Medienschau am Sonntag (12)

Nach längerer Pause heute wieder eine Medienschau mit einem guten Themenmix: Grundeinkommen, brennende Autos, Demonstationstheorie und Tierschutz. Vorweg aber noch zwei Linktipps für Menschen mit etwas Geld im Portemonnaie: Beim Unisolar-Netzwerk kann mensch für mindestens 250 Euro in Sonnenenergie investieren. Die Berliner und Potsdamer Universitäten sind jetzt auch dabei. Bei der Initiative Energie in Bürgerhand kann mensch sich mit mindestens 500 Euro am Kauf der Thüga AG beteiligen und bei den beiteiligten 90 Stadtwerken mit 7,5 Millionen Kunden für eine ökologosche Energiewende sorgen. In beiden Fällen gibts sogar eine kleine Rendite.

Einkommen, ohne zu arbeiten“ (FAZ vom 12.06.2009)
In der FAZ ist ein zusammenfassender Artikel über die Thematik des Grundeinkommens erschienen. Kurz werden die bekanntesten Protagonisten skizziert: der Anthroprosoph Werner Götz, Susanne Wiest und der CDU-Politiker Dieter Althaus. Mit Peter Sloterdijk wird auch der Kritiker mit dem dümmsten Gegenargument erwähnt. Der Artikel beschreibt die Vision leider nur bruchstückhaft und verharrt in der Feststellung, dass die Sache in der Umsetzung zum Scheitern verurteilt ist.

Reclaim your Brain!“ (Jungle World vom 02.07.2009)
Die Jungle World mag keine brennenden Autos. Diese werden, durchaus berechtigt, als Zeichen der Schwäche der Autonomen gewertet. Die Aktivisten sind mittlerweile gegenüber den Kulturlinken in der Minderheit, so dass sie ihre exklusive Infrastruktur gegen alles Fremdartige zu verteidigen versuchen. Der Autor des Artikels empfiehlt der Szene Minderheitenschutz zu beantragen und ihre Freiräume in Reservate umzubenennen.

‚Der Schlagstock bringt bei Demos nichts‘“ (taz vom 08.07.2009)
In der taz ist ein Interview mit dem Polizeiausbilder Harold Selowski erschienen, der seit 40 Jahren bei der Berliner Polizei arbeitet. Zwar scheint er eine einigermaßen liberale Grundhaltung zu haben, aber über die Prügelwut der Berliner Polizei in den 80er-Jahren und den damaligen Hang der Beamten zur Partei der Republikaner verliert er leider kein Wort.

Körting: NPD schwächelt, Verbot von „Frontbann 24″ wird geprüft“ (npd-blog.info vom 11.07.2009)
Mit der Kameradschaft „Frontbann 24″ ist in Berlin 2008 wieder eine offenbar stark gewaltbereite Neonazi-Gruppe in Erscheinung getreten. Ihr aggressives und uniformiertes Auftreten hat nun auch Polizei und Politik auf den Plan gerufen. Berlins Innenminister Körting spricht schon von einem möglichen Verbot. Unterdessen schwächelt auch die NPD in Berlin zusehens.

Der Aufstand der Unanständigen“ (taz vom 13.07.2009)
In Berlin scheint sich mehr und mehr eine neue Kultur des Meinungskundtuens durchzusetzen. Es wird immer weniger mit Parolen, Transparenten und voranschreitenden schwarz gekleideten Menschen demonstriert. Stattdessen setzt sich die öffentliche Straßenparty bei hämmernden Bässen als mehr oder weniger politische Ausdrucksform durch. Ein gutes Beispiel dafür war die „MegaSpree“-Demo am Samstag. Da kann es allerdings auch schon mal vorkommen das nicht jeder weiß wofür oder wogegen demonstriert wird. Das nicht-militante Auftreten dürfte im Gegenzug aber mehr Interessierte anlocken.

Anti-Speziesismus? Schmeckt mir nicht!“ (graswurzelrevolution Nr. 340, Sommer 2009)
Die in diesem Artikel vorgetragende These dürfte (militanten) Tierschützern den Atem stocken lassen: Anti-Speziesismus führt zu ethischer Verwahrlosung. Am deutlichst zeigt sich das an der PETA-Kampagne, bei der das Halten von Schweinen mit dem Holocaust verglichen wurde: „Wenn ich selbst, als Fleischesser vor meinem Teller, moralisch auf derselben Stufe stehen soll wie die Nazi-Schergen, wenn fast die gesamte Menschheit angeblich ununterbrochen das ultimative Menschheitsverbrechen wiederholt, dann sind sämtliche moralischen Maßstäbe zersetzt.“