologie, die sie als Christen über das störischen Volk Gottes stellt, das seinen Messias verworfen hat und [ihn] nach wie vor bekämpft. Sie sehen sich sogar als Beschützer der Jud_innen! Gruselig & ekelhaft diese Verdrehung der eigenen Verantwortung in der historischen Genese des Judenhass, der mit christlichem Antijudaismus beginnt und sich bis zum rassistisch nationalistischen Antisemitismus potenziert, dem die Nazis mit ihrer gewohnt deutsch absoluten Auslöschung ein Denkmal setzen wollten.

Und genau an diese Seite gehören sie, diese klerikalen Antisemiten, diese fundamentalistischen Messiasfetischisten, diese ekelhaften, christlichen Nazis!


2 Antworten auf „Der nächste antisemitische Bruder will Juden bekehren!“


  1. 1 Ohne Worte (II) « Kaffee, Kuchen…Kommunismus! Pingback am 31. Januar 2009 um 21:17 Uhr
  2. 2 Die Mafia zu Gast im Picchi « Brigata Amaranta Venticinque Aprile Pingback am 02. Februar 2009 um 9:55 Uhr
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