Scheiß Atomstaat! Atomforum Abschalten!


Am gestrigen Abend trafen sich circa 1.500 Demonstran_innen um gegen die Wintertagung des Deutschen Atomforums, das zeitgleich im Maritim-Hotel stattfand zu protestieren. Höhepunkt der Demo war die symbolische Umzingelung des Tagungsortes.

An der Berliner Vattenfall Zentrale trafen sich gegen 17 Uhr circa 800-1.000 Menschen, die ihren Unmut über die Atompolitik zum Ausdruck bringen wollten. Es waren viele kleine und größere Bürgerinitiativen angereist. Die Grünen versuchten, wie schon so oft bei Aktionen der Anti-Atom-Bewegung, sich einzubringen und den Protest zu dominieren. Das geht auch recht leicht. Die Parteimitglieder_innen holen einfach ihre alten Präregierungspartei Transpis und Schilder aus den 90igern wieder raus und verteilen sie. Zack! Und sie sind wieder Teil einer außerparlamentarischen Bewegung.



Weitere Bilder gibts hier und hier

Der taz gefiel das Bild der vielen Grünen-Winkelemente offenbar derart gut, daß sie in ihrem Artikel behaupten, es wären vor allem Symphatisanten der Kriegsbefürworter, der inkonsequenten Ausstiegs- und konsequenten Castorpartei anwesend.

Das sah vielleicht insbesondere am Anfang so aus, denn alles was eine Blitz an der Kamera hatte, suchte sich den Weg zur Grüne-Bundesprominenz zu fotografieren. Aber wenigstens versuchten sie sich nicht an die Spitze der Demo zu setzen und blieben dezent im Hintergrund. Vom Lauti wurden sie vorsichtig wieder in der Anti-Atom-Bewegung begrüßt, jedoch nicht ohne auf ihre unrühmliche Rolle bezüglich des Aussteigs aus der Atomenergie und der Durchführung von Castortransporten während ihrer Regierungsbeteiligung hingewiesen zu werden.

Die Demo selbst lief recht locker. Die Menschen vor dem Lauti liefen recht schnell, so daß die nachrücker etwas Mühe zu haben schienen. Parolen wurden überall gerufen. Vorne, wo auch zwei Antifa-Fahnen geduldig geschwenkt wurden, gab es dann auch ein paar Anticapitalista Rufer. Vorherschend war aber das Hopp! Hopp Hopp Atomkraft stopp!, was zwar nicht sonderlich kreativ, dafür aber einfach und pointiert immer wieder und schnell sehr laut gerufen wurde. Solch eine, ich würde sagen, Grundparole eint die Demo. (Wäre vielleicht auch für die Freiraum-Demo eine gute Idee.)

Vor dem Eingang zum Hotel erwartete die Demonstrant_innen die 23. Einsatzhunderschaft, dei sich allerdings sehr zurückhielt. Schließlich war sie in den letzten Monaten des öfteren negativ aufgefallen. Kurz gab es ein wenig Rangelei, was sich aber schnell wieder beruhigt hat.

Die Veranstalter_innen sprechen von einem großen Erfolg. Seit Jahren waren gegen die Atomlobby nicht mehr so viele Menschen auf der Straße. Außerdem wird betont, daß sich verschiedene Spektren beteiligten. Eben nicht, wie die taz behauptet, nur Mitglieder von Bürgerinitiativen oder von den Grünen, sondern sehr viele unorganiserte Bürger, Jusos, aber eben auch ein paar Antifas. So kann es weiter gehen, denn Atomkraft ist scheiße. Genau, wie der Staat, der sie forciert!


4 Antworten auf „Scheiß Atomstaat! Atomforum Abschalten!“


  1. 1 kuba 05. Februar 2009 um 18:33 Uhr

    fand die demo und umzingelung ganz ok.
    paar mehr parolen und weniger schilder der grünen wären ganz gut gewesen;-)
    wenigestens sind die veranstalter_innen einigermaßen kritisch mit den grünen umgegegangen…

  2. 2 Machnow 05. Februar 2009 um 23:42 Uhr

    da fällt mir ein…

    Wer hat uns verraten?
    Sozialdemokraten!
    Wer war dabei?
    Die Grüne Partei!

  3. 3 Thomas 06. Februar 2009 um 16:16 Uhr

    Die taz schrieb überhaupt nicht, dass nur Grüne und Leute aus Initiativen dort waren. Aber die Dominanz der Gründen zu Beginn der Demo konnte man bei geöffneten Augen auch nicht übersehen. Das löste sich im Laufe der Demo dann auf – vermutlich weil die Polit-Prominenz dann auch einzeln duch die Demo lief.
    Die Dominanz der Grünen, die so offen zur Schau gestellt wurde mit Plakaten etc. fand ich nicht sonderlich gut. Das sie da waren, fand ich hingegen sehr gut. Ohne diese Partei hätte die APO Ziele wie Atomausstieg und Förderung alternativer Energien nicht erreicht. Der wirkliche Verrat fand auf anderen Politikfeldern statt – auch wenn die Poltik in Hamburg doch einiges an Kopfschütteln auslöst. In dem Sinne ist der kritische Umgang mit der Partei notwenig, aber eine generelle Ablehnung ist nicht viel besser als die faulen Kompromisse zu denen sich die Grünen in ihrer Parteiwerdung haben hinreißen lassen.

  4. 4 Machnow 06. Februar 2009 um 20:00 Uhr

    Ich fand eben die Mischung sehr gut. Die Grünen haben sich ja eigentlich auch relativ zurück gehalten. Sie haben ja nicht die erste reihe gesucht. Die Aufmerksamkeit war durch die Bundesprominez dann aber doch da. Außerdem habe die Veranstalter recht gut auf die inflationäre Nutzung von grünen Fahnen reagiert. Ich bin mir relativ sicher, daß dies nicht alles Grüne waren… Naja.

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