Nie! Nie! Nie wieder Preußen!

Am gestrigen Samstag begannen die Aktionswochen gegen Gentrifizierung mit mehreren Aktionen und einer Demo in Potsdam. Am Vormittag wurde das Bambiland in der Rigaer 22 performativ als Raumkomposition inszeniert geboren. Nun existiert es zwar nicht mehr geografisch. Es bleibt aber die virtuelle und ideele Verkörperung. Zur Demo in Potsdam unter dem Motto Freiräume statt Preußenträume kamen mindestens 1.500 Menschen. Trotz Regens blieben, lauschten den guten und zahlreichen Reden sowie verteilten ordentlich Infomaterial an Passant_innen.

In Potsdam gings circa 16 Uhr los. Zuerst sah es ziemlich mau aus. Relativ wenig buntgemischte potenzielle Demoteilnehmer_innen lagerten sich um den Ausgang des Hauptbahnhofs. Als sich der Zug formierte, waren es dann doch sehr viel mehr. Nach einer circa halbstündigen Unterbrechung, die zu Stande kam, weil sich Team Green zum Spalier formierte und sich an die Spitze der Demo setzte, so daß sowohl das Front- als auch die Seitentransparente verdeckt waren.

Nachdem sich die Polizei an den Seiten weitestgehend zurück gezogen hatte und klar wurde, daß der Spalierlauf zumindest an der Spitze nicht zu verhindern war, gings dann doch weiter. Ab diesem Zeitpunkt waren es mindens 1.500 Teilnehmer_innen, die durch die Stadt zogen. Leider begann auch der Regen. Ich schiebe mal die wenigen Parolen und das gemütliche bis fröstelige Atmosphäre auf die Witterungsbedingungen. Zwar bemühte sich die Demospitze, darunter sehr viele Babelsberger_innen, um eine kämpferische Außenwirkung, leider blieb der Rest der Demo relativ still.


Weitere Bilder bei hier und bei pm cheung

Die Reden waren durchgehend sehr gut. Ich fand zwar, es waren ein paar zu viel, aber trotzdem immer sehr informativ. Wegen dem Regen hätte vielleicht die ein oder andere Zwischenkundgebung fallen gelassen werden können. Die Textbeiträge müssen nicht unbedingt, gerade bei den längeren Reden, im statischen Zustand gehalten werden, sondern könnten durchaus auch während der Demo verlesen werden. Gerade die Zwischenkundgebung mitten in relativ unbewohnter Umgebung am Griebnitzsee empfanf ich eher als unnötig.

Ansonsten war es trotzdem rundum eine gelungene und erfolgreiche Demo. Der Lauti informierte die Anwohner_innen und Passant_innen immer wieder das Anliegen der Organisator_innen zu transportieren. Zu Festnahmen kam es nicht. Trotz Abfilmen, Spalierlauf und griffbereiten Prügeluntensilien blieb Team Green und die zahlreichen Teams in Bunt bis Schwarz zurückhaltend. Eine Eskalation war offensichtlich nicht erwünscht. Von Festnahmen ist nichts bekannt! Die Demo konnte bis zu seinem Ende am Platz der Scheiß-Deutschen-Einheit mit einem Konzert beendet werden.


2 Antworten auf „Nie! Nie! Nie wieder Preußen!“


  1. 1 kalle 07. Juni 2009 um 17:56 Uhr

    Tja, der „Platz der Einheit“ in Potsdam ist aber nicht der „Platz der deutschen EInheit“, sondern er wurde nach der Neugestaltung in den 50er Jahren so genannt, um an die Vereinigung von KPD und SPD zur SED zu erinnern. Er ist also der „Platz der Eninheit der Arbeiterklasse“. Weil sich daran aber nicht mehr so viele Erinnern und weil alle Auswärtigen bei „Platz der EInheit“ an die deutsche EInheit denken ist er nicht umbenannt worden…

  2. 2 LucaPinoRelli 07. Juni 2009 um 23:23 Uhr

    ok, dann heißt der platz anders. die deutsche einheit ist trotzdem scheiße. und wie ich über die vereinigung von SPD und KPD zur SED finde, musz ich nochmal genauer überlegen. zur zeit tendiere ich eher gegen diese einheitsfront, die dennoch nationalmarxistische elemente enthält. auch wenn die vereinigung der linken parteien wichtig war, hat sich die vereinigte partei dann doch ziemlich scheiße & totalitär entwickelt.

    die einheit von pds & wasg war ebenfalls nicht gerade vom erfolg radikallinker positionen gekrönt. viel eher hat eine sozialdemokratisierung eingesetzt.

    ich hab das gefühl irgendwelche einheiten, die zur auweichung der eigenen positionen zugunsten kompromißfähiger angebote, fin ich auch scheiße. vielleicht fast so, wie die deutsche einheit.

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