Angewandter Sexismus an der FU Berlin

Es gibt neuen Müll aus dem Hause Lenzen & Co. Diesmal unterstützt seine durch die Exellenzeninitiative ausgezeichnete Freie Elite Universität mal nicht Militarist_innen und imperiale Kriegstreiber_innen als eingebettete Wissenschaft (pdf), sondern (re-) produziert offensiv und werbewirksam sexistische Kackscheiße als vermeintlichen Beitrag zur praktischen Umsetzung theoretischer Lehrinhalte.

Die Idee zur sexistischen Verwertung weiblicher Studentinnen hatten, wie nicht anders zu Erwarten war, die zwei BWL Studenten von der FU Berlin Leon B., Florian S. sowie die Studentin der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Jasmin S. Sie hatten sich beim sogenannten Gründerwettbewerb FUNpreneuer beteiligt. Der Wettbewerb wird von der Schnittstelle zwischen dem universitärem Verwertungsmaterial und dem Kapital, der FU eigenen Organisation profund ausgerichtet.

Die Studentinnen gewinnbringend und sexistisch zu verwerten brachte den drei Verantwortlichen 5 Leistungspunkte in ihrem BWL Bachelorstudium ein. Außerdem wollten sie, so erklärte Leon B. gegenüber der B.Z. mit wenig Geld ein neues Projekt auf die Beine stellen. Außerdem ging es ihnen darum zu zeigen, wie erotisch man Kommilitonen in Szene setzen kann.

Was rauskam liest sich eher, wie die Ankündigung irgendeines Seite drei Mädel in den Wurschtblättern.

Der „Berliner Semplaer Vol. 1″, Euer neuer sexy Semesterkalender, praesentiert Euch heisse Studentinnen, die mit ihren Reizen nicht geizen wollen. In und um Berlin, posierten Sie wie Profis vor unseren Fotografen Anna-Maria Scheffler und Tim Brakemeier.

Die Mädels waren natürlich für jede Schandtat bereit. Sie standen jederzeit zur Verfügung und hatten Spaß dabei. Sie sind alle exotisch, unschuldig und verführerisch. Nebenbei sind sie sogar fleißig und die Migrantinnen waren super integriert. Die Sexist_innen bedienen wirklich jedes Klischee.

Huyen war vor der Kamera gar nicht mehr wegzukriegen. Mit ihren Blicken hat sie alle am Set in den Bann gezogen, wobei sie immer gekonnt zwischen Unschuld und Verführung wechselte.

Was für ein blödsinniges, unerotisches, vor allem aber kühl lächerliches Zuhältergequatsche. Es ist einfach nur widerlich, wie solch unkritische Reproduktion sexistischer Biopolitik durch universitäre Strukturen unterstützt, gefördert und derartig belohnt wird. In den Müll damit. Die drei Sexistinnen warten im Übrigen auf Feedback.


3 Antworten auf „Angewandter Sexismus an der FU Berlin“


  1. 1 M. A. Bakunin 09. Juni 2009 um 11:32 Uhr

    So sehr die Kritik an dem Kalender aufgrund seiner sexistischen Aufladung berechtigt ist, kann ich doch den Zusammenhang zur Biopolitik bzw. Biomacht nicht sehen.

  2. 2 Butch Jonny 09. Juni 2009 um 12:12 Uhr

    Biopolitik / Biomacht meine ich im Zusammenhang mit dem heterosexuellem Normierungsdruck der Herrschaft. Sexualität wird eineerseits aufgewertet auf der anderen Seite allerdings auch beinah sakralisiert. Es entstehen Körperinszenierung, die den Körper als Heiligtum betrachten und bestimmte Hygiene- und Zurichtungsstrategien auch auf die Sexualität ausweiten.

    Ich meine die sexistische Rollenzuschreibung, die in Punkto Sexualität zweckgerichtet als Heterosexualität stattfinden soll. Es sind Frauen, die sich zur Verfügung stellen. Auch wenn es weiter gehen soll, wie die einzige Frau meint, und vielleicht im nächsten Kalender auch Männer abgebildet werden könnten, bleibt es eine heterosexuelle Normierung, die mit billigsten Klischees arbeitet und eher in die Super Illu gehört, als in einen universitären Rahmen.

  1. 1 Lügen, Sexismus und Unternehmertum « Analyse, Kritik & Aktion Pingback am 26. Juli 2009 um 13:19 Uhr
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