Das Jeton, ihr Chef und die Nazis

Ronny Berkahn ist Geschäftsführer der Großraumdisko Jeton an der Frankfurter Allee. Bei ihm treffen sich, nach seinen Angaben, Prolls verschiedener Nationalitäten und aller sozialen Schichten. Gegenüber der taz äußert Berkahn, daß auch Türken und Fidschis bei ihm feiern würden. Den Potsdamer Neuesten Nachrichten erzählt er, daß auch Ausländer und Dunkelhäutige zu Gast wären. Das aber auch sehr viele offensichtlich als Rechtsextreme erkennbare Jugendliche bei ihm verkehren scheint ihm entgangen zu sein. Hooligans, insbesondere vom BFC Dynamo, verkehren sehr häufig im Etablissement von Berkahn. Aber die sind gar nicht das Problem!

Zu sehen, wie die sog. tolerante „linke Szene“ hier ihr wahres Gesicht zeigt, ist erschreckend! Ihr Ziel ist, alle zu vernichten, die nicht der gleichen Meinung sind.

Sein profundes Wissen über das Innenleben der linken Szene, das er ganz bestimmt in intensiven Gesprächen mit Aktivist_innen vertiefen konnte, gab Berkahn in einer Stellungnahme (pdf) zum Übergriff von vier Nazis am 12. Juli auf einen 22-jährigen Neuköllner, den sie versuchten zu ermorden.

Zwar weigert sich der Geschäftsführer immer noch sich offensiv zu seinen Nazis, Hooligans, Sexisten und anderen Exklusionsfetischisten zu bekennen, doch von Gewalt distanziert er sich schon mal, da er nicht gerade der guten Nachbarschaft zuträglich ist. Noch vehementer wehrt sich Berkahn allerdings dagegen, daß das Jeton ein Naziladen wäre, der Straftätern, ungeachtet welcher politischen Motivation, Unterschlupf bieten würde.

Erstaunlicherweise sind es trotzdem Linke, die Berkahn offenbar gar nicht leiden kann. Sie sind intolerant, lügen, sind scheinheilig, agieren zielgerichtet eliminatorisch und sollten mal darüber nach denken. Sehr verwunderlich ist dieses Verhalten allerdings nicht. Schließlich kann im Jeton der rechte Arm stramm gereckt werden. Thor Steinar ist ein gern gesehener Gast, sowohl beim Personal, als auch bei den Besucher_innen.

Hier gibts weitere Bilder der Schläger vom 12. Juli

Die Sprache von Berkahn, mit der er selbstverständlich rassistisch und nationalistisch Menschen kategorisiert, der Umgang mit rechten Gästen und linker Kritik, zeigt deutlich auf welcher Seite der Geschäftsführer des Jetons steht. Er bedient sich rechter Diskurse. Er hat keine Berührungsängste zu gewaltbereiten Hooligan- und Nazikreisen. Er und seine Security dulden Straftaten in ihren Räumlichkeiten. Die Täter vom 12. Juli waren, wenn nicht im Jeton, dann doch wenigstens vor der Disko, pöbelten und zeigten Passant_innen ungeniert den NS-Gruß.

Das Jeton und seine Umgebung scheinen für Nazis eine Rückzugsraum zu sein. Sie werden dort geduldet und können offen agieren. Eine Distanzierung der Geschäftsleitung der Großraumdisko findet, auch wenn Berkahn dies nun behaupten will, nicht statt. Dieser Laden ist nicht einfach nur ein kommerzieller Unterhaltungstempel, sondern bietet Nazis, Hooligans und rechtsoffenen Poppern die Möglichkeit, ohne auf ihre menschenverachtende Ideologie zu verzichten, sich ordentlich zu amüsieren. Nicht selten ist das Jeton, quasi als Nazi-After-Hour, Ausgang von Übergriffen auf alternative Jugendliche. Berkahn muß dies wissen. Aber er tut nichts dagegen. Schließlich sind es diese Gäste, die maßgeblich seinen Umsatz sichern!


2 Antworten auf „Das Jeton, ihr Chef und die Nazis“


  1. 1 Nur mal nebenbei 19. Juli 2009 um 12:20 Uhr

    Danke für den Bericht, der gut die Situation um das Jeton und seines Besitzer erleuchtet.

    Allerdings sollte man Hooligans nicht mit Nazis in einen Topf schmeissen. Gewalt beim Fußball gegen Gleichgesinnte zieht nicht nationionalistisches Gedankengut mit sich. Die Hooligans Subkultur kann man genauso wenig mit den Nazis gleichsetzen, wie z.B. nicht die 69-Skinheads mit dem faschistoiden Menschen gleichsetzen kann.

  1. 1 Mit der Scheiße nicht aufhören, bis die Scheiße aufhört! « love münster – support göttingen Pingback am 18. Juli 2009 um 12:29 Uhr
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