Defend Squats – Brunnenstraße 183 bleibt!

Nachdem es gestern noch Hoffung gab, daß das Hausprojekt und der Umsonstladen in der Brunnenstraße 183 gerettet werden könnten, scheinen der Eigentümer und die Polizei voll auf Eskalation zu setzen. Wie auf dem Blog des Projekts berichtet wird, gingen gestern die Räumungsbescheide ein.

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Am Nachmittag des 24. November 2009 räumten 600 Bereitschaftspolizisten die Brunnen 183 geräumt. Ein Video zeigt den massiven Einsatz. Die Bewohner_innen ließen sich bereitwillig abführen. Fraglich bleibt, wie die taz berichtet, wie der Einsatz gerechtfertigt werden soll. Schließlich gibt haben sieben Bewohner_innen gültige Mietverträge. Außerdem ist der Bestand von sieben weiteren Mietverträgen unklar. Lediglich fünf (gegen sieben bestätigte und sieben unklare, also weniger als eindrittel) Verträge scheinen demnach eine teure Räumung mit Spezialpersonal zu rechtfertigen.

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Am 18. Juni 7 Uhr soll es passieren. Erstaunlich ist, daß ein Termin am Ende der freiRäume Aktionswochen gewählt wurde, die eigentlich ihren Höhepunkt in der Besetzung des Flughafen Tempelhof haben sollten. Versuchen die Sicherheitskräfte hier das private Interesse eines umtriebigen Passauer Arztes mit dem Kontrollbedürfnis der Sicherheitskräfte zu verknüpfen?

Die Wahl des Räumungstermins kann nur als Eskalationsversuch der Aktionswochen und Provokation gegen alle Hausprojekte interpretiert werden. Nachdem die Polizei, trotz massiver Repression und unverhältnismäßigem Einsatz gegen friedliche Demonstrant_innen, es nicht geschafft hat die Antinationale Parade zu verhindern und zu eskalieren, scheint sie nun auf dem besten Weg zu sein die Aktionswochen zu kriminalisieren. In der Hoffnung entsprechender Reaktionen auf die Ankündigung der bevorstehenden Räumung der Brunnenstraße 183 vermute ich die Taktik die Veranstaltungen der Aktionswoche, wenn nicht ganz zu verbieten, dann wenigstens massiv zu behindern und die breite Teilnahme zu erschweren.

Nicht vergessen werden sollte weiterhin, daß für den 20. Juni zu einer öffentlichen Massenbesetzung des ehemaligen Flughafen Tempelhof aufgerufen wird. Eine Eskalation am 18. Juni im Zusammenhang mit der Räumung der Brunnen183 könnte einige Aktivist_innen durch Platzverweise, Fest- und Ingewahrsamnahmen ausschalten. Außerdem soll im Rahmen des Bildungsstreiks am 18. Juni die Banküberfall Aktion stattfinden.

Es wäre also sehr wahrscheinlich, daß eine Prioritätensetzung erzwungen werden soll. Damit hätten die Sicherheitskräfte dem Tempelhof und dem Banküberfall Termin einen eigenen entgegen gesetzt, um die Kontrolle über die Sicherheitslage zurückgewinnen zu können. Deshalb sollten auf keinen Fall die Termine gegeneinander aufgewogen werden. Eine mögliche Reaktion könnte sein die für den 17. und 18. Juni geplanten Termine um sowie in die die Brunnenstraße 183 zu verlegen.

Diese Provokation der Sicherheitskräfte stellt für mich die Kontrollsucht und Zerstörungswut gegen jeden alternativen Lebensentwurf insbesondere in seiner offensichtlichen Eskalation aus. Hierbei arbeiten sozialdemokratische Politiker_innen, Vertreter einer Partei, die sich fälschlicherweise Die.Linke nennt, Unternehmer_innen und sozial desinteressierten deutsche Bürger_innen zusammen.

Brunnen183 bleibt! Deutschland nicht!
Wir bleiben sowieso alle!
Und zwar für immer!

Beteiligt Euch an den Aktionswochen vom 6. – 21. Juni 2009!


6 Antworten auf „Defend Squats – Brunnenstraße 183 bleibt!“


  1. 1 M. A. Bakunin 28. Mai 2009 um 12:08 Uhr

    Na ja, hier wurde eher ein Datum mit Zeit genannt, ab wann die Räumung stattfinden soll. Die Räumung wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu dieser Zeit stattfinden.

    Das dieser Termin in die Zeit der Freiraumtage hereinfällt, das ist schon sehr bedenklich. Allerdings läuft der letzte gültige Mietvertrag Ende Mai aus, so dass eine Räumung im Juni schon seit Monaten feststeht. Das es sich um einen Zufall handelt ist nicht unwahrscheinlich. Davon bliebe aber die Kontrollsucht und die bürokratisch-sublimative Zerstörungswut der geannten Protagonisten unberührt.

  2. 2 LucaPinoRelli 28. Mai 2009 um 22:05 Uhr

    Der Termin ist meiner Anicht nach absolut nicht zufällig. Er ist eine Testlufballlon. Ma‘ kucken, was passiert, ham sich die PMSler und die anderen Dienste wohl gedacht. Körting & Glietsch werden sich auch so ihre Gedanken gemacht haben. Gerade, nachdem die ANTINATIONALE PARADE nicht so gelaufen war, wie sie es gern gehabt hätten und vor allem, wie sie es in den Medien prophezeit haben.

    Dies ist eine klare Provokation. Wahrscheinlich findet die Räumung wirklich nicht am 18ten statt. Aber Unruhe im Vorfeld haben die Sicherheitsbehörden und die Dienste auf jeden Fall schon in die Vorbereitung getragen.

    Der nächste Schritt ist die Kriminalisierung des Protestes. Mich würde nicht wundern, wenn n der nächsten Woche die Kampagne der Springerpresse über ein notwendiges Verbot der Bildungsstreik Demo am 17ten, der Massenbesetzung und den Feiern am 20igsten und den gesamten Aktionswochen forciert werden würde. Der ominöse „black bloc“ würde wieder Schuld sein. Chaos und Anarchie werden phrophezeit. Und außerdem gehen (endlich) die sozialen Unruhen los . . .

    Denk an meine Worte. Und wenn in der nächsten Woche die CDU, Körting / Glietsch und Springer schwadroniert, wirst du an meine Worte denken ;-)

  3. 3 M. A. Bakunin 28. Mai 2009 um 23:24 Uhr

    Das diese Herren schwadonieren, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber das der olle Richter, der die Räumung terminiert hat, schon mal was von den ominösen „Aktionstagen“ gehört hat, daran glaube ich allerdings weniger.

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