Wo ist meine Stimme? Vorgänge im Iran

Seit dem Wochenende protestieren im Iran Hundertausende auf den Straßen, Plätzen und an den Hochschulen. Sie fordern ihre Stimme zurück und beschuldigen das Regime den überwältigenden Wahlsieg des moderaten Islamisten Mousavi nicht akzeptieren zu wollen und stattdessen per Anordnung weiter den Hardcore Islamisten Ahmadinedschad als Wahsieger zu stützen. Die iranischen Bürger_innen glauben den Mullahs allerdings nicht mehr. Sie wehren sich massiv, zum Teil militant, vor allem aber generations- und spektrenübergreifend. Der Iran befindet sich am Rande des Bürgerkrieges oder ernsthafter Reformen.

Wer die Wahl nun wirklich gewonnen hat, läßt sich höchstwahrscheinlich nicht mehr feststellen. Unabhängige Beobachter_innen gab es nicht oder sie wurden massiv behindert. Selbst iranische Oppositionelle wurden bei der Kontrolle behindert. Des Weiteren ist merkwürdig, daß sich zunächst Mousavi als Wahlsieger präsentierte, Stunden später offizielle dann aber doch der Volkstribun und Antisemit Ahmadinedschad mit einer überwältigenden 2/3 Mehrheit gewählt worden sein soll.


Als direkte Reaktion auf die unhaltbaren Zahlen und das als offensichtliche Manipulation empfundene Wahlergebnis formierten sich am Samstag Demonstrationen in Teheran mit einigen tausend Teilnehmer_innen. Darunetr waren sehr viele Stundent_innen der Teheraner Univiersität und andere junge Menschen. Sie witterten den Betrug, weil ihre elektronischen Kanäle (Internet, Chat, Mobil) geschlossen wurden.

Das Regime reagierte entsprechend. Hunderte wurden verhaftet. Sie wurden aus ihren Wohnungen, Häuser und von den Demonstrationen verschleppt und bleiben bis heute verschwunden. Weitere Attacken gegen die protestierdende Bevölkerung ging von den paramilitärischen Basidschi, Chomeinis fanatisierten, jungen Revolutionswächtern aus, auf die sich Ahmadinedschad bei der Niederschlagung von Protest und islamistischen Terror ganz besonders verlassen konnte.


Sie fahren in größeren Gruppen mit Knüppeln bewaffnet auf Motorädern durch die Stadt, verprügeln Demonstrant_innen, Student_innen und bevorzugt rebellische Frauen. Jedoch wehren sich viele gegen diese staatlich gedeckten Mörder.

Ali Schirasi schreibt, daß sich die Iraner_innen – ob jung oder alt – offenbar massiv die aufgestaute Ohnmacht udn Frustration über 30 Jahre Bevormundung durch die Islamische Revolution und ihre totalitären Strukturen. Außerdem beschreibt er, daß schon einen Tag vor der Wahl, höchstwahrscheinlich im Angesicht eines möglichen Wahlsieges eiens Reformers, durch den Obersten Wächterrat Vorkehrungen zur Manipulation der Wahl getroffen wurden. Die Netzsperren für den Mobilfunk wurde schon am Wahltag unterbrochen. Eventuell um einen kritischen Informationsfluß zu behindern.


Am Sonntag setzten sich die Auseinandersetzungne zwischen den betrogenen Wähler_innen, den Sicherheitskräften und den paramilitärischen Wächtereinheiten fort. Zunehmend eskalierte die Situation. Die Demonstrant_innen begnügten sich nicht damit nur ihren Unmut über die Wahlfälschung zu äußern, sondern attackierten offensiv die Polizei.

Gestern abend ist die Lage offenbar weiter eskaliert. Reuters berichtet, daß in Teheran sieben Menschen erschossen wurden. Auch das iranische Staatsfernsehen bestätigt Schüße in der Stadt, erklärt allerdings nicht, wer geschossen hat. BBC zitiert einen Fotografen, der Augenzeuge der Schüße war. Im Verlauf der Großdemonstration sollen einige Teilnehmer_innen ein Gebäude der paramilitärischen Basidschi attackiert haben, die sich mit Schußwaffen wehrten.

Aber es sollen auch in anderen Stadtteilen Schüße gefallen sein und regelrecht Jagd au Demonstrant_innen durch die Polizei stattgefunden haben. Dies würde die relativ hohe Zahl der Toten und Verletzten erklären.


Die Islamische Revolution und ihre greisen Autisten müssen nun reagieren. Insbesondere auch, weil sich die elektronisch bewanderte Jungend offenbar weitere Ziele des Staatsapparates für ihre Attacken ausgesucht hat. Es soll erste Cyberangriffe und Hacks staatlicher Seiten und Medien gegeben haben.

Mit diesen ersten Martyrern einer neuen Revolution, diesmal gegen die Mullahs, verschärft sich die Lage. Diesmal stehen die ehemaligen Revolutionsführer allerdings nicht auf der Seite der rebellischen Bevölkerung, sondern manipulieren, internieren und töten sie. Mit ihrem Vorgehen gegen die Demosntrant_innen udn die iranische Opposition veröffentlichen sie ihre Ignoranz gegenüber den Realitäten. Aus der schon längst ververtierten Revolutionsinszenierung ist so eine ganz normaler repressiver Staat, ganz im Sinne des Schah und anderen Diktatoren geworden.


Die Isolation der islamistischen ignoranten Strukturen des Iran nach Außen, wird nun auch Innen zementiert. Die Jugend will schon lange etwas anderes. Die sozialen Verwerfungen können nicht mehr durch religösen fanatismus aufgefangen werden. Die islamistsiche Bewegung zeigt sein Unfähigkeit mit gesellscahftlichen Krisensituationen adäquat umzugehen. Die sozialreligiösen Bewegung eines Ahmadinedschad, die einmal ein Hoffnungszeichen (wenn nciht schon bei der letzten Wahl für den richtigen Sieger gesorgt wurde) insbesondere für einen sozialen Wandel war, hat sich in ein totalitäres Regime verwandelt, daß sich einen Dreck um die Wirklichkeite kümmert, sondern hartnäckig an der eschatoligischen Verklärung der Welt arbeitet.


1 Antwort auf „Wo ist meine Stimme? Vorgänge im Iran“


  1. 1 c3f2o 16. Juni 2009 um 14:46 Uhr

    hier nen text zur Cyber-Opposition im iran http://www.netzeitung.de/internet/internet/1380559.html

    mag

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