Rechtsrutsch in Südtirol!

Lampaduse Flüchtlinge Die italienische Provinz Südtirol (ital. Alto Adige) erlebt seit den Wahlen im Oktober 2008 einen erheblichen Rechtsruck. Im Landtag von Bolzano (Hauptstadt Südtirols) sind nun drei rechte Parteien vertreten, die den Anschluss Südtirols an Österreich fordern. Sie haben ihren Stimmenanteil gegenüber den letzten Wahlen fast verdoppelt.

In Südtirol leben knapp 500.000 Menschen, von denen rund 70% deutschsprachig sind, 26% italienisch zur Muttersprache haben und knapp über 4% ladinisch spricht (das ist eine romanische Sprache, die überwiegend im Dolomitengebiet gesprochen wird). Südtirol gehört seit dem Ende des Ersten Weltkrieges 1919 zu Italien und mit dem Südtiroler-Pakt von 1972 genießen die dortigen Deutschprachigen besondere Autonomierechte, die sie von Rom weitgehend unabhängig machen. Doch mit dieser Situation will sich der völkische Teil der Deutschsprachigen nicht zufrieden geben und fordert den Anschluss Südtirols an das österreichische Bundesland Tirol.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat die konservative Südtiroler Volkspartei, ein Sammlungsbecken deutsch- und ladinischsprachiger Südtiroler, die das Selbstbestimmungsrecht Südtirols forderte und weitgehend auch durchsetzten, die politischen Geschicke Südtirols maßgeglich bestimmt. Bei allen Landtagswahlen seit 1945 holte sie mehr als 50% der Stimmen. Anders aber bei den letzten Wahlen im Oktober 2008. Hier ist die Südtiroler Volkspartei auf 48% gefallen und die drei Sezessionsparteien haben ihren Stimmanteil von 36.000 Stimmen auf 65.500 Stimmen fast verdoppelt.

Die älteste der drei Sezessionsparteien ist die seit 1989 bestehende Union für Südtirol, die 2003 noch 6,8% holte und 2008 nur noch 2,3% (1 Sitz) erreichte, da sie sich nach einem Streit zwischen der Parteivorsitzenden Eva Klotz und Vorstandsmitglied Andras Pöder gespalten hat.

Die nach der Abspaltung von Eva Klotz neugegründetete Süd-Tiroler Freiheit holte bei den Landtagswahlen 2008 aus dem Stand heraus 4,9% (2 Sitze).

Bei der dritten Sezessionspartei handelt es sich um 1992 gegründete Partei Die Freiheitlichen, die ein Ableger der rechtspopulisitschen österreichischen FPÖ ist. Sie ist mit 14.3% (5 Sitze) der Stimmen die stärkste der drei völkisch-separatistischen Parteien Südtirols. Sie verfügt außerdem neben zahlreichen Gemeindesitzen über eine eigene ArbeitnehmerInnen- und Jugendorganisation und setzt sich wie die beiden anderen rechten Parteien für den Anschluss Südtirols an Österreich ein.

Abschließend lässt sich sagen, dass sich sich alle drei Parteien durch ihre ausländerfeindlichen Parolen auszeichnen und sie dadurch in Zeiten der Angst der Menschen vor Zuwanderung etc der konservativen Südtiroler Volkspartei WählerInnenstimmen wegnehmen konnten. So haben Die Freiheitlichen beispielsweise mit dem Slogan Einheimische zuerst! geworben. Aber auch die Vetternwirtschaft innerhalb der Südtiroler Vokspartei hat ihren Teil zum Rechtsruck beigetragen.

Auf jeden Fall sollte mensch die weitere Entwicklung in Südtirol genau beobachten.


9 Antworten auf „Rechtsrutsch in Südtirol!“


  1. 1 Griesner 10. März 2009 um 15:13 Uhr

    Die Südtirlorer Freiheit will doch jetzt vermehrt die
    staatliche Unabähngigkeit Süd und Nordtirols.
    Wenn mensch der Klotz zuhört gibts nicht mehr mit Österreich,
    die wollen jetzt die Unabhängigkeit (Gesamttirols)

    Alles in allem sind die sehr zerstritten,

    einig sind sie nur gegen die albanesi, für die dornenkrone
    beim schützenumzug und dass Tirol lei oans isch

  2. 2 Machnow 11. März 2009 um 0:08 Uhr

    richtig widerlich ist, daß sich gerade die bekloppten von der süd-tiroler freiheit, allen voran der schneidig hobbyfilmer sven knoll, auf ökologie und von mussolinis faschismus abgrenzen (siehe wahlwerbevideo 2008). das geht bei völkischen südtirolern soweit, daß für tirol und gegen faschismus demonstriert wird (Siehe video). „faschismus“ heißt dabei natürlich nur mussolinis „annektion“ südtirols und die fprtgesetzte „faschistische“ besatzung durch italien seit dem ersten weltkrieg.

  3. 3 Griesner 11. März 2009 um 19:29 Uhr

    Woa grauslich

    Schützenmarsch gegen den Faschismus.

    Bald marschieren die Taliban für Religionsfreiheit.

    Und wenn die bilder anschau

  4. 4 Machnow 11. März 2009 um 19:40 Uhr

    ich dachte lange TIROLER wären hütte.
    ob die auch gegen faschismus demonstrieren :lol:

  5. 5 Matilda 12. März 2009 um 12:39 Uhr

    Wenn mensch sich die Fähnchen an vielen Hütten in den Bergen anschaut, erkennt er_sie sehr oft Schwarz-Rot-Gold. Das weist daraufhin, dass die Tiroler sich sehr mit Deutschland – mehr noch als mit Österreich – verbunden fühlen. Die Idee eines Anschlusses an Österreich braucht mensch meiner Meinung nach nicht allzu ernst zu nehmen. Die Deutschland-Sympathie und generelle Abspaltungstendenzen von allem was „Italienisch“ ist, sind viel stärker in den Köpfen der Leute verbreitet.

    Dazu kommen noch die faschistoiden Vorstellungen etwa einer Lega Nord, die die Gründung des Staates „Padania“ als Abspaltung Norditaliens (bis zum Po) fordern.

    Dieses menschenverachtende Gedankengut kann mensch die Vorfreude auf einen Urlaub an einem so schönen Fleckchen Erde echt vermiesen. Aber zum Glück gibt es in Italien auch noch ganz andere Leute, wie in Livorno!

  6. 6 einheimischer 17. März 2009 um 11:05 Uhr

    ich finde es auch wiederlich was die einzelnen Gruppierungen in meiner Heimat treiben, jedoch bitte ich nicht alle über einen Kamm zu ziehen. Es geht so einiges schief in Südtirol, das ist wahr. Aber es handelt sich dabei um ein regelrechtes „Rechtes“ hochschaukeln. Damit will ich sagen dass auch Italienische Rechte immer mehr an Zuwachs gewinnen und diese werden wiederum von einigen italienischen Parteien und Parlamentariern untestützt.

    Ich teile zwar nicht das Gedankengut mit diesen Leuten, aber wer kann es jemandem schon für Übel nehmen wenn er nicht von Mafiösen-, Faschistischen- Organisation und Leuten wie Berlusconi regiert werden möchte.

  7. 7 Franz 04. September 2009 um 16:11 Uhr

    Tirol ist Deutsch Deutschland helft uns unsere Muttersprache zu retten vor es zu spät ist

  8. 8 LucaPinoRelli 05. September 2009 um 9:28 Uhr

    Genial! Dieses reinste Kiezdeutsch! Die Poesie! Diese Kreativität :lol:

  9. 9 Tyrolean 11. September 2009 um 17:10 Uhr

    Süd-tirol ist nicht Italien. Dieser Artikel, und die Kommentare sind mir viel zu einseitig. W“iederlich sei dass was Sven Knoll macht. Dabei sitzt die Süd-tiroler Freiheit in der Europafraktion „Europäisch Freie Allianz“ die gemeinsam mit den Grünen eine EU Fraktion bildet. Darüber schon mal nachgedacht? In den Prinzieoien der EFA heißt es: Gegen Antisemitismus, Islamophobie etc. Dass jährliche Fascho Kranzniederlegungen am Fascho Denkmal das den Faschistischen Völkermord in Äthóipeien verrherrlicht jährliche Kranzniederlegungen seitens der Italienischen Faschisten stattfinden? Darüber schon mal nachgedacht? Dass sich die Süd-Tiroler Freiheit unde die Freiheitlichen gegen Nazis und gegen alles Extreme aussprechen, und dass bei den Kundgebungen in Bozen und Bruneck, ausdrücklich daraufhingewissen wurde dass Menschen mit Nazistischem Gedankengut dort nichts verloren haben? Dass Hitler Südtirol 1938 veratten hatt? Dass die Begriffe Alto Adige Bolzano vom Faschist Tolomei erfunden wurden ? Ihr Antifaschisten, diesen Satz benutzt ihr oft selber:
    Faschismus , egal in welcher Form ob in Form von denkmälern, von Ortstafeln, von Denkmälern ist keine Meinung sondern ein Verbrechen. Die Dornenkrone symboliesiert, den Schmerz, das Leid der Tiroler. Deshalb Tirol isch lai Oans. Süd-Tirol ist nicht Italien Auf Tirol auf 1809 2009

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