In Kreuzberg und Mitte schepperts

Am gestrigen 26. März gab es, wie die rbb Abendschau berichtete, zwei Attacken auf beide Naziklamottenläden in Mitte. Sowohl der neue Tromsø als auch der Tønsberg wurden mit Farbe und Pflastersteinen angegriffen. Schon am Mittwoch Abend wurden die Carlofts in der Kreuzberger Reichenberger Straße mit Farbe angegriffen. Aber auch schon in der Nacht zum Dienstag wurde das Luxuswohnprojekt – :lol: – attackiert. Eine Gehwegplatte flog auf mysteriöse Weise in die Glasfassade.

Erstaunlich ist, daß Johannes Kauka, der Geschäftsführer des egozentrischen, anonymen Wohnprojekts für Yuppies den Angriff von Mittwoch dementiert. Zum Dienstag abend sagt er gar nix. Er bestätigt lediglich, daß sein scheiß Hausprojekt, daß im Konzept damit wirbt, daß Diebstahl und Vandalismus des Young- und Oldtimers ausgeschlossen sind, schon mehrfach angegriffen wurde. Aber wichtiger, als die Menschen, scheinen ihm der Fetisch Auto.

Er parkt sicher und geschützt in der CarLoggia, neben ihrer Wohnung. Bedrohliche Situationen in dunklen Seitenstraßen, schlecht beleuchtete Tiefgaragen, Angst vor Übergriffen sind für Sie Vergangenheit.

Da freut sich das geplagte Yuppieherz. Schließlich wird er von überall existenziell bedroht. Die Aktien sind auf Talfahrt. Die Fonds machen schlapp. Die Aufträge laufen mies. Boni brechen weg. Die Karre brennt, wenn sie zu lange draußen rumsteht. Grauenhaft! Die Reichen sind in Bedrängnis. Um so erstaunlicher ist, daß es Kauka gerade nach Kreuzberg, in die Nähe des Wrangelkiez und des Neuen Kreuzberger Zentrums (NKZ) zog. Da, wo die Straßen noch dunkel sind, sich Gangs und Autonome rumtreiben, die unmotiviert Yuppies attackieren.

Genauso scheiße sind die Nazis von Thor Steinar. Das sie sich für ihren neuen Laden ausgerechnet das Haus eines ehemaligen SA Folterkeller auswählten, kann nur als Provokation betrachtet werden. Wer weiß, wo sie ihre stinkenden Klamotten lagern. Zwar wurde dem Laden in der Peterburger Mitte März, schon zwei Wochen nach der Eröffnung, gekündigt, aber das bedeutet nicht, daß die Nazischeiße schnell verschwindet. Der Tønsberg in der Rosa-Luxemburg-Straße verkauft immer noch fleißig Nazimode, obwohl er ebenfalls bereits kurz nach der Eröffnung im Frühjahr letzten Jahres gekündigt wurde. Es heißt also weiterhin wachsam sein und Thor Steinar Läden das Überleben zu erschweren sowie ihnen den Ausflug in die Öffentlichkeit ordentlich was kosten lassen!


6 Antworten auf „In Kreuzberg und Mitte schepperts“


  1. 1 Thomas 30. März 2009 um 0:36 Uhr

    Also ich sehe schon noch einen gewissen Unterschied zwischen einem Yuppi-Wohnhaus und Nazi-Läden.

    Gute Aktionen aber hier und dort.

  2. 2 Udo 29. August 2009 um 12:36 Uhr

    Hi,
    Steine in Scheiben schmeisen… Woran erinnert mich das? An die Nacht vom 9 auf de 10.Novemer 1938.

    Wer so Probleme lösen will ist auf dem falschen Weg.

    Yuppies, was ist das? Im Grunde Menschen die viel Geld für etwas ausgeben. Also haben die das Geld dann nicht mehr. Das Geld haben andere und die haben es eventuell dafür ausgegeben etwas zu bauen. Der Glaser, der Maurer, der Architekt, der Maler, der Elektriker und und und haben Geld für Ihre Arbeit erhalten.

    Klar – Böse Yuppies – schöne einfache Logik. Und Scheiben kaputt machen – ist ja so toll, und die Arbeiter verdienen eh zuwenig, dann besser nix?.

    Wer gegen „Luxuswohnungen“ ist, sollte selber Häuser kaufen und sie sozialverträglich vermieten. Oder sollen das die Yuppies machen? die Bösen? Ich kenne genug Eigentümer die weit unter Marktpreisen vermieten und somit sozial engestellt sind.
    Das Pauschalisieren zerstört und nicht hinter die Kulissen schauen ist mir zuwider. Vielleicht sollten man den Steinewerfer auch mit Steinen beschmeissen schließlich macht er Werbung für Carloft, den durch Ihn bin ich nur auf das Unternehmen aufmerksam geworden.

    Ein Immobilienmakler
    Mehr LINKS wie Mitte
    aus Köln

    Udo
    Jeder Jeck ist anders,
    und das ist auch gut so!

  3. 3 Butch Jonny 29. August 2009 um 13:09 Uhr

    Rheinländer kann ich nicht leiden! Die nehmen uns die Wohnungen weg. So wie die Schwaben, die Sachsen, die Thüringener, die Badener, die Bayern usw. ;-)

    Sozialverträglich ist vermieten nie! Wohnen ist ein Menschenrecht. Und zwar, wo ich will, mit wem ich will und wann ich will! Luxusprojekte verdrängen andere. Die können woanders bauen. Auf dem Feld, oder im Wald…

  4. 4 tee 29. August 2009 um 19:34 Uhr

    Wohnen ist ein Menschenrecht

    nee, eigentum ist menschenrecht. recht ist halt nicht was du gern hättest, sondern was ist.

  5. 5 Udo 29. August 2009 um 19:50 Uhr

    Wohnen ist ein Menschenrecht – o.k. wenn die Allgemeinheit die Wohnungen auch baut und unterhält – wo der Private aber Wohnungen erstellt kann nicht erwartet werden das er auf seine Kosten die gesamte Sozialverpflichtung übernimmt. Da muß der einzelne dann auch Miete bezahlen oder auf der Wiese schlafen wenn er das nicht will. Das Thema ist aber das halt viele Vermieter auch nicht rund kommen weil die Mieter selten oder garnicht zahlen und wenn die Wohnungen dann noch mutwillig zerstört werden hat das auch nichts mit sozialem Verhalten der Mieter zu tun. Ich kenne beide Seiten und mit etwas gutem Willen würde es auf beiden Seiten zu weniger Reibereien kommen. Es ist halt immer das Pauschale: „Die Mieter sind schuld“ oder „Die Vermieter sind Schuld“. Die Wahrheit liegt in der Mitte und durch die Pauschalurteile wird es nicht besser. Wenn doch jemand 800.000,00 Euro in Kreuzberg oder sonst wo investieren will ist er nicht von Grund aus schlecht. Ghettobildung halte ich auch für schlecht, die gute Mischung macht es aus und da sind wir in Köln vielleicht schon weiter. Es kann auch miteinander gehen und wer das nicht mag ist halt unsozial und wie sich die Kommentare und Berichte oft lesen sind das gerade die, die sonst so auf Solidariät pochen. Nicht das Geld haben ist schlecht, sonder das was damit gemacht wird und es gibt bestimmt schlechtere Menschen als die, die das Geld für Wohnraum verwenden. Da habe ich mit den Banken und Managergehältern schon eher meine Schwierigkeiten. Und was passiert da? Die Scheibe ist halt einfacher zu zerstören als sich gegen den unpackbaren Bankenmoloch zu stellen!? Dazu würde ich gerne mehr hören…

    Gruß aus Köln

    Udo

    Immobilienmakler

  6. 6 Machnow 29. August 2009 um 20:48 Uhr

    wo wir schon bei sprücheklopfen sind, hier ein besonders interessanter, der alles andere unwichtig macht!

    Eigentum ist Diebstahl!

    es ging bei den angriffen um carlofts. diese zeichnen sich dadurch aus, dass der eigene luxus innen bleibt und niemand davon profitiert. ein stadtteilladen, eine begegnungsstätte, ein faires, günstiges café sollte es nicht geben. nur luxuskarosen vor der haustür, porteir, eben ein luxusbunker inmitten von sozialwohnungen. toll!!!

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.