Streiken! Belagern! Besetzen!

Der zweite Streiktag geht weiter, wie der erste bogonnen hat. Göttingen kristalisiert sich hierbei imemr mehr zum kreativen Mittelpunkt. Dort wurde nicht nur das Präsidium blockiert und die Bildung geklaut, sondern es kam am Nachmittag zu einem Massenzusammenbruch von Student_innen in auf dem Campus. In Berlin wurde in der Nacht ein braunes Burschenschaftlerhaus farblich verschönert und damit informelle, machistische Elitenbildung attackiert. Die Bildungsstreik Gegner, also vielleicht auch welche vom braunen nun mehr bekleckstem Korporationshaus, trafen sich an der Humboldt Uni. Da sich nur 50 Teilnehmer_innen fanden, um gegen den Streik zu protestieren schloßen sich kurzerhand circa 200 Streikende an und forderten folgerichtig Luxus für alle. Das heutige Highlight in Berlin war wohl aber dennoch die Vollversammlung an der Freien Universität.

Dort fanden sich über 1.000 Student_innen ein um ihr Vorgehen im Streik abzustimmen. Wahrenddessen wurde das FU Präsidium um circa 14 Uhr besetzt. 300-400 Besetzer_innen machten sich im Flur und den Büros gemütlich und diskutierten, wie es weiter gehen sollte. Im Laufe der Zeit fanden sich auch vor dem Gebäude bis zu 150 Unterstützer_innen ein.

Das Gebäude konnte bis circa 18 Uhr gehalten werden. Lenzen, der ach so freundliche Hochschulmanager des Jahres, der letzte Woche noch seine Symphatien für den Streik kundtat, entlarvte sein Gequatsche als Heuchelei und ließ das Gebäude von 200 Bereitschaftspolizist_innen räumen. Einige hatten schon vermutet, daß sich Lenzen lediglich als propagandistischer Honigumsmaulschmierer betätigt hatte, und es nur eine Frage der Zeit sein würde, wann er seine drecks repressive, hierarchieverliebte, neoliberale Fratze zeigen würde. Und heute wars soweit.

Im Übrigen war seine Solidaritätserklärung nur an die Bildungstreikdemo am morgigen Mittwoch ohnehin lächerlich. Schließlich schloß er sein Verwaltungspersonal aus und legte auch den Streikwiligen Steien in den Weg. Sie müssen ihre Stunden nacharbeiten. Auißerdem darf der laufende Betrieb nicht gefährdet werden. Nach Lenzen bedeutet Streik offenbar, wenn alles bleibt, wie es ist und die Gewerkschaft (oder die Angerstellten) dafür bezahlen!

Ein äußerst interessanter Diskussionsbeitrag, der über die auf den ersten Blick merkwürdige Forderung Nein zum N-Wort erläuterte. Die gleichnamige Initiative wies darauf hin, daß sich am Otto-Suhr-Institut mit dem Privatdozenten Ulrich van der Heyden ein ignoranter, die Sklaverei verharmlosender Wissenschaftler rumtreibt, der sich als alleiniger Experte der Preußischen Kolonialgeschichte und Herr über die Definitionsmacht, was denn rassistisch sei, aufspielt.

Zu diesem widerlichen Thema von Rassismus in der Wissenschaft, und, noch viel schlimmer, der existenzieller Verfolgung kritischer Wissenschaftler, die weiße Perspektiven durchbrechen, gibt es in der Sonderausgabe zu Rassismus der HUch.Sie kann hier als pdf nachgelesen werden. Der Beitrag Wie weiß ist der Elfenbeinturm behandelt detailiert die (rassistischen) Vorgänge am Otto Suhr Institut.

Es lief also auch am zweiten Tag super! Morgen heißt es früh aufstehen und laut sein!


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