Frohe Ostern – Eier, Tiere, Quälerei

Jedes Jahr verputzen Deutsche ca. 205 Eier. Der große Boom ist hierbei natürlich die Osterzeit. Viele vergessen nur leider allzu gerne, dass Eier meist nur durch enorme Qualen auf dem Teller als Lecker-Spiegelei oder als hübsches, bunt bemaltes Hartei im Eierbecher landen. Ganzjährig gilt natürlich: Kein Ei mit 3!

Zu Beginn diesen Jahres wurde die Käfighaltung zwar untersagt, trotzdem wurde den Betreiber_innen von Großmastanlagen erlaubt Geflügel in sogenannten Kleingruppenkäfigen zu halten. Damit wurde das ursprünglich geplante umfassende Verbot von Käfighaltung umgegangen und auf Druck der Großbetriebe mit einer enormen Kampagne, welche die Kleingruppenhaltung als ökologischen Fortschritt verklärte, praktisch gekippt. Die Unterschide sind allerdings marginal. Der einzige Unterschied ist, dass es mehr Käfige statt einem großen gibt. Also, auch der beschönigende Ausdruck Kleingruppenhaltung ist im Grunde eine (verbotene) Käfighaltung, welche die alte industrielle Mastphilosophie von Geflügelhaltern mit dem Stempel der tiergerechten Haltung fortsetzt.

Deshalb sollten Ostereier stets von Hennen aus Boden- oder Freiland-haltung stammen.

Meint zumindest Wolfgang Apel, der Präsident des Tierschutzbundes und des Tierschutzvereins Berlin.

Ein ebenfalls leidiges Thema zur Osterzeit sind die temporären Wünsche der Knirpse. Gerade zu Ostern muß es dann ein Häschen sein. Aber Lebewesen haben in Osternestern nichts zu suchen! Mensch verschenkt keine Lebewesen zwischen Überaschungseier und Schockihopplern. Meerschweinchen, Vögel und Kaninchen haben wie Hunde, Katzen und alle anderen Heimtiere ein Recht auf eine artgerechte Haltung. Diese endet meist jedoch nach einer Woche. Aus dem Oh, wie niedlich, wird ein ach, wie andstrengend. Die Geschenke werden in die Küche abgeschoben, wo sie in einem 1,20 Käfig allein und eingeengt bis zu 14 Jahren dahinvegetieren. Allerdings entledigen sich die meisten sehr viel früher von den ungeliebten Wesen. Schon während der Osterferien werden Meerschweinchen und Kaninchen massenhaft ausgesetzt oder in Tierheimen abgegeben.

Deshalb sollten Eltern und ihre Sprößlinge vor einem Kauf von Kleintieren unbedingt zur artgerechten Haltung informieren. So können Überraschungen vermieden und die Verantwortung gegenüber den Tieren problemlos übernommen werden.

Mehr Infos zum Thema Keine lebenden Tiere ins Osternest gibt es hier.


1 Antwort auf „Frohe Ostern – Eier, Tiere, Quälerei“


  1. 1 Thomas 11. April 2009 um 12:24 Uhr

    Hier noch eine Ergänzung aus der Sarkasmus-Abteilung der taz: Das Kaninchen ist das Versuchstier des Jahres 2009!

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