Christen erobern Europa . .

. . . zum Glück nicht. Aber dennoch war ich heute ziemlich überrascht als ich bei meinen Recherchen zur Europawahl feststellen musste, dass mindestens 3 ultrakonservative christliche Parteien zur Europawahl am 07. Juni antreten werden.

Neben der Partei AUF-Arbeit, Umwelt, Familie (Motto: Christen für Deutschland), tritt die Christliche Mitte – CM (Motto: Für ein Deutschland nach Gottes Geboten) und die Partei Bibeltreuer Christen – PBC an.

Die AUF wurde im Januar 2008 in Berlin gegründet und beteiligte sich seitdem mit anderen ultrakonservativen Christen an den kuriosen Aufmärschen der Lebensschützer. Sie zeichnet sich neben einem ultrakonservativen Frauen- und Familienbild durch homophobe und islamophobe Parolen aus und ist auch mittlerweile in der rechten Szene angekommen. Denn laut Jungle World ist die rechte Wochenzeitung Junge Freiheit in einem Artikel wohlwollend auf die Neugründung ein der AUF eingegangen. Zu ihrer zentralen Europawahlkundgebung am 16. Mai in Frankfurt am Main hat sie zum Beispiel Gabriele Kuby und Eva Herman als Rednerinnen eingeladen.

Weiterhin tritt bei den Europawahlen die Christliche Mitte – CM an. Die CM ist nicht weniger islamophob und homophob als die AUF. So steht beispielsweise in ihrem Grundsatzprogramm:

Die CHRISTLICHE MITTE sagt NEIN zur Islamisierung Deutschlands und JA zu einem christlichen Deutschland und Die CHRISTLICHE MITTE sagt NEIN zu Homosex

Insgesamt sind die Forderungen der Partei teils abenteurlich, teils schockierend. Hier eine kleine Auswahl:

Die CHRISTLICHE MITTE sagt ja zum konfessionellen Religionsunterricht und nein zum interreligiösen- und Islam-Unterricht in öffentlichen Schulen, da letzterer wesentlich Koran-Unterricht und damit anti-demokratisch und anti-christlich ist. Die CHRISTLICHE MITTE fordert das Elternrecht, Kinder selbst zu unterrichten.

Die CHRISTLICHE MITTE stellt sich ideologischen Strömungen entgegen, welche die Familie als Institution aufzulösen versuchen, wie z.B. der „Ehe ohne Trauschein“, der sog. „Homo-Ehe“ und Adoption von Kindern in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Dringlichstes Anliegen christlicher Familienpolitik ist der Kampf gegen das größte Verbrechen unserer Zeit, die Ermordung noch nicht geborener Menschen, die sog. Abtreibung.

Deshalb setzt sich die CHRISTLICHE MITTE ein für eine nachhaltige Verbesserung des Schutzes der Jugendlichen vor kommerzieller und sexueller Ausbeutung sowie sittlicher und gesundheitlicher Gefährdung, für das Verbot der entwürdigenden Pornographie und Strafrechtsschutz vor der Homosexualität.

Der deutsche Arbeitsmarkt ist vor der Konkurrenz aus dem Ausland zu schützen. Er hat zuerst deutsche Arbeitnehmer zu berücksichtigen.

Und als dritte Partei ist da noch die Partei Bibeltreuer Christen – PBC, die in einigen Punkten ihren intoleranten Ansichten den zwei anderen Parteien in nichts nachsteht. Das Grundsatzprogramm und Wahlprogramm belegen dies:

Homosexualität ist eine Ausdrucksform der Ursünde des Menschen. Sie ist nicht von Gott gewollt, geschweige denn von Ihm geschaffen. Sie ist Abweichung / Perversion von der dem Menschen als Geschöpf Gottes gegebenen Norm für sein sexuelles Verhalten. Dies wird u.a. auch an der fehlenden Möglichkeit, sich fortzupflanzen, deutlich. Jeder Ansatz, Homosexualität als normal darzustellen, ist daher der Versuch, Sünde zu rechtfertigen.

Es wird oft behauptet, die Neigung zur Homosexualität sei Veranlagung und von Geburt aus vorhanden. Diese These ist keinesfalls wissenschaftlich erwiesen. Homosexualität ist vielmehr Folge und Ausdruck von seelischen Fehlentwicklungen und Verletzungen. Diese verhindern eine Geist, Seele und Leib umfassende Liebe.


21 Antworten auf „Christen erobern Europa . .“


  1. 1 bart 14. Mai 2009 um 8:51 Uhr

    Schrecklich das solche Partein überhaupt antreten dürfen

  2. 2 Pixel Utopia 14. Mai 2009 um 9:22 Uhr

    Ätzender Haufen.

  3. 3 Machnow 14. Mai 2009 um 11:54 Uhr

    Vom 20.5. bis 24.5. treffen sich andere christlich fundamentalistische Deppen in Marburg um ihrer Homophobie, Sexismus & anderem Blödsinn zu fröhnen. Das Treffen der extraterrestrischen Fetischisten läuft unter dem Titel Kongress für Psychotherapie und Seelsorge. Unter anderem wird dort auch über Homosexualität als pathologisches Phänomen gesprochen werden. Ein ominöses Post-Abortion-Syndrome, das offensichtlich nur christliche Seelsorger & Psychotherapeuten kennen, wird ebenfalls zelebriert werden.

    Aber ansonsten sind die Christen sehr tolerant, völlig entspannt missonarisch und sie lieben sowieso alle Menschen . . .

  4. 4 Machnow 14. Mai 2009 um 12:01 Uhr

    ach, hier noch die Seite des Bündnisses Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religösen Fundamentalismus zum Protest gegen den Kongress . . .

  5. 5 Thomas 14. Mai 2009 um 12:17 Uhr

    In Deutschland dürfen wir uns (im Gegensatz z.B. zu Polen oder den USA) über die Mehrheit tatsächlich toleranter Christen (und Anhängerer anderer Monotheismen) freuen, so dass jene Partein doch eher zur Belustigung im politischen Geschäft beitragen. Vermutlich ist es auch ganz gut, dass jenes geistiges Gestammel in den Minipartein kanalisiert und sublimiert wird.
    In dem Zusammenhang sollte man eine antichristliche Pogromstimmung (auch in der radikalen Linken) zurückweisen und differenziert auf die tatsächlichen Schwachköpfe hinweisen, die eine antimuslimische oder homophobe Pogromstimmung schüren wollen.

  6. 6 Machnow 14. Mai 2009 um 12:42 Uhr

    . . . zum Beispiel den Papst :lol:

  7. 7 Mathilde 14. Mai 2009 um 21:13 Uhr

    Ich finde diesen Artikel sehr gut und wichtig. Habe mich gestern beim Schauen der Öffentlich-Rechtlichen auch mächtig erschreckt als ich einen spot der AUF erblickte. Wenn die kurz vor oder nach den Tagesthemen werben (dürfen), gibt es für mich allein schon deshalb Grund genug, solch einen Artikel wie diesen von radikal.demokrat zu unterstützen.

    Außerdem finde ich es sehr schwierig, dass hier Parolen wie Pogromstimmung benutzt werden! Zwar ist dieser Begriff in verschiedenen Szenen gebräuchlich, hat aber einen ganz klaren Hintergrund – nämlich den der Shoah. Jetzt an dieser Stelle (wo der Papast just diese Woche Yad Vashem wegen der Behandlung der päpstlichen Mitschuld an diesem Menschheitsverbrechen in der Ausstellung nicht betreten wollte) dieses Wort zu gebrauchen, geht meiner Ansicht nach echt zu weit!

  8. 8 Thomas 14. Mai 2009 um 22:59 Uhr

    @kuba: Was soll der Hinweis auf die Zentrumspartei und die ÖDP? Ich hab in der taz ein Interview über die Zentrumspartei gelesen. Darin hieß es, dass diese alte Weimarer Partei gerade mal noch in einem Kreistag in Deutschland sitzt und fast nur noch sehr alte Mitglieder hat. Das ist einige Zeit her, aber ich denke nicht, dass sich die Situation großartig verändert hat.
    Die ÖDP hat zwar einen christlichen Hintergrund (aber auch zahlreiche nichtchristliche und atheistisch Mitglieder). Früher wurde sie als „Mitte recht“ eingestüft, soll aber nach einer Neupositionierung nun eher als „Mitte links“ einzuordnen sein (laut Quellenverweis auf Wikipedia). Diese Partein in einem Atemzug mit NPD, DVU und REPs zu nennen ist einerseits sehr problematisch, andererseits auch verharmlosend.
    Das man die im Artikel genannten Partein im Auge behalten werden müssen, darin stimme ich überein. Ich weiß nun nicht welche wichtigen Positionen du meinst, aber ich würde mal die Vermutung wagen, dass eine Demokratiegefärdung oder anderes davon noch nicht ausgeht. Es wäre allerdings durchaus legitim Vertreter von Kirchengemeinden auf diese Sache anzusprechen.

    @mathilde: Der Begriff „Progrom“ bezeichnet im engeren Sinne antisemitische Äußerungen gegen eine jüdische Minderheit seit dem Mittelalter, z.B. das „Rindfleisch-Pogrom“ von 1298. Mit der Shoah hat es keinen singulären Zusammenhang.
    Ich habe den Begriff, so wie ich im Gesichtsunterricht davon gehört habe, im weiteren Sinne als eine Äußerung gegen eine weltanschauliche oder religiöse Minderheit verwendet. Ich verzichte gerne auf diese Art der Verwendung, aber inhaltlich bleibe ich dabei.

  9. 9 M. A. Bakunin 14. Mai 2009 um 23:13 Uhr

    Zum Glück gibt es den Duden. Zur Gemütsabregung bitte ich darum den Begriff „Pogromstimmung“ gedanklich durch „Hetze“ zu ersetzen.

    Was die Wahlwerbespotts angeht: Diese werden immerhin als Wahlwerbung angekündigt, so dass sie klar als solches erkennbar sind. Faktisch kann man die Werbung nur über ein Parteinverbot verhindern, was ich bei zahlreichen der bisher genannten Partein für wünschenswert halte, andererseits dürfte ein solcher Spot wenig Einfluss haben – der Anteil an Wut und Spott dürfte bei weitem größer sein.

    Dem (eventuellen) Eindruck, ich würde einen solchen Artikel nicht unterstützen, möchte ich auch noch entgegentreten.

  10. 10 radikal.demokrat 15. Mai 2009 um 10:54 Uhr

    @ thomas: natürlich ist mir klar, dass nicht alle mitglieder der zentrumspartei und ödp so drauf sind wie die leute der pbc, cm…aber meine recherchen haben ergeben, dass es kontakte und schnittmengen gibt. ich hätre mich inmeinem vorherigen beitrag klarer ausdrücken müssen. außerdem kotzt esmich an, dass die cm, pbc und auf innerhalb der gemeinden mit ihren menschenverachtenden positionen größtenteils toleriert werden.
    der vergleich mit npd, dvu und reps ist in einigen punkten (!) auf jeden fall angebracht, da sie nach außen hin teilweise noch homophober und islamophober auftreten als die drei von mir genannten rechtsparteien. schnittmengen sehe ich auch beim familienbild und bei der rolle der nation.
    das gefährliche an den drei christlichen parteien ist, dass sie gesellschaftlich bei weitem nicht so geächtet sind wie die rechtsparteien und sie dadurch in ruhe für ihre ekligen ansichten werben können. und deswegen muss das ziel sein die öffentlichkeit zu informieren und zu sensibilisieren.

  11. 11 kuba 15. Mai 2009 um 10:57 Uhr

    @ thomas: machst es dir schon sehr einfach. das problem ist größer als du es sehen möchtest. neben diesen parteien gibt es noch weitere seltsame parteien wie beispielsweise die zentrumspartei und die ödp. diese parteien haben zusammen mehrere tausend mitglieder und das schlimme an diesen mitglieden ist, dass sie teilweise wichtige positionen inne haben und sie von den meisten christen in den gemeinden ohne einschränkungen akzeptiert werden. die pbc zum beispiel habe ich schon öfter vor kirchen stehen sehen und da hat kein priester/pfarrer was gesagt, sondern teilweise sogar mit werbung für die partei gemacht.
    finde, dass man diese parteien im auge behalten muss und gegen sie nicht weniger protestieren solte als zum beispiel gegen die reps, dvu oder npd.

  12. 12 kuba 15. Mai 2009 um 11:00 Uhr

    mit wichtigen positionen meinte ich, dass unter den mitgliedern priester und weitere amtliche und ehrenamtliche mitarbeiter sind.

  13. 13 Machnow 15. Mai 2009 um 12:01 Uhr

    Das Problem mit den christlich-fundamentalistischen Positionen ist, daß sie bis weit in den pol. Konservatismus hineinreichen und in gemäßigter Form als sogenannte „Leitkultur“ in Regeirungskreisen auftauchen. Zwar sind die rakilhomophoben sexistischen und xenophoben Positionen dort nur wneig vertreten, aber in Ansätzen lassen sie sich dennoch finden.

    Zumeist werden sexistische, heteronormale, antijüdische (bis antisemitische) Positionen christlich nationalistisch fundiert. Daran ackern christliche Würdenträger mächtig mit. Der Papst ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Bischöfe, Kardinäle, Priester, aber auch protestantische Offizielle wettern gegen alles nichtchristliche, gegen liberale Lebensformen, zum Teil gegen demokratische Menschenrechte usw. Diesen Menschen wird Vertrauen geschenkt. Ihnen hören breite Schichten der Gläubigen zu. Sie säen aber Hass, Angst, Verzweiflung usw. Die Amtskirche hat dies im Lauife ihrer Geschichte oft gemacht.

    Die Liberalisierungsbestrebungen in der Kirche werden zunehmend zurückgedrängt. Experimente, wie die Bekennde Kirche (in Südamerika), neue Emanzpationsbestrebungen der Laien udn Frauen, wurden und werden seit den 80iger Jahren zurück genommen. Lehrverbote werden verhängt. Frauenrechtlerinnen werden exkomuniziert,. Marxisten fliegen aus der Kirche. Antisemiten werden wieder aufgenommen … Die Liste des konservativen Wertewandels und der Ablehnung des Vaticanum II läßt sich seit Johannes Paul II. beliebig fortsetzen.

    Emanzipative, soziale und libertäre Bestrebungen lassen sich mit dem Christentum und der Amtskirche erst recht nicht verienbaren. Solche Ansätze von Christen, auch wenn sie die Bergpredigt zitieren, sind NICHT christlich, sondern vielmehr sozialistisch, marxistisch, anarchistisch usw. Sie Betrachten den Menschen aus einer menschlichen (eben nicht christlichen) Perspektive.

    Ansonsten ist das Christentum hierarchisch, reaktionär, abergläubisch, setzt seien Gläubigen unter Druck, erlöst nur die eigenen Kirchenmitglieder und Mitgliederinnen, hält dogrmatisch an einem Märchenbuch fest usw.

    Im Übrigen waren es Christen, die Pogrome begangen haben. Pogrome an Christen sind in Europa schon lange vergangenheit. Im Mittelalter waren es Christen, die sich gegenseitig umgebracht haben. Es ist nun mehr schon über 1.700 Jahre her, dass Christen (in Europa) verfolgt wurden.

  14. 14 pixelutopia 15. Mai 2009 um 12:57 Uhr

    Ich finde die Rede von Progromstimmung jetzt auch vollkommen daneben, schließlich ruft niemand dazu auf die frommen Reaktionäre totzuschlagen und eine verfolgte Minderheit sind sie auch nicht gerade.

    Allerdings habe ich das Gefühl Machnow in einem Aspekt widersprechen zu müssen: Allzu zärtlich war der Umgang der Soviets mit Kirchenmitglieder nicht, das sollte man nicht ignorieren. Dass dieser Haufen seit der Wende wieder im großen Stil Obskurantismus und Geisterglauben zu verbreitet wird dadurch freilich nicht entschuldigt.

  15. 15 Thomas 15. Mai 2009 um 14:54 Uhr

    Ich gehe davon aus, dass eine „Pogromstimmung“ (im Sinne von Hetze) auch schon in Ansätzen vorliegt, wenn es sich um undifferenzierte Verbalattacken gegen eine Minderheit handelt. Religiöse Gruppierungen sehe ich in Deutschland und anderen Teilen Europas (Nord- und Westeuropas zum größten Teil) durchaus in der Minderheit – zum Glück, würde ich sagen, aber ich sehe auch eine Pflicht Andersdenkende zu akzeptieren.

    Meine aktive Zustimmung gilt – insbesondere auch als Atheist – den Reform- und Liberalisierungbewegungen innerhalb der Glaubensgemeinschaften; auf christlicher Seite z.B. der Kirche von unten, auf muslimischer Seite den Aleviten. Eine negative Auslegung des Religiösen im allgemeinen schwächt eher diese Gruppen und bestärkt die fundamentalistischen Ansätze.

    Machnow stimme ich zu großen Teilen zu, aber die Bergpredikt als anarchistisch etc. und unchristlich(!) zu deuten ist wohl eine These sonderbarer Steilheit. Da fühle ich mich zur Gegenthese veranlasst, dass ohne den christlich-jüdischen Hintergrund eine Aufklärung und der Sozialismus (in den verschiedenen Ausprägungen) schwer denkbar sind und in dem Zusammenhang ein Zusammendenken von Emanzipation und Monotheismus durchaus möglich ist, auch wenn die quantitative Emperie dagegen spricht. (Die quantitative Emperie spricht aber auch eindeutig gegen den Anarchismus.)

  16. 16 Machnow 16. Mai 2009 um 12:35 Uhr

    Eine Pogromstimmung ist schon etwas mehr als Verbalattacken gegen Minderheiten. Ich würde aber bezweifeln, daß christlich-konservative Werte – wie Frauenfeindlichkeit, Patriachat, exklusive Erlösung usw. – lediglich eine Minderheit sind. Außerdem, auch wenn Sexismus, Homophobie, Antisemitismus und christlich-rassistischer Rassismus eine Minderheitenmeinung wäre, darf ich trotzdem – ohne Pogromstimmung – dagegen opponieren.

    Pogrome hatten im Übrigen ihre „Blüte“ iin Osteuropa um die Jahrhundertwende zum wohl industriell mörderischsten 20. Jhd. Auch im Mittelalter gab es Pogrome. Meistens ging es darum jüd. Dörfer, Stadtteile und deren Einwohner_innen zu jagen, bestehlen, verbrennen, taufen (bevorugt in Flüßen) usw. Pogrome waren eindeutig darauf gerichtet die verhaßte Minderheit auszurotten und zu vernichten. Das paß wohl kaum auf Christen. Denn die sind es doch – gerade in ihrer fundamentlalistischen Ausprägung – die von Kulturkampf, Apokalypse und Weltgericht faseln, das natürlich nur Christ_innen überleben werden.

    Die Kritik an menschenverachtenden, sexistischen, homophoben und antisemitischen Positionen kann wohl kaum als Pogromstimmung beschrieben werden. Nicht einmal Hetze ist es. Vieleicht Propaganda. In erster Linie aber, wie schon öfter erwähnt wurde, ist es AUFKLÄRUNG im Guten (alten) emanzipatorischen Sinne.

    Übrigens meine ich nicht, dass die bergpredigt maxistisch oder anarchistisch ist. Sondern libertäre, marxistsiche und sozialistische Ansätze aus der Kirche sind nicht christlich (auch wenn sie die Bergpredigt zitieren). Sie sind in erster Linie libertär, marxistisch und sozialistisch.

    Der These, dass jüdisch-christliche Diskurse eine Befreiung des Menschen zu einem emanzipierten „Neuen Menschen“ enthalöten, würde ich unterstützen. Nur müßte dann die Kirche, das Priesteramt, die Mönche usw abgeschafft werden…

    Ach, der Hinweis, dass die Sowjets nicht gerade zimpelich mit Christen umgegangen ist, stimmt. In Russland, respektive der Sowjetunion, läßt sich Kirche allerdings beinah immer (außer in der Zeit zw. 1917 und ca. 1940) als staatstragend und affirmativ reaktionär betrachten. Selbst in der Sowjetunion haben sich die Kirchenoberen – eventuell unter Zwang – mit dem Priesterschüler Stalin und seienn Nachfolgern arangiert. Nach dem Großen … Krieg waren Priester / Diakone die besten KGB Spitzel. Die Beichte war nicht für „Gott“, sondern für den Staat (was vielelicht im stalinistischen Sinne auch Gott ist).

    Ansonsten haste Recht, pixelutopia, der bolschewistische Staat ist schon pogromartig gegen Christen vorgegangen.

  17. 17 Stephan 16. Mai 2009 um 16:16 Uhr

    Die Familienministerin von der Leyen z.B. mißbraucht ihr Amt, um christliche Familienwerte durchzusetzen und religiöse Gruppen bei der Kinderrerziehung zu priviligieren. Einen gutne Artikel dazu gibt bei Telepolis: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30290/1.html

  18. 18 Klara Z. 16. Mai 2009 um 18:52 Uhr

    In Marburg findet nächste Woche ein christlicher fundamentalistischer, sexistischer und homophober Kongress statt.
    Nähere Infos:
    http://noplace.blogsport.de/

  19. 19 M. A. Bakunin 16. Mai 2009 um 21:08 Uhr

    Noch mal ein Beispiel zum Thema „Pogromstimmung“: Die Kritik, dass christliche Familienwerte politisch gefördert werden, finde ich vollkommen legitim. Die Behauptung Christen wären homophob etc. ist meiner Ansicht nach eine unzulässige Verallgemeinerung, die zur Hetze werden kann. Ob die von machnow genannten negativen gesellschaftlichen Erscheinungen Minderheitenmeinungen sind oder nicht, spiel dabei eigentlich gar keine Rolle.

  20. 20 Machnow 18. Mai 2009 um 8:35 Uhr

    . . . aber genau eine Verallgemeinerung ist es eben nicht ganz. Es ist erkennbar, dasz es vor allem um fundamentalistische christ_innen geht. das problem ist allerdings, dasz dieses ’spektrum‘ zunehmend mit der großen krichengemeinde verschwimmt.

    natürlich gibt es – und gab es – immer wieder auch christliche rebellen. zur zeit ist es das zentralkomitee der katholiken (zdk), die sich ganz klar von der judenmission und der katholischen, verharmlosenden geschichtsklitterung diestanziert. in punkto abtreibung, sexualmoral und einer vermeintlichen christlichen, europäischer identität sieht es aber auch beim recht mittelalterlich aus.

    dieses beispiel steht exemplarisch für die katholischen rebellen. die standen mal mehr, mal weniger konträr der amtsmeinung entgegen. nur sind die offen emanzipativen, die um befreiung bemühten rebellen schnell nicht mehr in der kirche und emanzipieren sich nicht selten vom glauben ‚ihrer eltern‘. da kommen dann beinah schon anarchistische fratizellen, die als räuber umherzogen und robin hood mäßig alles geräubte an arme verteilten. diese bewegung ist übrigens teil der mönchischen spiritualen, die sich bei der gefahr der exkommunikation der franziskaner im gegensatz zu den reformistischen mönchen in den untergrund zurückzogen

    übrigens, die gegenpropaganda betrifft in erster linie den graubereich zw. den konservativen christen, nazis, bibeltreuen blödmännern (!), manchen merkwürdigen frauen usw.

  21. 21 Maure 15. September 2009 um 18:47 Uhr

    Hilfe! Es ist wirklich schlimm, dass Leute, die keine Ahnung haben, zur Wahl antreten dürfen. Was ist denn bitte an Hiomosexuallität so schlimm? Die gibt es auch im Tierreich! Soll man deswegen jetzt alle homosexuellen Tiere abschießenn? Für eine bessere elt? Also wirklich, so einen Schwachsinn hab ich noch nie gehört! Und was ist mit den anderen Religionen? Und den Ungläubigen? Es gibt immer noch viele, die nict an Gott glauben. Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit!!!

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