14. März – United we stay!

united we stay - freiraum demo 14. maerz 2009

Die Berliner Hausprojekte laden am 14. März zur bundesweiten freiRäume Demo unter dem Motto United we stay! Kollektiv! Offensiv! Subversiv! nach Berlin ein. In einer sehr schönes Präsentation (powerpoint, circa 3,9 MB) für Infoveranstaltungen werden die Ziele der geplanten Demonstration und der Wir bleiben Alle Kampagne beschrieben. Es wird sowohl auf die Konzepte, die Geschichte der besetzten Häuser in Berlin und die beteiligten Projekte eingegangen.

Mit der Demo am 14. März setzt sich der Kampf um den Erhalt der Berliner freiRäume fort. Nach der one struggle – one fight Demo am 8. Dezember 2007 vernetzten sich Anfang 2008 die akut bedrohten Projekte. Der nächste Höhepunkt waren die Aktionstage vom 27. Mai bis 1. Juni. Auf der einen Seite gab es hierbei eine spontane Besetzung, zahlreiche heiße Aktionen, aber auch einen massiven Angriff von Team Green auf das Abschlußfest in der Køpi.

Treffpunkt zur neuen Demo ist am 14. März, am Samstag, um 15 Uhr auf dem Hermannplatz in Neukölln. Die ersten Aktivitäten gibt es aber auch schon am Freitag. Der Infopunkt öffnet ab 16 Uhr in der Rigaer 78. Am Abend gibt es dort ab 18 Uhr eine VoKü. Die letzten Demovorbereitungen und Workshops finden in den einzelnen Projekten in Friedrichshain statt.

Am Tag der Demo öffnet der Infopunkt ab 12 Uhr in der Rigaer. Um 15 Uhr startet die Demo am Hermannsplatz. Diesmal soll konzeptionell ein anderes Demokonzept ausprobiert werden. Die Problematisierungen und grundlegenden Ansichten halten wir für durchaus praktikabel und vor allem in der Diskussion um neue Interventionskonzepte für brauchbar, allerdings gibt es in den Details durchaus auch problematische Formulierungen, mit denen wir uns in einem gesonderten Text auseinandersetzen werden. Der Demotag schließt in der Rigaer mit einer VoKü und weiteren Veranstaltungen ab.

Das freiRäume Aktionswochenende wird am Sonntag beendet. Erst gibts ab 12 Uhr einen Brunch in der Køpi. Danach gibt es ab 14 Uhr Raum für den Meinungsaustausch zum Wochenende, zum vorläufigen Resümee des Demokonzeptes oder einfach um die Organisatoren zu loben.

Bis zu den Aktionstagen rund um die Demo wird es in Berlin und bundesweit Infoveranstaltungen geben. Nächste Woche Montag gehts in Berlin im New Yorck im Bethanien los. Am Donnerstag findet im Projektraum H48 in Neukölln eine weitere Infoveranstaltung statt. Die erste Runde Mobi wird am Dienstag, den 3. März im Schnarup-Thumby beendet.

Die Demo am 14. März wird in diesem Jahr nicht die einzige Aktivität sein um auf die akute Bedrohung der Hausprojekte in Berlin hinzuweisen. Im Juni werden die erfolgreichen Actionsdays for Autonomous Spaces aus dem letzten Jahr als Freiraum Actionweeks vom 6. Juni bis 26. Juni wiederholt. Den Aufruf gibts hier.


6 Antworten auf „14. März – United we stay!“


  1. 1 Thomas 21. Februar 2009 um 13:35 Uhr

    Das neue Demokonzept, die Präsentation und darin die Zielsetzung finde ich gelungen, was aber die Gleichsetzung von Workshops, brennenden Autos etc. in einer Bilanz soll, das finde ich schon sehr fraglich.

  2. 2 kuba 21. Februar 2009 um 14:05 Uhr

    Bedrohte Projekte

    Bödiker 9
    Das Haus wurde im Mai 2007 an Platinum Consult verkauft. Alle Wohnungen wurden am 08.04.2008 fristlos gekündigt. Die Mieten sollen um 200% erhöht werden und die rechtfertigende Sanierung schreitet voran, so ist aus dem Garten bereits ein Parkplatz geworden und alle Innenhöfe und Türen sind Videoinfrarot überwacht. An einer Pforte sollen in Zukunft alle BewohnerInnen gezwungen sein sich auszuweisen, bevor sie das Gelände betreten.

    Brunnen 183
    Das Haus beherbegt unter anderem einen Umsonst-Laden und ist insgesamt ein sehr offenes Haus. Es wurde in den 90er Jahren besetzt. Nach zwei Jahren Besetzung meldete sich eine Erbengemeinschaft als EigentümerIn. Später kaufte ein Paussauer Arzt das Haus, um ein Projekt zum generationenübergreifenden Wohnen zu starten. Die Bezirksverwaltung hat ihm ein anderes Haus angeboten, weil sie die Brunnenstraße 183 erhalten will. Dieses Ersatzobjekt soll jetzt aber doch an Joop verkauft werden. 2006 razzten 600 Bullen das Haus, weil sie und der Eigentümer illegale Untervermietung vermuteten – alle BewohnerInnen mussten ihre Personalien abgeben.

    Liebig 14
    Die Liebigstrasse 14 ist ebenfalls akut bedroht. Sechs Räumungstitel hat der Eigentümer Beulker bereits in erster Instanz erhalten, bei drei weiteren Verfahren stehen die Urteile noch aus. Die BewohnerInnen werden aber in die zweite Instanz gehen. Der Eigentümer allerdings setzt von Zeit zu Zeit auch auf seine eigenen Räumungsmethoden, bisher aber ohne Erfolg. So wollte er z.B. einen Elektriker überreden in der Rigaer 94 Starkstrom statt des normalen Stroms zu verlegen.

    Liebig 34
    Eines der letzten anarcho-feministischen Projetkte in Europa gehört, wie 2000 weitere Häuser, dem Immobiliengiganten Padovicz. Im Januar 2009 haben die BewohnerInnen ein Pachtmietvertrag über 10 Jahre unter Vermittlung der Bezirksverwaltung abgeschlossen. Aufgrund der hohen Mieten, der Kaution und der geringen Aussicht auf eine Vertragsverlängerung ist dies aber nur eine vorübergehende Lösung.

    Linie 206
    Ebenfalls Anfang der 90er besetzt, kaufte im Sommer 2008 ein privater Investor das Haus. Nach einer Demo und weiteren Aktionen nahm er allerdings von seinen Absichten Abstand. Das Projekt will sein Haus jetzt übers Mietshäusersyndikat selbst kaufen.

    New Yorck im Bethanien
    Nach der rechtswidrigen Räumung der New York wurde 2005 ein Teil des Bethaniens besetzt. Seit dem laufen Mietverhandlungen mit dem Senat, die sich aber wegen hoher Mietforderung schwierig gestalten. Unter akutem Räumungsdruck wurde jetzt ein zu teurer Dreimonatsvertrag unterschrieben. Viele linke Gruppen, Initiativen und Projekte organisieren sich in dem Haus, das deshalb eine enorm wichtige Infrastruktur für die linke Szene darstellt.

    Reiche 63a
    Das Haus wurde 1977 besetzt und schnell legalisiert. Der 30-Jahre Mietvertrag läuft jetzt aus und die Bezirksverwaltung will die Miete verdoppeln.

    Reiche 114
    Das Haus steht seit Dezember 2006 unter Zwangsvewaltung. Die Versteigerung wurde ohne einen Grund zu benennen abgesagt. Die Zukunft beider Projekts ist ungewiss.
    Ebenfalls in der Reichenberger Strasse entstehen zur Zeit die so gennanten Car-Lofts, der letzte Schrei der Yuppie-Behausungen. Natürlich sind diese beiden Projekte da ein Dorn im Auge der Gentrifizierung.

    Rigaer 94
    Nach vielen, langen Räumungsprozessen, Eigentinitiativen des Eigentümers Beulker (siehe Liebig 14), vier Teilräumungen sowie teilweisen Wiederbesetzungen ist jetzt das ganze Haus akut bedroht. Die Räumungstitel fürs Hinterhaus sind inzwischen ergangen.

    Scharni 29
    Das Haus gehört ebenfalls Padovic. Dieser hat mit der Kohle der Bezirksverwaltung das Haus saniert, weshalb diese ein Belegungsrecht hat und die alten BewohnerInnen wieder hat einziehen lassen. Padovic versucht diese teilweise mit Erfolg rauszuklagen, um die Wohnungen teurer neu zu vermieten.

    Schokoladen
    Das Haus, das vor allem von Künstler und Kulturgruppen genutzt wird ist ebenfalls von der Räumung bedroht.

    Schwarzer Kanal
    Einer der ältesten Wagenplätze in Deutschland wurde 2002 verdrängt und wird aktuell von den Expansionsplänen von Mediaspree bedroht. Auf dem Gelände, dessen Eigentümerin Ver.di ist, sollen Bürogebäude enstehen.

    Resümee:
    * 7 akut räumungsbedrohte Häuser/Wagenplätze
    * 2 Häuser stehen in Verhandlungen um neue Verträge
    * Liebig 34: frische Pachtverträge (15.000 Euro für die
    Kation benötigt)
    * Linie 206: frisch erkämpfte Kaufoption (Geld für
    Direktkrdite benötigt)
    * Bethanien: neue Mietverträge für 3 Monate
    * es gibt weitere Wagenplätze, die relativ gesichert sind

    Quelle: http://linksunten.indymedia.org/de/node/186

  3. 3 kuba 22. Februar 2009 um 15:12 Uhr

    neue termine (infoveranstaltungen):
    05.03, 19.00: Bunte Kuh
    09.03, 20.00: RAW Kulturkantine

  1. 1 united we stay! &#8211 Mobilisierungsvideo « Analyse, Kritik & Aktion Pingback am 05. März 2009 um 13:35 Uhr
  2. 2 Wir bleiben alle! Überall! Für immer! « Analyse, Kritik & Aktion Pingback am 13. März 2009 um 13:02 Uhr
  3. 3 United we stay &#8211 Difendere gli Spazi Liberi! « Brigata Amaranto Venticinque Aprile Pingback am 13. März 2009 um 22:11 Uhr
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