London calling and the Battle come down

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Wie indymedia in einer Übersetzung des englischen Ticker berichtet, gings in London richtig ab. Auf der einen Seiten konnte militant gegen die G20 protestiert werden. Auf der anderen Seite reagieren die Sicherheitsbehörden mit massiver Repression und Gewaltexzessen. Selbst euronews, das mediale Sprachrohr der Europäischen Union, spricht in seinem Video-Beitrag von Riot-Police.

London rief laut zur Revolte. In London erklärten Aktivist_innen dem System militant den Krieg. Der Summer of Rage hat begonnen. Die Wütenden sind erwacht!

In einer reclaim the money Aktion wurde die Notenbank angegriffen. Die Arbeiter_innen wehren sich ebenfalls. In Frankreich kidnappen sie ihre Chefs und verleihen ihrer Forderungen nach weiteren Verhandlungen Nachdruck. Gestern war es ein Caterpillar Manager. Vor einer Woche war es ein Direktor des Mischkonzern 3m. Als erster mußte der Serge Foucher, der Sony France Boss, dran glauben.

Ist dies eine neue Dimension sozialer Kämpfe? In Griechenland, in Frankreich, in London brennts. Deutschland bleibt ruhig. Die Gewerkschaften geben lieber klein bei. Sie kuschen vor der Krise und knicken ein. Die Arbeiter ertragen. Sie konsumieren sich zur Arbeitslosigkeit mit ihrem Kurzarbeitergehalt. Auch wenn viele Tausende denn Weg zu den Demos in Berlin und Frankfurt am vergangenen Wochenende gefunden haben. Es sind viel zu wenig!

An folgenden Wochenende geht der Protest weiter. Tausende werden in Strasbourg gegen die NATO demonstrieren. Und wieder reagiert der Staat mit Repression, Aussetzung demokratischer Rechte, Beschränkung der Reisefreiheit und dem möglichen Masseneinsatz von Tasern. Während dessen wächst das Camp weiter.

Die Brutalität der Polizei in London, die Vorfeldaktivitäten der Sicherheitsbehörden und die zunehmende Wahrnehmung sozialer Proteste als Quasiterrorismus läßt allerding für Strasbourg nichts Gutes erahnen. Dies gabs alles schonmal. Es begann in Seattle. Es eskalierte in Genua.


4 Antworten auf „London calling and the Battle come down“


  1. 1 english for runaways 02. April 2009 um 13:32 Uhr

    riot police = die Bereitschaftspolizei

  2. 2 mobster 02. April 2009 um 13:44 Uhr

    Deine Begeisterung für Krawall in Ehren, aber vielleicht solltest du dann das „Analyse“ lieber aus deinem Header nehmen, eh? ;)
    denn das was da von den medien zu so krassen „riots“ aufgeblasen wird, sind doch in der realität nur ein paar kleinere auseinandersetzungen, die zudem nur von einer kleinen minderheit der protestler veranstaltet werden… also nix massenbewegung! Und WOGEGEN oder wofür hier eigentlich demonstriert wird, bleibt ebenso unklar: Die Krise? Die Bänker? Die Politiker? Für (mehr) Jobs? Den Kapitalismus? Für die Anarchie? Ist alles doch eher mal wieder ein Kessel Beliebiges Buntes.

  3. 3 machnow 02. April 2009 um 14:57 Uhr

    naja, ich bin vom krawall nicht unbedingt begeistert. ich fand die kidnapping aktionen besser. blockaden sind auch nicht schlecht. sachbeschädigung ist mir zu destruktiv. ich würde sie eher bemalen – mit parolen, bildern, graffitis usw ;-)

    ansonsten, der beitrag war nicht analytisch gemeint. genauso wenig, wie die videos, die terminankündigungen, die beiträge zu initiativen usw. „analyse, kritik & aktion“ steht für eine gruppe. AKA ist der dazugehörige blog. manchmal gibts analysen, manchmal kritik, manchmal blödsinn…

    außerdem, was ist denn eine analyse? muss die viele fußnoten haben? braucht es dafür wissenschaftliches wissen? reciht eine meinung? eigentlich nicht. bedarf es für eine analyse nicht vorher einer soliden deskription?

    ansonsten haste recht mobster. die angriffe auf die banken werden viel zu hochgejubelt, die repression & gewalt der polizei ist sehr viel umfaßender und verletzender. die findet aber eben nicht in der bürgerlichen presse statt. die übergriffe scheinen auch von journalist_innen als notwendig empfunden zu werden. die räumung von camps, die jagd von demonstrant_innen (durch die straßen von london), stundenlange kesselungen, obwohl sich verletzte im kessel befinden, ID behandlungen, beschränkungen der reisefreiheit, rechtswidrige platzverweise usw gehören eben zum umgang mit sozialen protesten dazu.

    auf der einen seite stehen direkte aktionen (ob nun militant oder kreativ) – ein temporärer, praktischer diskurs zum thema macht – die eine entsprechende staatliche reaktion hervorrufen. die „söldner“ der ‚macht‘, die sicherheitskräfte werden entfesselt und stehen den (anderen) wütenden gegenüber . . . Es ist einfach pervers mit welcher gewalt die sicherheitskräfte selbstständig agieren. aktivist_innen werden entmenschlicht (wie auch umgekehrt durch durch die benennung als ‚bullen‘) und zu ‚gefährdern‘, ’störern‘, ‚chaoten‘ usw.

    naja. zur zeit bedeutet JEDER protest, der sich kritisch mit den institutione, organisationen und informellen kreisen des kapitals und der staatlichen eliten auseinandersetzt, den einsatz polizeilicher, nachrichtiendienstlicher und zum teil militärischer infrastruktur. die eliten treffen sich in ihren bunkern. sie müssen ihre fließenden strukturen verlassen und werden temporär ’seßhaft‘. dadurch sind sie angreifbar. ihr bunker macht sie allerdings unantastbar und produziert auf seiten der aktivist_innen zu oft‘martyrer‘. trotzdem ist der protest notwendig! das dilemma bleibt allerdings so lange bestehen, wie der im zuge der neoliberalen umstrukturierungen (zu nationalen lobbygruppen globaler konzerne mit sogenannten geostrategischen interessen) transformierte staat kritik & den ruf nach emanzipation als untergrabung seiner partikular interessen verwechseltr. aber schließlich ist es ein staat. der macht keien kompromiße. unternehemen müssen eben heute auch keien mehr machen. denn der staat setzt seine interessen durch…

    naja, jetzt reichts aber!

  4. 4 machnow 02. April 2009 um 15:10 Uhr

    naja, ich hatte eigentlich gekuckt, was ‚riotpolice‘ bedeutet. scheint wirklich die bereitschaftspolizei zu sein. naja, hab ick mich wohl vertan. aber die doppeldeutigkeit ist, denke ich, programm. schön, wie sprache auch funktionieren kann. ich nehme die dunkle seite der bedeutung. auf nach tortuga! da gibts weder die eine noch die andere riotpolice :lol:

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