Islamophilie vs. Islamophobie? Skylla und Charybdis der linken Islamkritik

Am 16. Mai fand in der Humboldt Universität, veranstaltet von der Antifaschistischen Hochschulgruppe (HUmmel), eine Podiumsdiskussion zum Thema Wie kann eine nicht ressentimentgeladene Islamkritik aussehen? statt. Es kamen vier durchaus streitwillige Diskutant_innen. Die Auffälligste war die überaus interessante und unterhaltsame Arzu Toker. Als dialektische Gegenposition trat der äußerst zielsicher diskutierende Abgesandte der Redaktion der Leipziger Phase 2 auf. Klaus Bees von der Aktion 3. Welt Saar war ebenfalls dabei. Thomas Maul war offensichtlich bemüht Selbstbewußtsein in einen linken, islamkritischen Diskurs zu bringen und die verschiedenen Ansätze zu bündeln. Seine Argumente fand ich persönlich einleuchtend, sehr deutlich – wenn nicht gar radikal – in der Ablehnung bestimmter kulturrelativistischer und rassistischer Ansätze und dennoch offen für breite, linke Bündnisse. Im folgenden meine Eindrücke und Gedanken zur Podiusmdiskussion.

Gleich vorweg, ich war nicht bis zum Ende da und kann nur zur Diskussion auf dem Podium etwas schreiben. Als die Auseinandersetzung mit dem Thema auch für das Plenum geöffnet wurde, mußte ich weg. Schade eigentlich, ich hätte schon ein paar Fragen und auch gern über antifaschistische / radikallinke Interventionen gegen den Islam diskutiert. Also, wer zur offenen Diskussion etwas erzählen kann, der darf gerne ergänzen. Aber nun zu den Argumentations- und möglichen Interventionslinien.

Die Diskussion läßt sich für mich in drei große Themenkomplexe unterteilen. Die große, übergeordnete Frage war, wie eine mögliche antifaschistische Positionierung zum Islam / Islamismus aussehen könnte. Dabei ging es zunächst um die Abgrenzung von Islam, Islamismus und Fundamentalismus, die leider relativ undifferenziert und oberflächlich getroffen wurde. Die Differenzierung fiel auch deshalb unzureichend aus, weil von allen Diskussionsteilnehmer_innen islamische / muslimische Partner aus den verschiedensten Gründen abgelehnt wurden.

Gibt es muslimische / islamische Bündnispartner_innen

Toker negierte die Möglichkeit eines Dialogs komplett, da eine Begegnungsebene zur Diskussion schlichtweg nicht existieren würde. Da die Legitimation der eigenen (weltlich) dogmatischen Ideologie von Gott abgeleitet wird, ist sie unhinterfragbar. Deshalb sollte ein Diskurs über den Islam ihn keinesfalls ernst nehmen, sondern viel mehr parodieren. Ein (antifaschistischer) Dialog ist ihrer Meinung deshalb nicht möglich. Islamist_innen können nicht ernstgenommen werden. Deshalb will sie, nach ihren zahlreichen Interventionen, nun einen anderen Weg gehen, nämlich den der subversiven Dekonstruktion. Psychologisierung und Stigmatisierung zum Zwecke der (kathartischen) Aufklärung sind dabei Taktiken.

Der Redakteur der Phase 2 betonte die politisch-soziale Perspektive auf den Islam. Die Selbstbezeichnung als Muslim_in oder Islamist_in sollte deshalb als politisches Bekenntnis betrachtet werden. Eine (theoretische) Auseinandersetzung muß in einem antifaschistischen Diskurs kritisch geführt werden, der die Religion Islam sowie den Islamismus als politische Bewegung, als soziales und gesellschaftliches Phänomen begreift. Fraglich bleibt, wie Kindern, die religiös muslimisch konditioniert werden, ein politisches Bekenntnis unterstellt werden kann.

Sehr viel weiter ging allerdings Kees, der zwar eine Unterscheidung zwischen dem Islam und dem Islamismus traf, letzteren aber als fundamentlistischen Islam zum Islamfaschismus aufwertete. Diese Verwischung des diskursiven antifaschistischen Ansatzes mit Totalitarismuskategorien führt bei Kees zur Schlußfolgerung, daß der Islam, wie der Faschismus und (Neo-) Nazis, zu bekämpfen wäre.

Bündnispartner_innen gibt es also nach Ansicht der Diskussionsteilnehmer_innen grundsätzlich nicht. Hierbei wurde kein Unterschied zwischen den (säkularen) Gläubigen oder Kulturmuslim_innen gemacht. Der Islam / Islamismus als Ganzes wird aus Weltanschauungs- (Toker) oder politischen Gründen kategorisch abgelehnt. Er muß antifaschistisch (Phase 2 & Klees), politisch (Maul) und künstlerisch subversiv bekämpft werden. Bündnispartner_innen unter Muslim_innen gibt es demnach nicht. Höchstens Menschen, die aufgeklärt werden können.

Psychologisierung / Antifaschistisch-theoretischer Diskurs

Trotz dieses grundsätzlichen Konsens im Umgang mit dem Phänomen Islam / Islamismus dominierte ein Streit zwischen der zum Teil biologistischen, vor allem aber psychologisierend emotionalen Perspektive von Arzu Toker und dem eher theoretischen Ansatz des Readakteurs der Phase 2 die Diskussion. Oberflächlich unversöhnlich standen sich beide Ansichten diametral gegenüber. Im Ergebnis, finde ich, sind sie gar nicht so weit von einander entfernt und könnten sich durchaus ergänzen.

Die biologistisch psychologisierende Perspektive von Toker mag auf den ersten Blick befremdlich und relativierend sein. Jedoch zielt sie in eine interessante Richtung. Es geht ihr eben nicht darum Islamismus und Islam in erster Linie zu pathologisieren und dämonisieren, sondern viel mehr einen Ansatz zu schaffen, um die Krankheit zu überwinden, sich angeekelt abzuwenden und sich endgültig zu befreien. Ich würde behaupten, Toker nutzt die Krankheit als Metapher um perspektivisch die Heilung (Therapie) in den Mittelpunkt zu stellen. Sie meint, wenn jede_r die Krankheit Islam potenziell haben könnte, dann kann sie auch überwunden werden. Fraglich bleibt natürlich, wie auch Kees betonte, ob sich Muslim_innen überhaupt therapieren lassen wollen – dazu wäre eine Krankheitseinsicht nötig – und ob es überhaupt eine gesellschaftliche oder soziale Therapie geben könne.

Ich denke allerdings, daß diese Kritik an Toker zu kurz greift. Ihre Perspektive individualisiert das Phänomen Islam / Islamismus. Es ermöglicht eine Überwindung des lediglich ideologischen Ansatzes und ergänzt ihn um (agitatorische) Inventionsstrategien, die sich insbesondere auf die einzelne Person und sein Selbstbewußtsein beziehen. Der theoretische Diskurs bleibt beinah unberührt. Es geht viel mehr darum, den Muslim_innen, jenseits von Opferzuschreibungen aus psychologisiernder oder kulturalistischer Perspektive oder der rassistischen Ablehnung durch die Mehrheitsgesellschaft (Phase 2), einen menschlichen Wert zu geben. Toker scheint den Muslim_innen lediglich sagen zu wollen: Ihr braucht den Islam nicht, um etwas Wert zu sein.

Auf der anderen Seite ist es richtig, wie der Redakteur der Phase 2 betonte, Muslim_innen als Träger des Islam / Islamismus eben nicht als Opfer oder Verführte zu verklären, sondern eine politische Diskussion zu führen, welche die Besonderheiten des Islam jenseits einer umfaßenden Religionskritik darstellt und sich insbesondere auf die aktuellen Realitäten stützt. Islam ist dann keine Krankheit, sondern eine politische Aussage und soziale Position. Ich denke allerdings, daß es Toker genau darum nicht ging, sondern der auch meiner Ansicht nach problematische und deshalb unglückliche Begriff der Krankheit auf eine notwendige subversive Gegenpropaganda – vielleicht auch mit den theoretisch diskursiven, antifaschistisch politischen Interventionen – verweisen soll.

Islamophilie / Islamophobie

Der dritte Komplex, jeweils immer wieder von Thomas Maul ins Spiel gebracht, beschäftigte sich mit konkreten Interventionsmöglichkeiten. Hierbei wäre der sogenannte Kopftuchstreit, der auch bei der Kritischen Islamkonferenz thematisiert wurde, besonders hervorzuheben. Die Proteste gegen den Bau von Moscheen in den verschiedenen deutschen Städten, der oft durch rechtskonservative, deutschnationale, rechtsextreme und offen neofaschistische Kreise getragen wird, wurde ebenfalls aufgrund der unzureichenden, zum Teil kulturalistischen und islamophilen Kritik an den Kritiker_innen thematisiert. Hierbei betonte Maul den Antagonismus von Islamophobie und Islamophilie, der den linken Diskurs zu dominieren scheint und eher verschleiert, als daß er kritisch, analytisch radiklallinke Interventionsmöglichkeiten eröffnen würde.

Die Kritik richtet sich dabei in erster Linie gegen einen antirassistischen und internationalistischen Bekenntnisfetisch, der in der Praxis dazu führt, daß nix böses über den Islam gesagt / geschrieben werden darf und so eine korrekte Islamkritik entsteht. Dabei wird der reale und strukturelle Rassismus zum Teil ethnopluralistisch, in jedem Fall antifeministisch und im Grunde philorassistisch verschleiert. Die kulturalistische linke Kritik und ihr Diskurs um eine vermeintliche Islamophobie verwischt (un-) bewußt Überfremdungsängste und xenophob-nationalistische Ansichten. Religionskritik findet gar nicht statt. Die ansonsten sehr heftig geführte antichristliche Gegenpropaganda verwandelt sich in Bezug auf den Islam so in religionsaffirmative Islamophilie.

Ein weiterer Hinweis, ebenfalls von Thomas Maul, betont, daß eine eliminatorische Islamophobie nicht existiert. Von einem islamophoben Rassismus kann, seiner Ansicht nach, nicht gesprochen werden. Diese Perspektive ist aber durchaus problematisch. Der Redakteur der Phase 2 wies diese Ansicht zurück und erläutert, daß insbesondere im Osten (Scheiß-) Deutschlands durchaus von rassistischer Vertreibung und Vernichtung migrantischen Lebens gesprochen werden kann. Konstitutiv für die (ost-) deutsche Xenophobie sind dabei eurozentrische Zuschreibungen. Allerdings wäre eine antifaschistische Kritik leicht durch antirassistische Positionen möglich.

Antifaschistische Intervention, Religions- und Nationalismuskritik

Die Grenze für eine nicht ressentimentgeladene Islamkritik ist demnach in jedem Fall die Ablehnung der wie auch immer gearteten Zuschreibung von Muslim_innen und muslimischen Migrant_innen als Opfer. Die Kritik kann psychologisiernd therapeutisch, mit dem Fokus auf einen aufgeklärten, quasikathartischen, befreiten Neuzustand der Ex-Muslime gerichtet sein. Andererseits muß es aber auch eine (antifaschistisch) diskursive Kritik geben, die Muslime als politische Subjekte begreift, die sich politisch und sozial für den Islam / Islamismus als Ausdruck ihrer Individualität entscheiden.

Des Weiteren gibt es grundsätzlich keine Bündnispartner_innen auf der muslimischen Seite. Der Islam ist, wie Toker in einem Interview mit der jungle world ausführt, nicht reformierbar. Die institutionellen Akteure auf Seiten der Muslime setzen staatsaffirmativ auf integrative Anpassung, die ihre ökonomische und religiöse Machtposition stärken soll.

Linke Islamkritik sollte sich, da schließe ich mich Thomas Maul und dem Phase 2 Redakteur an, selbstbewußt, jenseits kulturalistischer, islamophiler und (philo-) rassistischer Kategorien offensiv in eine Diskussion um den Islam / Islamismus einmischen. Hierbei wären nicht Muslim_innen das primäre Ziel, sondern die deutsche Mehrheitsgesellschaft. Allerdings denke ich, daß dieser Ansatz sich eher mit dem politischen Phänomen Islamismus als mit der Religion Islam auseindersetzt.

Die Auseinandersetzung mit den aktuellen politischen Verhältnissen bezüglich einer Islamkritik in den Mittelpunkt zu stellen, finde ich allerdings äußerst problematisch. Durch den Fokus auf den Islamismus könnte die (radikale) Linke leicht in einen eurozentrischen Diskurs über eine vermeintliche Islamisierung geraten. Die Gefahr islamophobe Tendenzen zu potenzieren, lassen sich durch eine konsequente antirassistische Argumentation womöglich minimieren, jedoch bleibt die soziale Problematik dann auf der Strecke. Denn eine solche Kritik impliziert die durch Thomas Maul zu Recht so heftig kritisierte Bekenntnispolitik.

Der im Grunde abzulehnende psychologisierend und zum Teil biologistische Ansatz von Arzu Toker, der die konstituierenden partriachalen Hierarchien, den dominant gewalttätigen Sexismus, den latenten Antisemitismus und andere repressive muslimische Glaubensinhalte offensiv attackiert, kann bei der kritische Betrachtung des Islam / Islamismus als antireligiöse, menschlich individuelle Brücke dienen. Der Fokus hierbei wäre die Religion, deren totalitärer Charakter im Zentrum der Auseinandersetzung steht.

Eine nicht ressentimentgeladene Islamkritik kommt eben nicht ohne Religionskritik aus. Die Kritik am Islam kann dabei auf bekannte Diskurse um den christlichen Fundamentalismus zurückgreifen und selbstbewußt sowie emanzipatorisch auf ähnliche sexistische und frauenfeindliche Dogmen verwiesen werden. Die Pathologisierung des islamischen Kirchenstifters Mohammed (ursprünglich in einem Radiobeitrag für den Hessischen Rundfunk unter dem Titel Die Männer sind den Weibern überlegen) ist dabei die heftigste und höchstwahrscheinlich auch polarisierendeste Form dieser Religionskritik, die allerdings auch den Weg zu aktuellen Debatten um Islamismus ebnen kann.

Denn die Auseinandersetzung um die religiösen Inhalte ermöglicht eine Dekonstruktion eben jener, um die politische Kritik zu formulieren. Religiöse Exklusionen können so als soziale entlarvt und im aktuellen politischen Diskurs fruchtbar gemacht werden. Ein antirassistisches Bekenntnis zur Abwehr islamophober Tendenzen wäre nicht notwendig. Die Gefahr kulturalistisch islamophile Pfade zu betreten, gäbe es ebenfalls nicht. Die unsägliche, verharmlosende Gleichsetzung von Shoa und einer vermeintlich eliminatorischen Verfolgung von Muslim_innen als neuen Juden kann so eine klare Absage erteilt werden. Wobei darauf geachtet werden sollte islamophobe Tendenzen nicht zu negieren, sondern sie als das zu benennen, was sie sind, nämlich nationalistische Überfremdungsängste im Fokus einer gesellschaftlichen Krise. Hierbei können neuere Nationalismustheorien, wie zum Beispiel die von Grigat, sehr hilfreich sein.

Eine nicht ressentimentgeladene Islamkritik agiert also meiner Ansicht nach dann antifaschistisch, wenn sie die politische Seite des Islam, nämlich den Islamismus, als politisches Phänomen konsequent neben andere gesellschaftliche und soziale Exklusionsideologien stellt. Die Besonderheit sehe ich dabei allerdings lediglich in einem totalitären Fetisch der Gewalt und des Todes, wobei dies nicht durchgehend der Fall ist.

Auf der anderen Seite lassen sich in gemäßigten muslimischen Strukturen bezüglich einer Religionskritik am Islam doch Bündnispartner_innen finden, die auch für eine politische Auseinandersettzung mit dem Islamismus fruchtbar gemacht werden könnten. Die religiöse und politische Auseinandersetzung würde dann nicht mehr entlang kultureller, sondern inhaltlicher Linien verlaufen. Dann ständen sich nicht mehr nur Muslim_innen und Nicht- / Ex- / Anti-Muslim_innen gegenüber, sondern eine emanzipatorische Debatte innerhalb islamischer Kreise wäre möglich. Der subversive Ansatz von Arzu Toker könnte dafür der Schlüssel sein.

Es zeigt sich also, daß eine emanzipatorische, offensive, kämpferische Kritik am Islam und dem Islamismus möglich ist. Allerdings sehe ich die Gefahr, daß diese sich zwischen der Skylla Islamophobie und der Charybdis Islamophilie aufreiben könnte, durchaus als evident an. Deshalb sollten diesen beiden Pole, und eben nicht antirassistische Bekenntnisse, offen problematisiert werden. Jenseits davon ist eine nicht ressentimentgeladene Islamkritik aber in jedem Fall möglich und nötig. Dennoch ist eine weitere Diskussion dringend notwendig. Ich hoffe, die HUmmel bleibt weiter dran.


21 Antworten auf „Islamophilie vs. Islamophobie? Skylla und Charybdis der linken Islamkritik“


  1. 1 tp 23. Mai 2009 um 11:30 Uhr

    Du möchtest also „eine konsequente antirassistische Argumentation“ vortragen, bist aber gleichwohl der Meinung, „die konstituierenden partriachalen Hierarchien, der dominant gewalttätiger Sexismus, der latente Antisemitismus“ seien „muslimische Glaubensinhalte“, also jedem Moslem innewohnend. Zudem besuchst du eine Veranstaltung, auf der jemand Muslime pathologisiert, ihren Glauben als „Krankheit“ brandmarkt, und lobst dessen Ansatz als „subversiv“. Alles in allem möchtest du dann zusammen mit der „deutschen Mehrheitsgesellschaft“ eine Front „gegen den Islam“ aufmachen, und wie das dann praktisch aussieht, na ja, das sieht man z.B. hier. Aber klar, wenn der Maul das sagt, dass es keinen Rassismus gegen Muslime gibt, dann ist das schon so!

    Weißt du was: dein „Antirassismus“ ist dunkelbraun, absolut realitätsfremd und also schlicht widerlich. Unfassbar, dass sich sowas noch „links“ nennt. Fickt euch doch!

  2. 2 Machnow 23. Mai 2009 um 13:18 Uhr

    ich habe im text auf xenophobe und islamophobe tendenzen hingewiesen. des weiteren stimme ich nachlesbar mit maul NICHT darn überein, daß es keine islamophobie geben würde. außerdem, wiederum eindeutig formuliert, ist für mich gerade die „deutsche mehrheitsgesellschaft“ mit ihrer christlichen, heteronomlalisierten, xenophoben und rassistischen „leitkultur“ der politische gegener. (übrigens, genau wie bei maul und der phase 2)

    also, alles, was du kruitisierst habe ich durchaus betrachtet. nur in punkto religionskritik magst du recht haben. allerdings würde ich die eindeutige kritik gegen christliche glaubensinhalte und die christliche amtskriche auf muslimische strukturen übertragen. ich wüßte nichtm warum ich den islam besser behandeln soll, als das christentum. ich bin orthodox antireligiös. ich mache dabei keinerlei unterschiede zwischen den konfessionen, spirituellen weltanschauungen oder sekten.

    ich finde es höchst bedenklich, daß bezüglich einer islamkritik plötzlich religionskritische punkte in der linken abhanden kommen und durch islamophilie abgelöst werden.

    aber ansonst wundert mich nicht, daß dein differenzierungsvermögen und offenbar auch dein intelektuelles reflexionsvermögen gegen null geht. dein abschlußkommentar disqualifiziert dich vollends.

  3. 3 tee 23. Mai 2009 um 13:41 Uhr

    ich glaube du hast tp im wichtigsten punkt nicht ganz verstanden:

    Der im Grunde abzulehnende psychologisierend und zum Teil biologistische Ansatz von Arzu Toker, der die konstituierenden partriachalen Hierarchien, den dominant gewalttätigen Sexismus, den latenten Antisemitismus und andere repressive muslimische Glaubensinhalte offensiv attackiert, kann bei der kritische Betrachtung des Islam / Islamismus als antireligiöse, menschlich individuelle Brücke dienen.

    WI. DER. LICH. und eigene nase:

    aber ansonst wundert mich nicht, daß dein differenzierungsvermögen und offenbar auch dein intelektuelles reflexionsvermögen gegen null geht.

  4. 4 tee 23. Mai 2009 um 13:44 Uhr

    ps: rassistische menschlich individuelle brücken SPRENGEN!

  5. 5 Machnow 23. Mai 2009 um 14:21 Uhr

    ihr beiden, wer seid ihr bloß. skylla? charybdis? ich kann mich einfach nicht entscheiden . . . :lol:

  6. 6 Machnow 23. Mai 2009 um 14:28 Uhr

    (polemische) religionskritk = rassismus

    ein neues dogma, natürlich nur auf den islam bezogen, ist geboren!
    hoch die internationale solidarität! :lol:

  7. 7 tee 23. Mai 2009 um 15:22 Uhr

    antisemitismus als muslimischen glaubensinhalt (muslim->antisemit!) soll religionskritik sein???

    das ist zum glück so bescheuert, dass es die wenigsten dummen (linken or whatever) glauben. geh(t) kacken.

  8. 8 Machnow 23. Mai 2009 um 15:43 Uhr

    ok, beim thema antisemitismus würde ich einen zusammenhang zu muslimischen glaubensinhalten wirklich nicht ziehen. das ist wirklich ungenau… ganz so von der hand weisen läßt es ishc angesichts aktueller entwicklungen dann aber dennoch nicht.

    das christentum und die sogenannten christlichen „nationen“ haben auch mal mit schlichtem eliminatorischen antijudaismus angefangen und sich durchaus (fürchterlich) fruchbar an einer debatte, die im antisemitismus mündete beteiligt. ähnliches würde ich auch im muslimischen glauben sehen. wobei es im grunde gegen alle ungläubigen geht. eben wie im (fundamentlaistischen) christentum, in der jüdischen orthodoxie, dem buddhismus, dem hinduismus usw

    der vielleicht voreilige antisemitismus vorwurf gegen den islam ist die einzige kritik, die von eurer seite angebracht ist.

    ansonsten kack ich ganz gut auch ohne befehl durch abschnittsbevollmächtigte. besonders gern auf deutschland, russland, polen, italien, frankreich, die USA, israel, palästina, den iran und alle anderen bösen staaten :lol:

  9. 9 tee 23. Mai 2009 um 15:56 Uhr

    ok, beim thema antisemitismus würde ich einen zusammenhang zu muslimischen glaubensinhalten wirklich nicht ziehen. das ist wirklich ungenau… ganz so von der hand weisen läßt es ishc angesichts aktueller entwicklungen dann aber dennoch nicht.

    siehst du. du weisst ja selbst nicht, was für einen quatsch du da schreibst. ich weise übrigens demnächst zusammenhänge zw. berlinern und rassismus nicht so ganz von der hand, wenn es mal wieder „aktuelle entwicklungen“ gibt …

    und im muslimischen glauben (und den anderen*) geht es gegen alle anderen?

    ich lass dich mit deiner paranoia mal lieber allein …

    *bezeichnend, dass du „(fundamentalistischen)“ und „orthodoxie“ dazuschreibst, muslimisch aber so stehen lässt (und nicht etwa islamistisch schreibst).

  10. 10 bigmouth 23. Mai 2009 um 16:19 Uhr

    seien „muslimische Glaubensinhalte“, also jedem Moslem innewohnend.

    dem ist nicht so.

    weite teile der katholischen lehre waren zweifellos antijudaistisch. dadruch wurde aber nicht jeder gläubige katholik automatisch zum antisemiten. wie ernst man teile seiner religion nimmt, wie sehr man sein handeln davon beeinflussen lässt, ist immer noch jedem selbst überlassen. das geht teiwleise natürlich nur durch große mengen kognitiver dissonanz, oder sich nicht drum kümmern

    es gibt zwischen den abrahamsreligionen recht wenige unterschiede im text, wie schlimm die homosexuellen analverkehr finden. trotzdem ist die bandbreite etwa zwischen liberalen judentum und der piusbrüderschaft, wie man mit diesen glaubensinhalten umgeht, sehr unterschiedlich. bei sexismus sehr ähnlich

    was tatsächlich ein problem darstellt, ist halt, dass die glaubensinhalte vor mind. 1500 jahren formuliert wurden. natürlich sind die bspw sexistisch wie sonst was, und man muss unglaublich viel fragwürdige interpretation leisten, um sich das zurecht zu biegen (was ja feministische theologinnen, muslimsiche feministinnen usw trotzdem probieren). fundamentalisten haben da durchaus oft die textnähere interpretation. deswwegen halte ich die 3 abrahamsreligionen schlicht inhaltlich für gefährlich, und hoffe, dass sie irgendwan nausgestorben sein werden.

  11. 11 Machnow 23. Mai 2009 um 16:26 Uhr

    alta, mir gehts in meiner antireligiösen kritik immer um die amtskirche. nie um die gläubigen. die können meinetwegen an irgend eine rinde, holzstück oder meteoriten glauben. das is‘ mir scheiß eggal. mir gehts immer um fundamentalistische, antiaufklärische, dogmatische tendenzen. ÜBERALL. noch mal deutlicher, auch wenn ich mich wiederhole:

    ich scheiß auf religion! ich haße nationen & ihre blödsinnigen konstruktionen! ich kann mit hierarchischen, dogmatischen ideologien nix anfangen…

    und tee, nur für dich!

    alle scheiße! außer muslime!
    internationale, muslimische volksfront für alle!

    :lol:

  12. 12 tee 23. Mai 2009 um 16:38 Uhr

    schon klar.

  13. 13 Difficult is Easy 25. Mai 2009 um 10:53 Uhr

    @tp + tee:
    bei jemandem wie machnow (und ich tippe stark das gilt für die ganze gruppe aka) fällt es mir schwer die emotionen zusamenzukratzen, die ich bräuchte um ihn ordentlich zu beschimpfen. beim lesen des artikels verging mir auch jegliche laune in die diskussion einzusteigen.
    noch bevor ich auf politische inhalte eingehen würde, wären ganz grundlegende dinge zu klären
    1. die suche nach „bündnispartnern“ ist schon eine ziemlich schräge sache. man begibt sich auf die suche nach leuten, die die eigene position nicht teilen, aber teilen könnten. und die sind dann partner bei der durchsetzung des eigenen zieles (kritik einer ideologie, bekämpfung ihrer träger etc.). ja meine güte, wie soll man da jemals auf ein anderes ergebnis kommen als „gibt es nicht.“ ich arbeite doch nicht mit kapitalisten, faschisten, rassisten, sexisten, antideutschen, etc. zusammen um mein ziel zu erreichen. ich will mir doch erstmal klärung verschaffen, was das etwas ist und wie und ob ich es kritisieren sollte. und das tu ich BEVOR ich mich mit denen an die abschaffung einer sache mache. und ich finde meine erkenntnisse nicht so beliebig, dass ich aus der not darauf scheisse und mir bündnispartner suche, mit denen ich mir ja nix anderes als diskussionen ins boot holen würde.
    in sachen islam fällt also, überraschung, die suche nach bündnispartnern negativ aus. daraus folgt für den bündnispartnersucher „schlimme sache dieser islam“. eventuell hat man durch zurückliegende bündnispartnersuchen herausgefunden, dass christen, kapitalisten, antideutsche, juden, maoisten etc. ALLE bündnispartner zu bieten haben! alles eine frage der ausrichtung der beliebigkeit, sag ich mal. und auch ne frage des ziels, das man im auge hat.
    das hat anun auch mit dem folgenden punkt zu tun:

    2. hier wird ein grässlicher pluralismus gepflegt. diskurse sollen befruchtet werden, deswegen soll man diskutieren, sich austauschen (mit bündnispartnern), positionen von bündnispartnern sollen in einklang miteinander gebracht werden. ein interesse an der objektiven klärung eines gegenstandes, kann ich da nirgends erkennen. es gilt, was ich eben noch zur suche nach bündnispartnern gesagt habe, eine für nötig erachtete beliebigkeit beizubehalten. dazu passt, dass in der besprochenen VA offenbar kein wort über den gegenstand islam verloren wurde, sondern nur herumtaktiert wurde. als könnte man sich über die gestalt der krtik unterhalten, bevor man kritisiert! wieder fehlt hier gänzlich das interesse an einer korrekten kritik des islams. man will sich nur absichern gegen vorwürfe. die korrektheit muss da zurückstehen. hauptsache man kann so schöne attribute wie links, subversiv, radikal(-links, -subversiv), antifaschistisch (antifaschistisch GEGEN den islam?????? hallo? sinn?) etc. verteilen.

    3. die rede von der „neuen nationalismusforschung“ ist mir auch noch aufgestoßen. es dreht sich jetzt nur um einen einzigen ausdruck, also bitte nicht übelnehmen, wenn ich was falsch verstanden habe. ich finde nur es passt ungemein in den ganzen habitus des aka-projektes.
    da wird eine nationalismusforschung (nein, nicht eine kritik, das wäre doch ein wenig zu dogmatisch) mit dem attribut „neu“ belegt, was vermutlich ain positives attribut sein soll. bleibt die frage, ob machnow überhaupt ahnung vom ergebnis dieser, äh, forschung hat oder ob die neuigkeit schon alles ist und sich dadurch mal wieder diskursbefruchtungsmaterial bietet.

    also:
    kein wunder dass sich so jemand inhaltlich mit toker und blees (nicht bees und nicht kees) ins bett legt um „diskurse zu befruchten“. (pardon, das ist einfach so blöde formuliert, dass man jede gelegenheit nutzen sollte darauf herumzureiten.)

  14. 14 Machnow 25. Mai 2009 um 13:16 Uhr

    @difficult is easy: deine kritik ist zum großen teil berechtigt. ich kann sogar verstehen, daß sie emotional geführt werden möchte.

    zum ersten punkt. die frage nach bündnispartnern stellt sich wirklich nicht. deshalb war es wahrscheinlich wirklich irrenführend dies überhaupt zu diskutieren. aber genau die kritischen punkte, die im gründe die absurdität dieser frage entlarven, wurden im grunde auch auf dem podium – zumindest hatte ich den eindruck – so erkannt. vielelicht hätte diese frage dann allerdings auch gar nicht weiter diskutiert werden sollen. wurde sie aber und deshlab habe ich versucht, anstatt diese frage (aus deiner argumentation heraus zum beipsiel) außen vor zu lassen.

    zum zweiten punkt. pluralismus finde ich nicht grässlich. schon allein dies zu kritisieren finde ich ehlich gesagt schwach. dabei auch wieder auf die bündnispartner frage zu stoßen, die FÜR MICH eben auch nicht ausschlaggebend ist, führt ebenfalls zu nix. der vorwurf dagegen, daß gar nicht über inhalte des islam geredet wurde und lieber über eine umwertung des antifaschismus (der sich schließlich gegen faschismus richtet) zu konzentrieren) zu philospophieren ist richtig. deshalb blieb die diskussion auch (zumindest als Podiumsdiskussion) oberflächlich und konnte lediglich eine bestandsaufnahme der ansätze (was ich trotzdem wichtig finde) leisten. um die inhalte der kritik ging es dann eben doch nicht. sondern nur um bekenntnisse und die entkäftung des islamophobie vorwurfs. ich fands ebenfalls schade, daß es nicht weiterging. tat es nun aber nun mal nicht…

    3. der begriff der neuen nationalismusforschung iost wirklich schwammig, irreführend und mißverstädnlich. mir geht es da schon eher um neue (analytische) ansätze, die das phänomen „nation“ und „nationalismus“ in den zusammenhang mit einer kaopitalistischen entwicklung, antisemitischer exklusion, rassimus und . . . [falls ich was vergesen hab, hier einfügen] bringt. um irgend eien neuigkeit gehts mir nicht. was daran neu sein könnte ist mir im grunde egal. wenn es soclch einen ansatz gibt (ich kenne keinen, hab aber auch nich so intensiv gesucht), dann darf der ruhig uralt sein. die ansätze, die ich kennen, klammern die verknüpfung mit der kapitalistischen arbeitsweise aus. soziale, pschologische, konstruktivistische, organische usw. ansätze gibt es schon. aber antinationale, antikapitalistische kenn ich nicht…

    also. ich laß mir gern pluralität vorwerfen, wenn sie in de diskussion zu interventionsmöglichkeiten gegen religiöse, politische und soziale exklusionen aufzeigen. und ins bett zu blees würde ich micht nicht legen. der kommt in meinem text kaum vor (weil seine beiträge zur diskussion einfach unerwähnenswert oder zu kritisieren sind). mit arzu toker hab ich im bett auch nich so viel am hut. aber ich würde ihr zuhören!

  15. 15 Thomas 25. Mai 2009 um 15:47 Uhr

    Wie gewohnt ist der Kommentarbereich beim Thema Religion wieder gut gefüllt. Schließlich habe ich mich doch noch durchgerungen ein paar Anmerkungen zum Text zu geben, dessen inhaltliche Wiedergabe der Podiumsdiskussion lobenswert ist, deren Argumente ich aber nur bedingt teilen kann.

    Gott ist ein ziemlich sinnloses Argument für ein weltliches Problem – wie Bischof Huber neulich gut erkannt hat. Mit dieser Position sollte man insbesondere auch Muslimen entgegentreten und diese nicht aufgrund ihres Gottesglaubens ablehnen. Gegen die Totalität Gottes auf Erden gibt es gute Argumente, die diesen nicht vollends negieren.

    Den Islam nur als eine politische Bewegung zu begreifen, greift auch zu kurz, da dies einer aufgeklärten Sicht auf Religion diametral entgegenläuft. Mit fundamentalistischen Positionen kommt man nicht gegen Fundamentalisten an!

    Aufklärung bedeutet nicht die Negierung von Religion und Glaube, da sollte man sich an Kant orientieren. Im Zweifelsfall scheint erst einmal eine Selbstaufklärung notwendig zu sein, besonders wenn man Religion als eine psychologische Krankheit mit Aussicht auf Heilung begreift. Jene Aufklärung ist auch bei religiösen Fundamentalisten angebracht, die in der Homosexualität eie heilbare Krankheit sehen. Ich wiederhole mich: Mit fundamentalistischen Positionen kommt man nicht gegen Fundamentalisten an!
    Der Krankheitsbegriff ist nicht nur unglücklich, er ist vollends daneben.

    Religion kann verschiedenartig missbraucht werden, beispielsweise durch Politisierung im Rahmen der Gesellschaft oder zum Aufbau eines identitätsstiftenden, exklusiven Selbstbewusstseins auf persönlicher Ebene. Als Kritiker der Religion darf man nicht dem Fehler verfallen über die Missbrauchsmöglichkeiten eine Religion zu definieren. In Anlehnung an Jan Assmann (Vortrag im Minoritensaal in Graz, 8.10.2007) sage ich: nicht die Monotheismen sind der Skandal, sondern deren Instrumentalisierung. In diesem Sinne muss man zahlreiche Positionen, die während der Diskussion an der HU aufkamen und im obigen Artikel wiedergegeneb wurden, zurückweisen.

  16. 16 Machnow 26. Mai 2009 um 10:16 Uhr

    ich glaube ( :-) ), daß es einen unterschied zwischen glaube und religion gibt. der bereich des glaubens ist mir scheiß egal. jeder kann / soll glauebn, was er will. ich glaube, daß der mensch gut ist. mag naiv sein. so isset aber nun mal. manche glauben an ameisen, frösche, schlangen oder an tänze. bei dem begriff religion sehe ich allerdings ganz klar, daß dieser für mich zum bereich bestimmter dogmen gehört, die in der größeren konsequenz zu kirchem sekten, ideologien usw führen. für mich ist der glaube zwar teil einer religion / kirche, kann aber auch ohne letzteres auskommen.

    es geht in erster linie für mich nicht darum den glauben zu diskreditieren, sondern als religionskritik soziale, gesellchaftliche und vor allem exklusive inhalte offensiv zu attackieren. der glaube läßt sich dabei aufrühren, die religion dagegen muß in ihrer theologischen entwicklung und für mich grundsätzlich antiaufklärerischen attitude dekonstruiert und attackiert werden. hinter religion und kirche stecken machtansrüche und hierarchien. die theologie und die krichendogmen zementieren diese als sakral und heilserforderlich. jedoch – das zeigen die sogenannten häretiker, die ausgestoßenen der krichen – das diese ideologischen machtansprüche in bewegung sind. warum sollen sie durch kritik nicht weiter dynamisiert werden.

    die frage ist nur wie? die ansätze, die in der podiumsdiskussion debatiert wurden, sind dabei methoden. einige greifen zu kurz, wie zum beispiel der antifaschistische ansatz, der sich eigentlich gegen die dt. mehrheitsgesellschaft richtet, aber mit dem islam eigentlich nix anfangen kann, oder nur durch intelektuelle (eventuelle ideologisch zentrierte) verrenkungen passend gemacht werden können.

    der ansatz islam als politische / säkulare kirche zu betrachten funktioniert ebenfalls nicht. jedoch kann an diesempunkt der (subversive) satirische ansatz von toker, der eben doch glaubensinhalte einführt und über das entsprechende wissen verfügen muß, sehr hlfreich sein. ich würde die aggressivität individuelle ablehnen. aber vielleicht gehts auch nicht anders…

    deshalb würde ich eben nicht zurückweisen, sondern viel mehr grenzen ziehen. fundamentalismen in jede richtung sind auf jeden fall abzulehnen. nur würe ich, zumindestim theoretischen diskurs, eher gegen dogmen und ideologische „glaubensprämissen“ argumentieren. eben nicht gegen glauben, sondern gegen religion / kirche. satire / polemik kann dabei dekonstruieren.

  17. 17 Entdinglichung 26. Mai 2009 um 14:08 Uhr

    p.s.: gab durchaus auch Ansätze zu einer Befreiungstheologie mit islamischen Wurzeln: http://de.wikipedia.org/wiki/Mahmud_Muhammad_Taha

  18. 18 Machnow 26. Mai 2009 um 14:53 Uhr

    Sie Sufi-Bewegung hat tatsächlich einiges an aufklärerischem Potenzial. Ichh ab ein wenig den Eindruck, daß die Mystiker der Sufis, ähnlich wie der Chasidismus, immer wieder daran erinnern, daß es um das Leben geht, eben nicht um Schrift, oder sonst was. Allerdings werden Sufis extrem verfolgt. Vielleicht gibt es doch auf dieser Seite Bündnispartner_innen?

  19. 19 Serdar 01. Juni 2009 um 12:59 Uhr

    Was passiert denn, wenn man mit den Musels fertig ist? Hat sich das das Umweltproblem oder das Hungerproblem auf der Welt gelöst?
    Ich habe den Eindruck, der radikale Linken sind die Probleme dieser Welt zu banal als das sie sich mit ihnen abgibt. Daher umgibt man sich mit Luxusproblemen wie den den Muslimen und Islam.

  20. 20 Machnow 02. Juni 2009 um 10:41 Uhr

    Ich bin der Meinung, daß ein grundlegendes Problem der heutigen Gesellschaft die Verteilung der Herrschaft und der Fetisch zur Macht ist. Sich kritisch mit Religionen auseinanderzusetzen, die genau diese hierarchischen Machtstrukturen sakralisieren ist deshalb keineswegs ein Luxusproblem und vor allem nicht banal. Antiemanzipative, sexistische und chauvinistische Meinungen anzugreifen und konsequent als solche zu benennen ist die Aufgabe der radikalen Linken!

    Und zum tausendsten Mal, es geht weder gegen den Islam, noch gegen den KAtholiszismus oder Buddhismus, sondern für mich geht es gegen jede scheiß Amtskirche, die sich erlaubt mir einen blödsinn von gottgewollten und geschöpften unterdrückungsstrukturen erzählen zu wollen und mich häretisiert und zum „priester des todes“ macht, wenn ich nicht daran glaube!

  21. 21 Serdar 04. Juni 2009 um 5:41 Uhr

    Ich persönlich hab ja nichts dagegen, das du Islamkritik und Islamophobie thematisierst. Auch habe ich nichts dagegen, wenn es gegen den Islam geht. Eine sachliche Islamkritik vermisse ich geradezu. Es gibt halt in Deutschland keine Islamkritk, die diesen Namen verdient. Meist sind es All-Aussagen oder einfache Verächtlichmachung.

    Und Religionskritik ist es schon gar nicht, da unter dieser Behauptung der Religionskritik immer nur der Islam auftaucht. Und das noch nicht mal gekonnt, die meisten Schreiber haben noch nicht mal seriös die Quellen gelesen. Wenns hinkommt mal das Feuillton oder Wikepedia lässt grüßen.
    Eine Kritik am Judentum hab ich bis jetzt noch nicht gesehen, und das nennt man dann Religionskritik. Wobei das pro-israelisch Publikum auch nicht sonderlich viel vom Judentum weiß.

    Vieles was ich gelesen habe könnte man Islamkritik als „Ehrbare Islamophobie“ nennen.

    Und was Sexismus usw. betrifft. Ich glaube gerade deswegen, das sich die Leute Luxusprobleme basteln, weil sie sich auschließlich damit befassen (oder zumindest als Vorwand für die eigene Eitelkeit benutzen).

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