Let’s streik! Für eine freie Bildung!

Wie der twitter des AStA der Freien Universität berichtet, ruft Dieter Lenzen, der gerade von des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und der Financial Times zum Hochschulmanager des Jahres gewählte Rektor der FU Berlin, zur Beteiligung an den Bildungsstreik Aktivitäten auf und bittet die Lehrenden auf den sich beteiligenden Studierenden aus einer Beteiligung keine Nachteile erwachsen zu lassen. Das Kuratorium der FU ist ebenfalls dabei. Die Berliner Hochschulrektorenkonferenz hat sich ebenfalls angeschlossen angeschlossen. Das heißt, die Berliner Bildungsinstitutionen von neoliberal bis radikallinks stehen Seit an Seit im Bildungsstreik!

In Potsdam dagegen sieht es ganz anders aus. Die Universität weigert sich die Student_innen zu unterstützen. Die Dozent_innen scheinen trotzdem anderer Meinung zu sein und unterstützen zumeist die potenziellen Bildungsstreikenden.

In Berlin haben die Aktivitäten zum Bildungsstreik im Übrigen schon begonnen. Wo die Potsdamer Fachschaftsinitiativen noch diskutieren hat sich die Technische Universität heute klar entschieden. Bei einer Vollversamlung mit mindestens 600 Teilnehmer_innen entschieden sich die Student_innen zum Streik und verliehen ihren Forderungen mit einer Spontandemo Nachdruck. Das war wahrscheinlich nur der Anfang heißer Aktionstage.

An der Humboldt Universität fand gleichzeitig zur Vollversammlung an der TU ebenfalls eine VV zum Streik statt. Auch dort gab es später eine Spontandemo, die gekesselt wurde und nicht einmal bis zur Friedrichstraße kam.

Ach, die Schulen sind auch dabei.


13 Antworten auf „Let’s streik! Für eine freie Bildung!“


  1. 1 M. A. Bakunin 10. Juni 2009 um 23:25 Uhr

    In Potsdam gibt es meines Wissens nur Fachschaftsräte und keine Initiativen. Der Fachschaftsrat der Germanistik, der (alle Haupt- und Nebenfächler dazugerechnet) die größte Fachschaft der Uni repräsentiert, hat sich jedenfalls zur Teilnahme am Streik entschlossen.

    Lenzen & Co. wollen wohl das schlimmste für ihre Büros verhindern. ;-)

  2. 2 lahma 11. Juni 2009 um 0:19 Uhr

    Das heißt, die Berliner Bildungsinstitutionen von neoliberal bis radikallinks stehen Seit an Seit im Bildungsstreik!

    liegt das daran, dass die forderungen radikal sind?

    Gegner haben Lenzen für sein klares Leistungsbekenntnis als “Kapitalist” beschimpft.

    und radikal steht allenfalls für was?

  3. 3 lahma 11. Juni 2009 um 0:23 Uhr

    könnte es sein, dass an den forderungen was faul ist, wenn solche menschen sich damit anfreunden können?

    Bildungsstreik 2009: Wie aus einem Bildungsstreik ein Einsatz für veredelte Konkurrenz in der Schule wird

    http://bremen.argudiss.de/?q=node/41

  4. 4 LucaPinoRelli 11. Juni 2009 um 9:36 Uhr

    @lahma: zwischen den zeilen lesen scheint nicht so deine stärke zu sein. vielleicht ist die ironie auch zu schwach. aber ich möchte mich gerne nochmal erklären. und vielleicht, zum leichteren verstehen, ein paar smilleys einbauen. damit auch der lahma wat mitkriegt.

    natürlich ist es mir sehr suspekt, daß ausgerechnet lenzen, wie ich erwähnt habe, ausgerechnet der von neoliberalen wurschtblättern gekürte „hochschulmanager des jahres“ sich mit dem bildungstreik solidarisiert und, viel mehr noch, ihn offen unterstützt.

    woran das liegt, weiß ich nicht ;-)

    das idiom „seit an seit“ ist aus einem sozialdemokratischen klassiker. das hier einige nicht soviel mit der sozialdemokratie anfangen können, ist leicht ersichtlich. die verknüpfung von neoliberal, radikallinks und sozialdemokratie sollte zu denken geben und impliziert im grunde, daß letzteres nicht existiert. deshalb ist lahmas frage genau richtig. . .

    liegt das daran, dass die forderungen radikal sind?

    die antwort ist auch schon weiter oben angedeutet. allerdings hat der (gemeine) lahma wohl ein kurzzeitgedächtnis. ideologische scheuklappen kommen hinzu. und a kann es ganz schnell passieren, daß mit absicht mißverstanden wird.

    aber ansonsten bin ich ganz deiner meinung, lahma :lol:

  5. 5 lahma 11. Juni 2009 um 12:06 Uhr

    die verknüpfung von neoliberal, radikallinks und sozialdemokratie sollte zu denken geben und impliziert im grunde, daß letzteres nicht existiert.

    die sozialdemokratie existiert nicht? und mit etwas nicht existentem könnt ihr nichts anfangen? – dafür habe ich verständnis.

    zwischen den zeilen lesen scheint nicht so deine stärke zu sein.

    offensichtlich nicht. mir ist nämlich wirklich entgangen, dass das in wahrheit ein hochkritischer beitrag ist.

  6. 6 LucaPinoRelli 11. Juni 2009 um 12:10 Uhr

    der war gut :lol:

    es sollte auch kein hochkritischer beitrag zu den forderung der streikbündnisse sein. sonder nviel mehr eine für mich relevante linkssammlung. also, reg dich ab und geh lieber antiaktionistisch agitieren.

    hoch die bidlungssolidarität! :lol:

  7. 7 lahma 11. Juni 2009 um 12:33 Uhr

    >antiaktionistisch

    richtige aktionen halte ich für etwas sehr wünschenswertes.

  8. 8 k.tia 11. Juni 2009 um 18:47 Uhr

    Dass Lenzen den Streik unterstützt liegt wohl daran, dass auch er gerne eine andere Studienordnung hätte als das Bachelor – Master System.
    Der Direktor eines (meines) Institutes hat mir heute zugeflüsstert das ein speziell für die FU erdachtes System Lenzen am ehesten gefallen täte.
    Ob das nun gut ist, ob es überhaupt schon ansatzweise in Konzeption oder etwa bis jetzt nur als Luftschloss in König Lenzens Bildungs-Märchenwelt vorhanden ist kann ich nicht sagen. Aber sicher ist, dass ein Streik all seine Versuche etwas umzukrempeln legetimiert und ihn letzendlich als Retter auf dem weißen Ross, der die Bildungschancen seiner Studenten und Studentinnen wieder zubeleben versucht agieren lässt. Quasi als Robin-Hood der Bildung. Was auch immer dabei herauskommen wird (wer weiß, vielleicht gar nichts, vielleicht sogar etwas Gutes), es wird Lenzen gute PR verschaffen.

    k.tHANKSiNaDVANCE

  9. 9 LucaPinoRelli 12. Juni 2009 um 10:33 Uhr

    lenzen hat in den verhandlungen mit berlin wohl weniger geld bekommen, als er will. außerdem stehen bald tarifverhandlungen an de FU an. vielleicht will er sich „freunde“ machen.

    ein konzept in der schublade ist natürlich auch nicht schlecht. obwohl ich nicht glaube, daß da was gutes rauskommt. ein bißchen mehr „embedded science“ dort, ein wenig abbau kritischer wissenschaft woanders… von dem hochschulmanager kommt wahrscheinlich auch nur managermüll!

  10. 10 Misiu 16. Juni 2009 um 11:34 Uhr

    angehörige der fu sollen keine nachteile aus der beteiligung am streik erwarten? mitarbeiter teilten mir mit, dass die teilnahme an der morgigen demo aber nicht als arbeitszeit angerechnet wird und diese dementsprechend nachgearbeitet werden muss. finde das aber sehr nachteilig… ein großteil interessierter wird deshalb leider nicht teilnehmen. :o (

  1. 1 „Let’s streik!“ – Aber wofür eigentlich? « lahmacun Pingback am 11. Juni 2009 um 0:33 Uhr
  2. 2 Schule im Kapitalismus « Kitsune Pingback am 11. Juni 2009 um 13:52 Uhr
  3. 3 Streiken! Belagern! Besetzen! « Analyse, Kritik & Aktion Pingback am 16. Juni 2009 um 23:13 Uhr
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