Фашизм не пройдет! Фашизм убивает!

Am morgigen Freitag findet unter dem Motto Antifaschismus ist kein Verbrechen – nirgends! Solidarität mit AntifaschistInnen in der Ukraine und Russland eine Demo in Solidarität mit osteuropäischen Antifas statt. Dazu passend informierte gestern im Ladenprojekt F54 in der Friedelstraße in Neukölln eine sehr gute Veranstaltung über Neofaschismus und antifaschistischen Widerstand in Russland. Der Anlaß könnte trauriger nicht sein. Denn, wie das Informations- und Analysezentrums SOVA berichtet, wurde am 28. Juni Ilja Dzhaparidze von Naziskins ermordet.

Dieser erneute Mord an einem bekannten Antifaschisten erinnert an den Tod von Fedjay Filatov, der am 10. Oktober letzten Jahres vor seinem Haus aufgelauert und erstochen wurde. Schon damals gab es eine Kundgebung vor der Russischen Botschaft um auf die Morde von Neonazis in Russland aufmerksam zu machen.

Es ist unerträglich, daß Nazis, Faschisten, Nationalisten und religiöse Fanatiker immer aggressiver und militanter gegen Migrant_innen, nicht rechte Subkulturen und erklärte antifaschistische Strukturen in ganz Osteuropa vorgehen. Jeder Übergriff, jeder Tod, jede Schmiererei und Propaganda ist zuviel. Es formiert sich zwar auch zunehmend Widerstand und es wird über Nationalismus und rechtsextreme Positionen informiert, trotzdem kann keineswegs von Entspannung gesprochen werden. Viel mehr steigen seit Jahren die Übergriffe, Morde und Anschläge, was jedesmal die akute Notwendigkeit für solidarische Aktionen zur Unterstützung migrantischer und antifaschistischer Strukturen in Osteuropa aufzeigt.

Der Vielvölkerstaat, der sich nun Russische Föderation nennt, der sich durch diese Nachricht wiedereinmal in den Fokus schiebt, ist leider keine Ausnahme in Osteuropa. Viel mehr kann Russland exemplarisch für Entwicklungen in der Ukraine, in Polen, Ungarn usw betrachtet werden.

Im aktuellen Monitoring Bericht von SOVA zu nationalistischen und xenophoben Vorkommnissen in Russland ersckreckt, wie jeden Monat, die hohe Zahl physischer Gewalt. So wurden allein im Juni diesen Jahren 4 Morde und 21 Verletzte gezählt. Damit sind es im Jahr 2009 schon 36 Menschen, die getötet und weitere 167 Menschen, die verletzt wurden.

Opfer sind vor allem people of color, die äußerlich am einfachsten als nicht-russisch konstruiert werden können. Zunehmend werden aber auch Jugendliche alternativer und anderer Subkulturen attackiert. Die rechtsextremen Gruppen agieren hierbei, wie gestern im F54 referiert wurde, gut organisiert, zielgerichtet und noch sehr viel erschreckender im Töten trainiert.

Es sind nicht nur Gruppen von Naziskins, die sich jeden Tag formieren um ihnen nicht genehme Menschen mal gezielt, mal spontan zu attackieren. Unter ihnen sind seit der Jahrhundertwende zunehmend sehr junge Menschen, die nicht offensichtlich als rechtsextrem erkennbar sind. Außerdem gibt es Überschneidungen zu rechten Fanstrukturen, aus denen die organisierten Neonazis ihre militanten Schlägertrupps rekrutieren.

Die Naziszene in Russland ist auf der einen Seite glücklicherweise, aber andererseits aber auch gefährlich breit gefächert. Sie deckt alle Facetten von Patriotismus, über Nationalismus bis zum militanten Nationalsozialismus ab. Die Organisationen, Bewegungen und Gruppen eint der xenophobe Konsens, der sich bis Mitte 2008 in der Bewegung gegen illegale Einwanderung (ДПНИ) sammelte, die aber aufgrund interner Streitigkeiten um die Machtverteilung in drei Flügel zerbrach. Der sogenannte Russische Marsch zum neugeschaffenen Tag der Einheit des Volkes am 4. November letzten Jahres zeigte aber, daß die rechtsextremen Organisationen (zumindest punktuell) immer noch in der Lage sind sich zu einigen und eine tausend Demonstrant_innen in verschiedenen Städten auch zu illegalen Veranstaltungen für ihre Scheißsache mobilisieren können.

In der Ukraine sieht es nicht viel anders aus. Die dortige Antifa muß sich neuerdings auch mit zunehmender staatlicher Krimininalisierung ihres Kampfes gegen Nazistrukturen herum schlagen.

Die Solidarität nicht nur mit osteuropäischen Antifas, sondern mit der gesamten osteuropäischen sozialen Bewegung ist wichtig und wurde mit dem Mord an Ilja Dzhaparidze tragisch aktuell. Jede solidarische Aktion stärkt den antifaschistischen Kampf in Osteuropa!

Beteiligt Euch an der morgigen Demonstration!
Kommt um 16 Uhr zur Ukrainischen Botschaft!
Zeigt Solidarität mit osteuropäischen Antifas!

Antifaschismus ist kein Verbrechen – nirgends!
3.Juli 2009, 16:00 – Ukrainische Botschaft
Albrechtstr. 26 – Am Deutschen Theater